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Lokales Fundhunde in den Sommermonaten: Quarantäne des Tierheims Leipzig quillt über
Leipzig Lokales Fundhunde in den Sommermonaten: Quarantäne des Tierheims Leipzig quillt über
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19:27 03.08.2016
Seit Beginn der Sommerferien ist die Anzahl der Fundhunde im Breitenfelder Tierheim signifikant angestiegen.  Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

 Während die Kapazität des Eilenburger Tierheims aufgrund zahlreich abgegebener Katzenbabys erschöpft ist, herrscht bei dem Leipziger Tierheim gerade ein anderes Problem: Seit Beginn der Sommerferien 2016 ist die Anzahl der Fundhunde signifikant angestiegen: 20 Hunde wurden bislang in den Sommermonaten abgeliefert, teilt Michael Sperlich, Geschäftsführer des Tierheims Leipzig, auf Anfrage von LVZ.de mit.

Offiziell verfügt das Tierheim Leipzig über 150 Plätze für Hunde. Bevor die Fundtiere dort unterkommen, müssen sie zuvor allerdings in Quarantäne gehalten werden. Diese Kapazitäten seien aktuell voll ausgeschöpft, so Sperlich weiter.

Elf Fundhunde wieder von ihren Besitzern abgeholt

Von den bisher 20 Neuankömmlingen wurden elf von ihren Besitzern wieder abgeholt. Sperlich: „Offenbar war in diesen Fällen der Vierbeiner entlaufen.“ Bei den anderen Fällen müsste davon ausgegangen werden, dass sie bewusst ausgesetzt wurden. Manche Hundehalter würden einfach verreisen, ohne ihr Tier in eine Hundepension abzugeben.

Das Aussetzen oder Zurücklassen eines Haustieres durch Umzug oder Reise kann gemäß dem Tierschutzgesetz mit einer hohen Geldbuße oder sogar einer Haftstrafe geahndet werden. Nur müsse diese Absicht erst einmal bewiesen werden – das sei für das Breitenfelder Tierheim oftmals schwer, so Sperlich.

Jährlich 100 000 Euro für Tierarztrechnungen

Pro Jahr zahle das Tierheim Leipzig bis zu 100 000 Euro für Tierarztrechnungen. Die Zahl der Fundtiere sei zwar insgesamt leicht gesunken, weil Haustiere mittlerweile via Facebook und Ebay die Besitzer wechseln würden, aber die echten Problemfälle landeten doch im Tierheim.

Auch in den hiesigen Hundehotels sind die Kapazitätsgrenzen erreicht, zum Beispiel in der Leipziger Tagesstätte und Hundepension „Hunde-Pfote“. Die gesamte Anzahl der 18 Plätze sei derzeit belegt, sagt Mitarbeiter Dirk Merseburger. Neben Tagesgäste-Hunden von Berufstätigen kümmere man sich dort auch um viele Vierbeiner von Wochenend- und Langzeiturlaubern.

Prekäre Situation für Schlangen und Schildkröten

„Wir schleifen an der Schmerzgrenze in allen Bereichen“, bekennt Tierheim-Chef Sperlich. Besonders prekär sei die Lage aufgrund des Landschildkröten- und Schlangen-Fundus. Das Breitenfelder Tierheim sei noch immer mit dem „Animal Hording“-Fund vom August 2015 beschäftigt: Bei einem krankhaft sammelnden Halter aus Leipzig wurden 108 Tiere sicher gestellt – darunter 47 Vogelspinnen und 26 Schlangen.

„Ab einer gewissen Größe von fünf Metern will die Tigerpython keiner mehr halten“, klagt Sperlich. Solche großen Schlangen seien in der Vergangenheit oft wegen Schaukämpfen gehalten worden. Auch die kleinere Königspython mit ihren zwei Metern Länge befände sich in Obhut von Sperlich und dessen Team.

Annahmestopp von Haustieren

Mittlerweile muss das Breitenfelder Tierheim die Annahme von Haustieren verweigern. „Nicht, weil wir nicht mehr helfen wollen, sondern weil schlichtweg der Quarantäne-Platz fehlt,“ so Sperlich. Privatabgaben könnten gegenwärtig nur noch im Extremfall (etwa, wenn „eine menschliche Katastrophe“ vorliege), akzeptiert werden. „Das Argument, das Tier aber wegen der eigenen Berufstätigkeit nicht halten zu können, kann vorerst nicht berücksichtigt werden“, stellt Sperlich klar.

Von Melanie Steitz

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