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Frust über Umbau der Merseburger Straße

"Dieses Chaos haben wir schon erlebt" Frust über Umbau der Merseburger Straße

Ab Montag geht nichts mehr auf dem westlichen Zubringer zur Autobahn 9. Grund: Die Bundesstraße 181 wird vor dem Löwen-Center - zwischen Miltitzer Straße und der Straße Am Rain - voll gesperrt. Anrainer befürchten, dass Umleitungsrouten ignoriert werden.

Die Kreuzung Merseburger Straße/Miltitzer Straße/Sandberg und ein rund 400 Meter langer Abschnitt der Bundesstraße 181 unmittelbar vor dem Löwen-Center-Parkplatz werden ab Montag grundhaft saniert.

Quelle: André Kempner

Leipzig. "Auf dem 420 Meter langen Abschnitt einschließlich Kreuzung Merseburger Straße/Miltitzer Straße/Sandberg erneuern wir den gesamten Asphalt-Oberbau bis zu einer Tiefe von 38 Zentimetern", bekräftigte Tilo Pötschke vom kommunalen Verkehrs- und Tiefbauamt neulich bei einem Forum des Bürgervereins Rückmarsdorf - und löste bei vielen Enttäuschung aus. Denn so mancher hatte gehofft, dass die von etlichen Leipzigern geäußerte Kritik, das besagte Stück Straße sei doch in Ordnung (die LVZ berichtete), die Stadtverwaltung zum Umdenken bewegen könnte.

 Dem war nicht so. Mitte September sollen die umfangreichen Arbeiten abgeschlossen sein - wobei während der ersten Bauphase in den ersten drei Wochen der Bereich nicht passiert werden kann. "Ohne die Vollsperrung bis zum 16. August hätten wir eine Bauzeit von insgesamt dreieinhalb Monaten veranschlagen müssen. Das würde für die Anwohner und Verkehrsteilnehmer eine weitaus größere Belastung bedeuten", betonte Straßenbauexperte Jörg Brüsewitz aus der Verkehrsbehörde.

 "Den Lkw-Verkehr leiten wir während der gesamten Bauzeit stadteinwärts ab Dölzig über die B 186 nach Markranstädt zur Leipziger und Lützner Straße um. Stadtauswärts beginnt die Umleitungsstrecke an der Schomburgkstraße", sagte Angelika Seitz, ebenfalls vom Verkehrs- und Tiefbauamt. Dann gehe es durch die Lyoner, Kiewer und Lützner Straße am Rand von Markranstädt vorbei zur B 186 und an der Holländischen Mühle zurück auf die B 181 (siehe Grafik). Die Pkw - und das sind mehr als 20 000 täglich - werden bis Mitte August stadteinwärts ab Miltitzer Straße nach Grünau beziehungsweise Burghausen umgeleitet. In Richtung Autobahn müssen sie die Merseburger Straße an der Schönauer Landstraße verlassen. Durch den Böhlitz-Ehrenberger Ortsteil Gundorf und durch Burghausen geht es dann über die Miltitzer Straße zurück zur B 181.

 Ein Umleitungskonzept, für das es aus Sicht der Fachleute aus dem Verkehrsamt keine Alternative gibt. Das sehen die Rückmarsdorfer im Grunde genommen genauso. Trotzdem sind die betroffenen Anwohner in großer Sorge - denn sie sind überzeugt davon, dass die meisten Autofahrer die ausgewiesenen Routen ignorieren und sich kürzere Strecken durch die Wohngebiete suchen. "Dieses Chaos haben wir schon einmal 2012 erlebt", schilderte Roland Benz, der Vorsitzende des Bürgervereins. Damals hätten die Autos bis in die Nachtstunden hinein Stoßstange an Stoßstange in den Straßen des Ortskerns gestanden. "Lärm und Abgase waren unerträglich", so Benz. Selbst Kapitäne dicker Brummis seien mit ihren Lastern durch die Wohngebiete gedonnert.

 Tag für Tag rollen etwa 1900 Lkw über den Autobahn-Zubringer am Rückmarsdorfer Sandberg. "Nur regelmäßige Kontrollen durch die Polizei können verhindern, dass sich die Blechlawinen wieder durch die engen Straßen unserer Siedlungen wälzen", rief ein Forumsbesucher aus - und erhielt Beifall. Bürgervereins- chef Benz hat Leipzigs Oberbürgermeister Burkard Jung (SPD) inzwischen schriftlich gebeten, sich bei Polizei und Ordnungsamt für ständige Kontrollen einzusetzen.

 Kritik kam auch von Stefan Köster (parteilos), dem Burghausener Ortsvorsteher. Er fürchtet, dass in seinem Ortsteil die ohnehin schon ramponierte und auf Tempo 30 reduzierte Durchgangsstraße völlig in die Binsen geht. "Vor allem in der engen Kurve unterhalb der ehemaligen Bahnstrecke nach Merseburg haben Busse bei Gegenverkehr riesige Probleme und müssen auf den Gehweg ausweichen", schilderte er und kündigte zugleich an, den gegenwärtigen Straßen- und Fußwegzustand im Sinne eines Beweissicherungsverfahrens - von ihm im Übrigen vergeblich gefordert - dokumentieren zu wollen.

 Auch Stadtrat Dietmar Kern (CDU), Ortsvorsteher von Böhlitz-Ehrenberg, verlangte eine Beweissicherung. "Wenn die Umleitungstrassen nach dem Ende der Bauzeit noch halbwegs gut sind, aber zwei, drei Jahre später grundhaft erneuert werden müssen, werden die Grundstücksanlieger mit Straßenausbaubeiträgen zur Kasse gebeten. Das darf nicht passieren", betonte Kern. "Das wird auch nicht passieren", entgegnete Brüsewitz. Der Behördenvertreter teilte ferner mit, dass die Baumaßnahme 775 000 Euro kosten werde und der Freistaat das Vorhaben mit 545 000 Euro fördere. Vor dem Löwen-Center, das während der Bauzeit nur über die Miltitzer Straße zu erreichen ist, wird eine Querungshilfe geschaffen, die so breit sein wird, dass Radfahrer, Eltern mit Kinderwagen oder ältere Menschen mit Rollatoren gefahrlos über die B 181 gelangen können.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.07.2015
Gießler, Günther

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