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Früherer Plagwitzer Güterbahnhof wird zur lebendigen Landschaft: Im Sommer gibt es erste Mitmach-Angebote

Früherer Plagwitzer Güterbahnhof wird zur lebendigen Landschaft: Im Sommer gibt es erste Mitmach-Angebote

Die Verwandlung des ehemaligen Güterbahnhofs in Plagwitz ist in vollen Gange. Am 30. Mai sind jede helfende Hand wie auch Spenden gefragt, wenn die Vorarbeiten für den Wiederaufbau eines Unterstandes beginnt.

Leipzig, Diesen Weckruf haben die Plagwitzer gehört. Die Metamorphose des ehemaligen Güterbahnhofes ist in vollem Gange. Fünf Jahre arbeiten Bürger und Stadtverwaltung bereits daran, die Brache in ein lebendiges Grünareal zu verwandeln. Längst gibt es dienstags nicht mehr nur Bauberatungen, sondern rollen die Bagger. "Die Akteure von Bauspielplatz/Pfadfinderplatz, Bürgergärten, Urbaner Landwirtschaft, Obsthain und Boulderfelsen bereiten bereits ihren Um- und Einzug vor", sagt Thorsten Mehnert, Vorstand der Stiftung "Ecken wecken". Sie sei Sprachrohr, Koordinator und Deeskalationsstelle für Interessenskonflikte von etwa zehn Projektgruppen und Nutzern. Im Spätsommer sollen im Quartier die ersten Mitmach-Angebote offeriert werden.

Wo einst Güter von der Schiene auf die Straße umgeschlagen wurden, erhalten Kinder, Jugendliche und Erwachsene 8100 Quadratmeter Freifläche, auf denen sie sich tummeln können. Die Stadt gewährt den Projekten günstige Konditionen. Das Areal werde umzäunt, jedoch zu festen Öffnungszeiten für jedermann zugänglich sein. Die Nutzer wollten schließlich nicht im eigenen Saft schmoren, sondern seien auf Zuspruch und neue Mitstreiter aus. "Für belebtes Grün braucht es nun mal öffentliche Bereiche, die gewissen Schutz genießen", betont Mehnert. Der 54-Jährige scheint das Gewimmel bereits vor seinem geistigen Auge zu haben. Voller Zuversicht erwartet er die Schlüsselübergabe. "Bei uns stehen die Signale auf Power!" Allerdings sei da noch ein Projekt, das keinen Aufschub dulde, denn im Sommer werde abgerechnet, betont der Stifter. Und bis dahin müsse auch die Summe für den geplanten Unterstand beisammen sein. "Um Geld haben wir bislang noch nie gebeten, versuchen nun aber mit einer Art Crowdfunding, die noch fehlenden 3500 Euro aufzutreiben."

 Ein Dach überm Kopf, wenn zum Beispiel das Wetter nicht mitspielt, fehlt eben noch. "Glücklicherweise hatten Anwohner 2011 ein Denkmal, die Einhausung, demontiert und eingelagert", erzählt Mehnert. Sie diente einst am Plagwitzer Personenbahnhof als Überdachung des Eingangs zur Gleisunterführung und soll nun zu neuem Leben erweckt werden. "Die Stadt Leipzig erstellt das Fundament und übernimmt den Transport. Anwohner werden schleifen, streichen und das Dach decken." Doch für die Sanierung der Stahlstruktur müsse ein Fachmann ran, was 6500 Euro verschlinge. Die Stiftung "Ecken wecken" trägt 1500 Euro, ebenso viel wurde bereits gespendet, fehlen noch 3500 Euro, die noch in diesem Monat zusammenkommen müssen. "Unterstützer sind alle, ob sie Hand anlegen oder Geld spenden. Jeder Euro zählt", sagt Mehnert. "Wer unserer Idee folgt, ist willkommen und kann seinen Beitrag steuerlich geltend machen."

 Am Sonnabend, 30. Mai, werden all jene gebraucht, die richtig zupacken können - Kittentferner, Blecheabflexer, Einhausungsfußamputierer sowie Essen-und-Trinken-Versorger. Beim Frühlingsfest auf dem Nordkopf könne dann am Tag danach von 15 bis 18 Uhr schon mal in Augenschein genommen werden, was bereits geschafft wurde.

 Spenden bitte auf das Konto der Stiftung "Ecken wecken" bei der Sparkasse Leipzig, IBAN: DE 95860555921100901260, Verwendungszweck: Einhausung. Internet: www.buergerbahnhof-plagwitz.de/einhausung.html

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.05.2015
Cornelia Lachmann

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