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Fürstenhof-Betreiber könnte Leipziger Astoria-Hotel übernehmen

Hoffnung für leerstehende Luxus-Herberge Fürstenhof-Betreiber könnte Leipziger Astoria-Hotel übernehmen

Der frühere Stern der Branche (Astor heißt aus dem Lateinischen übersetzt Stern) zog nicht nur Staatsführer und Messegäste, sondern auch etliche Stars wie Adele Sandrock, Hans Albers, Klaus Mann, Inge Meysel, Lew Kopelew, David Hasselhoff oder Franz Beckenbauer an. Doch das ist lange her. Nun aber steht ein Investor bereit.

Das Astoria wird im Dezember 100 Jahre alt, steht aber schon lange leer. Bis zur Eröffnung des Hotels Merkur 1981 galt es als bestes und größtes Hotel in Leipzig.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Nach LVZ-Informationen soll das Leipziger Hotel Astoria bald einen neuen Eigentümer bekommen. Es wäre ein besonderes Geschenk zum 100. Geburtstag des Traditionshauses, das am 5. Dezember 1915 eröffnet wurde. Allerdings steht die riesige Immobilie am Hauptbahnhof seit über 18 Jahren leer. Viele Einwohner, die noch die Glanzzeiten der einstmals nobelsten Herberge in der Messestadt in Erinnerung haben, können das nicht verstehen. Zumal es seit einiger Zeit rings um die City von Hotel-Projekten nur so wimmelt. Mindestens zehn neue Betten-Häuser sind hier gegenwärtig geplant oder schon im Bau.

Der frühere Stern der Branche (Astor heißt aus dem Lateinischen übersetzt Stern) zog nicht nur Staatsführer und Messegäste, sondern auch etliche Stars wie Adele Sandrock, Hans Albers, Klaus Mann, Inge Meysel, Lew Kopelew, David Hasselhoff oder Franz Beckenbauer an. Doch das ist lange her. Grund für die lange Schließzeit waren weniger die Wasserschäden im Keller, vielmehr ein Problem auf Seiten der Eigentümer.

2006 hatten deutsche Banken ein Paket von 14 ehemaligen DDR-Interhotels an den US-Finanzinvestor Blackstone verkauft – für 750 Millionen Euro. Dazu gehörten auch drei Leipziger Immobilien: neben dem Astoria noch das Westin (436 Zimmer) an der Gerberstraße und das Radisson Blue (214 Zimmer) am Augustusplatz. Laut Branchenkennern hatten die Amerikaner zunächst kein Interesse, das Astoria wiederzubeleben, das Marktumfeld galt als zu schwach. Als endlich die Übernachtungszahlen in Leipzig stiegen, befand sich jene Blackstone-Tochter, die die Interhotels besitzt, schon in finanziellen Schwierigkeiten. Sie konnte die Kredite für den Kauf nicht komplett bedienen. Und kündigte Ende 2012 an, das Paket veräußern zu wollen.

Im August 2013 meldeten Wirtschaftsagenturen, dass die Amerikaner mit ihren Gläubigern über eine Übernahme des Pakets verhandeln. Kurz darauf schien der Deal perfekt zu sein, doch es geschah nichts. Da die Beteiligten stets jede Auskunft ablehnten, meinten Beobachter bald, der Verkauf sei geplatzt.

Doch dem war nicht so, erfuhr die LVZ nun aus Branchenkreisen. Die Gläubiger würden durch die Starwood Capital Group aus den USA angeführt, zu der mit Starwood Hotels & Resorts einer der größten Hotelbetreiber weltweit gehört. In Leipzig betreibt der Konzern seit 2000 den Fürstenhof (92 Zimmer) am Goerdelerring, seit 2003 tritt er zudem als Franchisegeber für das Westin auf. Die Übernahme des Interhotel-Pakets habe erst durch die EU-Kommission kartellrechtlich geprüft werden müssen, hieß es weiter. Das sei jetzt geschehen: mit Erfolg.

Das Geschäft könnte daher in nächster Zeit besiegelt werden. Unklar sei aber noch, ob das Astoria mit dem Paket an Starwood oder danach separat durch Blackstone veräußert wird. Gleichwie: Die Chancen, dass der erloschene Stern an einen investitionswilligen, neuen Eigentümer kommt, würden so oder so deutlich steigen. Welche Nutzung dieser dann für das denkmalgeschützte Gebäude plant, steht auf einem anderen Blatt.

Blackstone lässt alle Interhotel-Objekte durch die Event Hotelgruppe aus Köln managen. Auf LVZ-Anfrage erklärte dort ein Sprecher nur, dass der Verkaufsprozess andauere. Für das Westin und Radisson Blue in Leipzig werde sich auch bei einem Vollzug nichts ändern.

(Jens Rometsch)

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