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Lokales Fünf Jahre Gondwanaland – sechs Millionen kommen zu Heidi & Co.
Leipzig Lokales Fünf Jahre Gondwanaland – sechs Millionen kommen zu Heidi & Co.
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09:57 10.01.2018
Das schielende Opossum Heidi war ein Weltstar. Sie starb im September 2011. Inzwischen hält der Zoo keine Beutelratten mehr. In Heidis Ex-Gehege leben jetzt tasmanische Quolls.
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Leipzig

Mit 40 Tierarten ging es los – mittlerweile wird die Halle von 140 Tierarten besiedelt. Die einst 16. 500 Pflanzen wurden auf 24 .000 aufgestockt. Hinzugekommen sind zahlreiche Fischarten, Geckos, Agamen und Echsen, Amphibien und Vögel. Letztere können sich überall frei bewegen und in den Bereichen Afrika, Asien oder Südamerika niederlassen. Dank der Vögel herrscht nun bei Tag und Nacht Leben in den Leipziger Tropen. Wurde in den ersten zwei Jahren ihr Pfeifen, Zwitschern, Trillern, Quietschen und Schreien künstlich eingespielt, so ist längst alles „live“. Webervögel, Elfenblauvögel, Straußwachteln, Mähnenibisse, Rotohrbülbüls, Guans oder Schamadrosseln haben den Luftraum und die Baumwipfel erobert. Die Vögel haben auch den Samen der Pflanzen breitgetragen – so ist aus dem anfangs „Englischen Rasen“ bei den Schabrackentapiren eine Wiese mit hohen Wildkräutern geworden.

In den Nachtstunden, wenn die Halle besucherleer ist, „lebt“ es auch auf dem Boden: Tausende Färber- und Tomatenfrösche, Krötenlaub- und Ruderfrösche, Korallenfingerfrösche und Blattsteiger, Winkerfrösche und Siamesische Braunfrösche kriechen und springen dann frei im Gondwanaland umher, genießen ihr Bad unter der künstlichen Berieselung. Zählen kann sie keiner. Dementsprechend gibt es jede Menge nachtaktiver Insekten wie Schaben, Asseln, Hundert- oder Tausendfüßler, die nachts aus ihren Erdlöchern kriechen und von den Fröschen gejagt und gefressen werden.

Zu den „Tops“ der vergangenen fünf Jahre gehört für den Zoochef den Nachwuchssegen: „Dreimal bei den Schabrackentapiren und einmal, völlig überraschend, bei den Ozelots.“ Die Quolls, tasmanische Tüpfelbeutelmarder, haben sich ebenfalls fleißig vermehrt und schon 56 Nachkommen gezeugt, die an andere Zoos abgegeben wurden. In ganz Europa lebt kein einziges dieser Tiere, in dessen Ahnenreihe nicht ein „Leipziger“ steht. Die hiesigen Quolls waren überhaupt die ersten, die jemals außerhalb von Australien gezeigt wurden. Allerdings gibt es auch Nachwuchs-„Flops“: Die Fischkatzen können sich offenbar nicht riechen und haben sich bisher nicht vermehrt. „Da werden wir wohl mal Tiere tauschen müssen“, so Junhold. Auch die Zwergflusspferde und die Faultiere sind bisher kinderlos geblieben. Das weibliche Zwergflusspferd hat sich bei der Paarung sogar eine schwere Verletzung eingehandelt.

Die „rote Karte“ – sprich den Verweis aus Gondwanaland – hat der Tamandua bekommen, der Kleine Ameisenbär. „Er hat die Wasserbarriere überwunden und seine Insel verlassen, auf der er mit den Faultieren lebte“, so der Zoodirektor. Konsequenz: Der Ausreißer wurde abgegeben. Ebenfalls ausziehen mussten die Servale, hochbeinige Wildkatzen, die als Sprungkünstler nicht in ihrem Gehege zu halten waren. An ihrer Stelle zogen Löffelhunde ein. Abgegeben wurden weiterhin die größten Beißer unter den Totenkopfäffchen, die den Besuchern Brille, Handy oder Fotokamera entwendeten. Und wer die leuchtend grünen Leguane vermisst: Sie sind alle weg. Die „Wandersmänner“ kamen vermutlich den Riesenottern zu nahe und wurden nach und nach ge­fressen.

Das Feintuning in den Tropen von Leipzig geht weiter. Laut Junhold soll Komodowaran Kampung künftig eins der jungen Waran-Weibchen an die Seite bekommen und für Nachwuchs sorgen. Außerdem ist geplant, Königsgeier in der Halle zu zeigen.

Super eingeschlagen hat das Eventgeschäft: „Die Wirtschaftskraft des Zoos ist durch Gondwanaland um 30 bis 35 Prozent gewachsen“, freut sich der Professor. Kein Wunder, dass es keinen Direktor eines großen Zoos zwischen Amerika und Asien gibt, der sich das Flaggschiff des Leipziger Zoos noch nicht angeschaut hat.

Von Kerstin Decker

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