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Lokales Frust in Hohenheida - Stadt lässt Klettergerüst im Leipziger Nordosten abbauen
Leipzig Lokales Frust in Hohenheida - Stadt lässt Klettergerüst im Leipziger Nordosten abbauen
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23:30 19.06.2014
Abbruch: Das Klettergerüst in Hohenheida wird demontiert. Quelle: Wolfgang Zeyen
Leipzig

Über die Stadtverwaltung und die von ihr veranlasste Beseitigung des großen Klettergerüstes am Hohenheidaer Anger. Die hölzerne Konstruktion war das Herzstück des Kinderspielplatzes, der nicht nur bei den Familien im Ort, sondern auch bei Familien und Schulklassen aus Nordsachsen beliebt ist. Die kommen regelmäßig an den nördlichen Rand von Leipzig, um auf dem Dorfplatz von Hohenheida zu toben, feiern, grillen.

Ende April gab es die Erst-Information. Sie kam von der Stadtreinigung Leipzig, die in der einst selbstständigen Gemeinde Seehausen die Grünflächen und Spielplätze pflegt. Die Botschaft schreckte auf: Die 18 Jahre alte Kletteranlage des Hohenheidaer Spielplatzes sei nicht mehr TÜV-sicher, das Holz faul und angegammelt, hieß es. Eine Reparatur lohne sich nicht. "Von jetzt auf gleich so eine Nachricht. Und das auch noch ohne Vorwarnung. Die Kletter-Kombi ist regelmäßig geprüft worden. Mich wundert, dass in den Monaten zuvor offenbar keine Anzeichen für einen drohenden Verschleiß vorlagen", versteht Ortsvorsteher Böhlau die Welt nicht mehr. Was ihn ebenfalls aufbringt: Eine Ersatzplanung liegt im Rathaus nicht vor. Geschweige denn, dass sich die Kommune in der Lage sieht, für zeitnahen Ersatz in diesem oder im nächsten Jahr zu sorgen.

Blitzschnell lief hingegen die Demontage der Anlage ab. Am 10. Juni wurde das Thema noch im Ortschaftsrat behandelt, erhielt die verantwortliche Mitarbeiterin aus dem zuständigen Amt für Stadtgrün und Gewässer eine Unterschriftenliste in die Hand gedrückt. Mit der Bitte, sich für eine schnelle Lösung des Spielplatzproblems einzusetzen. Schon sechs Tage später kamen die Männer von der Stadtreinigung und machten dem Klettergerät den Garaus. "So schnell hat das Rathaus noch nie auf irgendetwas reagiert", sagt Ortsvorsteher Böhlau leicht spöttisch.

Den Mann wurmt noch mehr, nämlich die Auskunft aus der Stadtverwaltung, die Hohenheidaer könnten sich doch bei Betrieben um Spenden bemühen, dann wüchsen die Chancen für eine baldige Neumöblierung des Spielplatzes ungemein. "Machen die das in der großen Stadt eigentlich auch so?", fragt sich Böhlau. Nichtsdestotrotz hat er seine Leute und den Bürgerverein bereits mobilisiert, ist gerade ebenfalls auf Sponsorensuche. Der Frust aber sucht mit: "Als kleiner eingemeindeter Ort fühlst du dich in Leipzig wie das fünfte Rad am Wagen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.06.2014

Dominic Welters

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