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Lokales Frühjahrsschießen des Freundeskreises der Bundeswehr in Leipzig
Leipzig Lokales Frühjahrsschießen des Freundeskreises der Bundeswehr in Leipzig
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00:01 27.04.2017
Gut 90 Gäste haben sich Mittwochnachmittag im Gasthaus „Schützenhof“ zum traditionellen Frühjahrsschießen in Leipzig eingefunden. Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Gut 90 Gäste haben sich Mittwochnachmittag im Gasthaus „Schützenhof“ in Leipzig eingefunden. Anlass ist das traditionelle Frühjahrsschießen des Ausbildungskommandos mit dem Freundeskreis der Bundeswehr Leipzig. Doch bevor der erste Schuss fallen kann, gibt es bereits einen großen Knall: Generalmajor Walter Spindler, der gemeinsam mit dem Verein zu der Veranstaltung geladen hatte, wurde von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) von seinem Posten enthoben und war nicht mehr erschienen. Am Mittwochmittag lief die Nachricht im Internet.

Obschon physisch nicht präsent, ist der Chefausbilder des Heeres dennoch Thema bei dem langfristig anberaumten Wettbewerb. In vielen Gesprächen abseits der Schießübungen sei immer wieder über ihn diskutiert worden, erzählt Achim Haas, der Geschäftsführer des Leipziger Bundeswehr-Freundeskreises und Mitglied der CDU-Fraktion im Stadtrat ist. Von Spindlers Absetzung habe er durch einen Anruf aus der Kaserne erfahren. Die Nachricht sei überraschend gekommen, „aus der Kalten“, wie Haas formuliert: „Ich bin sehr traurig darüber. Walter hat sich immer für die Bundeswehr eingesetzt, für seine Kameraden. Er ist ein absolut untadeliger Mensch.“ Spindler wird vorgeworfen, bei der Aufklärung von Missbrauchsfällen in der Bundeswehr nicht energisch genug ermittelt zu haben.

Am Mittwochnachmittag fand im Gasthaus "Schützenhof" in Leipzig das traditionelle Frühjahrsschießen des Ausbildungskommandos mit dem Freundeskreis der Bundeswehr Leipzig statt. Zeitgleich wurde bekannt, dass Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) Generalmajor Walter Spindler von seinem Posten enthoben hatte. (Fotos: Dirk Knofe)

Für den Beobachter wirkt vieles beim Frühjahrsschießen so, als ob der Vorfall keinerlei Rolle für den Ablauf spiele. Die ersten Schüsse fallen, wie geplant, um 14 Uhr. „Wir ziehen das hier ganz entspannt durch“, betont Haas, der Spindler seit fast vier Jahren kennt, seitdem der Zwei-Sterne-General in Leipzig ist. „Unsere Stimmung trübt der Vorfall nicht.“ Im Schützentreffpunkt „Zur Wildsau“ neben dem Schießstand, wo sich die Teilnehmer bei Kaffee und Kuchen eine Pause gönnen, herrscht entspannte Atmosphäre. Mancher Gast ist über die Personalie Spindler sogar noch im Unklaren. Mitglieder der Jungen Union fragen, was überhaupt passiert sei, erfahren letztlich erst über die Medien von der Absetzung des Generalmajors.

Von den zahlreichen Soldaten, die anwesend sind, will sich keiner zum „Fall Spindler“ äußern: „Soldaten in Uniform sind zu Verschwiegenheit verpflichtet“, teilt ein Offizier auf Nachfrage mit. „Erst, wenn alles auf dem offiziellen Dienstweg geklärt ist, werden wir uns dazu äußern.“ Dass sich am geplanten Verlauf der Veranstaltung nichts ändert, bestätigt auch Wolf-Rüdiger Pfeiffer. „Von 14 bis 18 Uhr messen sich die Teilnehmer mit den Waffen Pistole P8 und Gewehr G36 auf eine Entfernung von 100 Metern“, erläutert der Präsident der Leipziger Schützengesellschaft. „Am Ende gibt es ein gemütliches Beisammensein.“

Die Stadt Leipzig hält sich mit einem Kommentar der Ereignisse zurück. „Das wird heute leider nichts“, teilt Matthias Hasberg, Sprecher von Oberbürgermeister Burkhard Jung, auf Anfrage mit. Auch in der Offiziersschule des Heeres in Dresden, im Ausbildungskommando in Leipzig oder bei der Heeresunteroffiziersschule in Delitzsch will niemand etwas sagen.

Spindlers letzter öffentlicher Auftritt liegt erst ein paar Tage zurück. Am 19. April zeichnete er Leipzigs Polizeichef Bernd Merbitz mit dem Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold aus. Auf der Pressemitteilung stand als Überschrift: „Überraschung geglückt.“

Von Matthias Klöppel

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