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Lokales Für einige Leipziger Normaluhren ist die Zeit abgelaufen
Leipzig Lokales Für einige Leipziger Normaluhren ist die Zeit abgelaufen
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00:18 10.03.2017
Diese Normaluhr im Bereich Tröndlinring/Gerberstraße darf stehen bleiben. Allerdings wird das große Chronometer – wie andere Zeitmesser in Leipzig auch – einem Lifting unterzogen. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Die Blicke vieler Leipziger gehen dieser Tage ins Leere – und beginnen dann mit der erfolglosen Suche. Woran beim gemütlichen Spaziergang oder während der Terminhatz bis eben noch die Blicke kleben blieben – an den öffentlichen Normaluhren mit den zumeist vier verglasten Zifferblättern – klafft jetzt vielerorts eine Lücke.

So zum Beispiel am Coppiplatz und in der Georg-Schumann-Straße/Ecke Lindenthaler Straße. LVZ-Leserin Regina Kässner aus Gohlis machte jüngst am Lesertelefon darauf aufmerksam. „Die  beiden Uhren fehlen mir wirklich sehr. Kommen sie wieder zurück?“, formulierte sie ihre ganz persönliche Leserfrage. Und stand mit ihr nicht allein: Auch andere LVZ-Abonnenten wie Heinz Schäfer aus Mockau und Christel Rabold aus Gohlis vermissen die Zeitmesser im Stadtbild.

Schäfer bedauert das Fehlen der Standuhr am Listplatz. Diese habe er sonst fast jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit gesehen. Seit etwa zwei Wochen sei sie weg. Die Uhr an der Mockauer Post sei zwar noch da, aber inzwischen abgeschaltet, funktioniere also nicht mehr. Für Leser Schäfer gehören die großen Chronometer zum Stadtbild und müssten wieder zurückkehren. Ähnlich äußerte sich Leserin Rabold. Ihr fehlen die Uhren am Coppiplatz und an der Krochsiedlung. Sie seien „klammheimlich entfernt worden, obwohl die Standuhren doch ein Wahrzeichen von Leipzig sind“, so die hochbetagte Seniorin. Auch viele ihrer Bekannten in Gohlis wünschten sich die Uhren zurück.

Normaluhren zeigen die sogenannte Normalzeit an. Das heißt: die offiziell geltende Zeit. Sie stammen noch aus einer Periode, in der die Zeitmessung kein Allgemeingut war und (aufziehbare) Uhren häufig unzuverlässig liefen. Bei den Leipziger Exemplaren handelt es sich inzwischen um Werbeuhren, die im Rahmen der Vergabe städtischer Werberechte ausgeschrieben wurden. Das teilte Michael Jana, Leiter des kommunalen Verkehrs- und Tiefbauamtes, auf Anfrage mit. Seit dem 1. Januar 2017 sei lediglich noch die Aufstellung von insgesamt 20 Uhren innerhalb des Stadtgebiets vertraglich geregelt. „Die Reduzierung er-folgte, weil der Leerstand auf den Werbeuhren zu hoch war“, erläuterte Jana. Zudem entspreche dieses Werbemedium nicht mehr aktuellen Anforderungen.

Laut Jana seien nahezu alle Normaluhren, die nicht mehr Bestandteil des Vertrages sind, durch den Eigentümer abmontiert worden. Besitzer der Uhren ist die zur Ströer-Gruppe gehörende Werbefirma DSM Deutsche Städte Medien GmbH. Die verbliebenen 20 Objekte dürfen stehen bleiben, wenn ihr Design an entsprechende Vorgaben angepasst wird. „Deshalb werden diese Uhren zu Sanierungszwecken zunächst ebenfalls abgebaut, im Laufe des Jahres aber mit neuem Design wieder errichtet“, führte Jana weiter aus.

Das gilt – vermutlich zum Leidwesen von LVZ-Leserin Regina Kässner – nicht für die Uhren am Coppiplatz beziehungsweise an der Ecke Georg-Schumann-Straße/Lindenthaler Straße. Die Anlagen dort, so der Leipziger Verkehrs- und Tiefbauamtschef, seien vertraglich nicht mehr gebunden. Aus diesem Grunde wurden sie bereits dauerhaft entfernt.

Diese Standorte bleiben erhalten

Antonienstraße / Altranstädter Straße.
Breite Straße / Zweinaundorfer Straße
Dresdner Straße / Ludwig-Erhard-Straße
Friedrich-Ebert-Straße / Käthe-Kollwitz-Straße
Grimmaische Straße / Universitätsstraße
Jahnallee / Am Sportforum
Jahnallee / Lützner Straße
Landsberger Straße / Max-Liebermann-Straße
Lindenauer Markt
Lützner Straße / Zschochersche Straße
Mecklenburger Straße / Lagerhofstraße
Permoser Straße / Torgauer Straße
Pfaffendorfer Straße / Zoo
Prager Straße / Chemnitzer Straße
Prager Straße / Ostplatz
Prager Straße / Riebeckstraße
Ratzelstraße / Schönauer Straße
Richard-Lehmann-Straße / Zwickauer Straße
Torgauer Straße / Hohentichelnstraße
Tröndlinring / Gerberstraße

Matthias Klöppel

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