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Früheres Grandhotel Astoria in Leipzig soll seinen Namen behalten

Intown arbeitet an Wiederbelebung Früheres Grandhotel Astoria in Leipzig soll seinen Namen behalten

Im ehemaligen Grandhotel Astoria soll bald wieder eine Herberge im gehobenen Segment öffnen. Nach Angaben von Stadtplaner Jochem Lunebach soll das Hotel auch wieder Astoria heißen.

Archivfoto
 

Quelle: André Kempner

Leipzig. Hotel Astoria: Eigentlich war es nichts wirklich Neues, was Stadtplanungsamtsleiter Jochem Lunebach bei einem Bürgerforum am Mittwochabend zur Zukunft des seit über 20 Jahren geschlossenen Hotels sagte. Schon vor vier Monaten hatte die LVZ exklusiv berichtet, dass der neue Eigentümer Intown das 1915 eröffnete Astoria sanieren und dort wieder ein luxuriöses Hotel einrichten will. Damals teilte ein Vertreter des Berliner Unternehmens mit, dass die Architekten-Planungen und Gespräche mit der Stadt begonnen hätten. Gedacht sei an „etwa 250 Zimmer in der Kategorie von vier Sternen“. Im nördlichen Teil des einen Hektar großen Areals sei zudem noch Platz für Wohnungen, Büros und Dienstleister.

Im voll besetzten Festsaal des Neuen Rathauses erläuterte Lunebach nun, dass die Gespräche mit dem Investor noch am Anfang stünden. Er sei aber optimistisch, dass die Wiederbelebung des traditionsreichen Standortes „relativ kurzfristig“ gelingen könnte, weil dort kein langwieriges Bebauungsplanverfahren nötig ist. Die denkmalgeschützte Fassade bleibe natürlich erhalten. „Es soll auch wieder Astoria heißen“, sagte Lunebach und versicherte, dass die Stadt großen Wert auf eine „gediegene Gestaltung“ legen wird.

Auf Nachfrage von Journalisten nannte Sascha Hettrich, Vorsitzender der Intown-Geschäftsleitung, dann am Donnerstag erstmals einen Termin, wann die Sanierung beginnen soll. „Wir wollen den Bauantrag Ende diesen Jahres, spätestens Anfang 2018 einreichen“, erklärte er auch gegenüber der LVZ. „Baustart ist Mitte 2018. Unsere Botschaft lautet: Wir geben den Leipzigern ihr Hotel Astoria zurück.“ Wenn alles gut läuft, könne das neue Astoria im Sommer 2020 öffnen, fuhr Hettrich fort. Allerdings seien bei so einem Denkmalsobjekt mit schwieriger Grundwassersituation zeitliche Verschiebungen nie auszuschließen. Aktuell kalkuliere Intown mit 260 Zimmern in der Kategorie Vier-Sterne-Plus (entspricht dem neuen Melia-Hotel am Dittrichring). Vorgesehen sei auch der Bau einer Tiefgarage. Der Hotel-Betreiber stehe ebenso wenig fest wie das Investitionsvolumen.

Weitere Baustellen in der City

Hauptbahnhof / Westseite: Bei dem Bürgerforum informierte die Stadt auch über fünf weitere, seit vielen Jahren ungenutzte Areale am Rand der Leipziger City. „Der Sprung über den Ring“ – so lautete das Thema. Ob Hauptpost am Augustusplatz, der neue Busbahnhof oder das LWB-Ensemble am Wintergartenhochhaus – an mehrere Baustellen sei schon zu beobachten, dass die City und die Vorstädte immer stärker zusammenwachsen, so Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos). Kaum eine andere deutsche Stadt sei in der glücklichen Lage, mit den sechs Brachen noch über 23 Hektar Bauland im Zentrum zu verfügen. Die Verwaltung strebe dort attraktive Nutzungsmischungen mit hohem Wohnanteil an. So seien für die elf Hektar des früheren Thüringer Bahnhofs (Hauptbahnhof / Westseite) nun doppelt so viele Wohnungen wie früher vorgesehen: nämlich 700, davon 30 Prozent sozial gefördert. Baustart: frühestens 2019.

Krystallpalast-Areal: Wenn der Stadtrat im Mai dem Bebauungsplan zustimmt, können Anfang 2018 die Bagger anrücken. Geplant sind unter anderem 180 Wohnungen, 165 Studentenapartments, Gewerbe, Hotel und Lebensmittelmarkt.

Wilhelm-Leuschner-Platz: Einzig auf diesem Areal will die Stadt auch größeren, „zentrumsrelevanten“ Einzelhandel gestatten, so Amtsleiter Lunebach. Bis Ende 2018 dürfte der Bebauungsplan Rechtskraft erlangen, so dass die Arbeiten wohl im Folgejahr starten. Ausnahme wäre ein Institutsgebäude des Freistaats, für welches kein Bebauungsplan nötig ist.

Matthäikirchhof: Für das zwei Hektar große Areal ist unter anderem der Bau eines modernen sächsischen Stasi-Aktenarchivs im Gespräch. Termin: offen.

Spitze Goerdelering: Für ein neues Hochhaus (100 Meter) wurde ein Zeithorizont von zehn Jahren genannt. In Kürze will die Stadt ihre Vorzugstrasse für die Freilegung des dortigen Pleißemühlgrabens vorstellen. Der Fluss soll in Zukunft direkt am City-Ring entlang plätschern.

Von Jens Rometsch

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