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Lokales Frühjahrs-Rundgang in der „Spinnerei“ - Galerien erwarten 15.000 Kunstfreunde
Leipzig Lokales Frühjahrs-Rundgang in der „Spinnerei“ - Galerien erwarten 15.000 Kunstfreunde
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11:21 01.05.2011
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Leipzig

Unter dem Motto „Zeit für Kunst“ eröffnen alle 14 Galerien neue Ausstellungen. Zu Gast sind Galerien aus New York, Kopenhagen, Budapest, Sao Paulo und Zürich. Zu den ausstellenden Künstlern zählen Carsten Nicolai, Tilo Baumgärtel und Rebecca Horn.

Leipzig. Die Galerien auf dem Gelände der Leipziger Baumwollspinnerei laden an diesem Wochenende zum großen Frühjahrsrundgang ein. Künstler aus dem In- und Ausland zeigen ihre neuen Werke in den ehemaligen Industriehallen. Zum Beispiel präsentiert die Galerien Eigen + Art Werke von Uwe Kowski, und die maerzgalerie zeigt Fotografien und Malerei von Jorma Puranen und Sebastian Schrader. Im vergangenen Jahr kamen rund 20.000 Besucher.

Sämtliche Galerien in Spinnerei und Tapetenwerk sind an diesem Wochenende geöffnet. Verschiedene andere Kunstadressen der Stadt wie die Galerien Potemka (Aurelienstr. 41) und Post (Windmühlenstraße 31b) haben sich angeschlossen. Der Auftakt ist am Freitag traditionell in der Lützner Straße 91, wo ab 17 Uhr zum Tapetenwerksfest 9.0 geladen wird, mit Vernissagen, Musik, Essen und Trinken auf dem gesamten Gelände.

In der Spinnerei drohen Fülle und Überwältigung. Zu Gast sind 14 internationale Galerien, sich in der Werkschauhalle 12 präsentieren. Außerdem hat die Halle 14 den Kunstraum g39 aus dem walisischen Cardiff (UK) eingeladen. Sie kommt mit der Ausstellung „Portmanteau“ und zeigt Werke von 15 Künstlern im 2. Obergeschoss. „Changes“ heißt die neue große Ausstellung im Erdgeschoss. Neun Künstler aus den USA, dem Iran, den Niederlanden und Deutschland präsentieren Werke, die den Terroranschlag vom 11. September 2001 und seine Folgen aufgreifen. Ansonsten steht – natürlich – Malerei im Mittelpunkt, etwa mit Hartwig Ebersbach (Dogenhaus Galerie) oder Tilo Baumgärtel (Kleindienst). Etwas Leipzig muss auch sein.

Das Leipzig International Art Programme (LIA) steht für Austausch. Gerade sind zwei junge Künstler aus der Partnerstadt Lyon zu Gast. Aurélie Pétrel war schon zu Stipendienaufenthalten in China, Japan und Korea eingeladen. Zusammen mit Laurent Proux, beide Jahrgang 1980, beide Absolventen der Kunsthochschule von Lyon, lebt und arbeitet sie nun für zwei Monate auf dem Spinnereigelände.

„Hier ist alles in der Nähe und man hat viel Platz“, meint sie. In Leipzig sei so ziemlich alles anders als in Lyon, meint er. „Hier darf man einfach Feuer machen, wir haben sogar draußen ein Brot gebacken“, erzählt Aurélie. „Hier wollen nicht alle Leute im Zentrum wohnen. Die Stadt besteht aus vielen kleinen Inseln“, stellt Laurent fest. Eine Straßenbahn hätten sie in Lyon auch, nur mit Atomstrom, witzelt der junge Künstler.

„Mich interessiert die Verbindung von dem, was wir sind und dem, was wir tun“. Auf einem Gemälde, das fast fertig ist, ist ein Maschinenteil zu sehen, das er bei Straßenbauarbeiten in Leipzig entdeckt hat. Ein einzelner Handschuh liegt darauf, ein Hinweis auf den abwesenden Menschen. Eine Säule mit übereinander hängenden Wohnungsannoncen mit abgerissenen Zettelchen hat ihn zu einem anderen Bild inspiriert. Man könnte sich fragen, so Laurent, warum ausgerechnet alle an diesem Pfeiler hängen, ob es eine „geheime Geografie“ gäbe. Für zwei Monate hat er sich in dem großen Atelier eingerichtet, das Holzbett hinter einer Plastikplane in einer Ecke.

Im Atelier von Aurélie sieht es mit hohem Büfett und Sofa wohnlicher aus. Sie rollt ein riesiges Foto aus, das noch frisch ist, holt dies und jenes zusammen, um ihre Arbeit anschaulich zu machen. Arbeiten auf Glas, die an die Ursprünge der Fotografie erinnern, lichtdurchlässig, zu Installationen im Raum gefügt zusammen mit anderen Objekten aus Glas und Metall, wie Silhouetten einer Stadt oder Teile von Bauwerken stehen sie im Raum. Auf einem großen Foto auf Papier sind Männer damit beschäftigt, eine riesige Holzplatte von einem LKW zu laden, die Energie der Bewegung geht auf den Betrachter über.     

Zum Rundgang erschienen ist die neue Ausgabe des hochwertigen Magazins SpinArt, das alle neuen Ausstellungen in der Leipziger Baumwollspinnerei vorstellt. Mit dem Leipziger Maler Tilo Baumgärtel konnte erneut ein hochkarätiger Künstler für Editorial, Titelmotiv und Kunstposter gewonnen werden.

Öffnungszeiten Spinnerei (Spinnereistr. 7): Sa 11–21, So 11–18 Uhr

Öffnungszeiten Tapetenwerk (Lützner Str. 91): Sa 11–19, So 11–17 Uhr. Tapetenwerkfest, Fr 17–24 Uhr

Anna Kaleri / jkl / dpa

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