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Lokales Futuristische Niemeyer-Kugel in Leipzig nimmt Gestalt an
Leipzig Lokales Futuristische Niemeyer-Kugel in Leipzig nimmt Gestalt an
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15:19 13.04.2018
Niemeyer-Neubau im Kirow-Werk in Leipzig. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

 Oscar Niemeyer war einer der berühmtesten Architekten der Moderne, weltweit wird sein Name mit überaus visionärer Baukunst verbunden. Im Leipziger Westen entsteht derzeit ein Gebäude, das der 2012 verstorbene Brasilianer noch kurz vor seinem Tod entworfen hat. Obwohl die im vergangenen Jahr begonnenen Arbeiten noch nicht abgeschlossen sind, können Interessierte an diesem Wochenende schon einen Blick in die neue „Niemeyer-Sphere“ riskieren.

Der Entwurf des Brasilianers entsteht auf dem Gelände der Kirow-Werke im Stadtteil Neulindenau, unweit der Baumwollspinnerei, und soll ein bestehendes Gebäude erweitern. Und diese Erweiterung hat es in sich: An der Ecke einer bestehenden Werkshalle wird eine zwölf Meter breite, futuristische Kugel aus Beton und Glas angebracht, die künftig den Kirow-Werken als Restaurant dienen soll. „Wir sind noch im Rohbau, die äußeren Sichtbeton-Anteile der Kugel sind inzwischen aber komplett betoniert, es fehlt noch eine Zwischendecke und eine Freitreppe“, erzählt Harald Kern, ausführender Architekt, gegenüber LVZ.de.

Unweit der Baumwollspinnerei wird seit Monaten an einem echten Oscar Niemeyer gearbeitet. Ein futuristischer Kugelbau soll künftig als Restaurant der Kirow-Werke dienen.

Der Rohbau werde mit Ortbeton in Sichtbetonqualität erstellt und ist derzeit noch hinter einem riesigen Gerüst mit verfahrbarem Dach versteckt. „Später kommen unter anderem die Stahlglas-Fassade, die Haustechnik, der Innenausbau und die Dachterrasse hinzu. Bei einem solchen Unikatbau ist es schwierig, einen genauen Termin der Fertigstellung zu nennen, aber bis zum Frühjahr 2019 werden wir fertig sein“, so Kern weiter.

Niemeyer-Cafe-Neubau in den Kirow-Werk in Leipzig. Auf dem Bild Architekt Harald Kern. Quelle: Dirk Knofe

Kirow-Chef knüpfte Kontakt nach Brasilien

Dass das Spätwerk Niemeyers überhaupt in Leipzig entstehen kann, ist dem Chef der Kirow-Werke Ludwig Koehne zu verdanken. Der Geschäftsführer des Werks für Eisenbahnkrane und Schlackentransporter schrieb 2011 einen Brief an den Architekten mit der Bitte um einen Entwurf für ein Restaurant, das auf dem Gelände seines Betriebes entstehen soll. Niemeyer lud Koehne nach Brasilien ein, zeichnete mit Filzstift Entwürfe aus verschiedenen Perspektiven.

„Wir hätten den Entwurf von Oscar Niemeyer hier aber allein nicht umsetzen können. Zum Glück hat uns seine rechte Hand, Jair Valera, der seit 1976 mit ihm gearbeitet hatte bei der Weiterentwicklung der Skizzen bis zur Ausführungsplanung unterstützt – es geht um spezifische Proportionen, Linienführung und ums Detail. Ohne ihn wäre eine Niemeyer-gerechte Umsetzung nicht möglich gewesen“, erzählt Architekt Harald Kern.

Der Leipziger war selbst zur Vorbereitung auf die Zusammenarbeit zweimal in Brasilien, hat sich viele der berühmten Niemeyer-Bauten im ganzen Land angeschaut und mit Jair Valera in Rio de Janeira gearbeitet. Danach folgten Gegenbesuche, reiste Niemeyers rechte Hand auch dreimal in die Messestadt, um die Arbeiten zu begleiten, „unter anderem, als die Kugel schon zur Hälfte fertig betoniert war“, sagt Kern.

Am kommenden Samstag und Sonntag ist die Baustelle nun auch für interessierte Leipziger geöffnet. In geführten Baustellenbegehungen soll das Gebäude und seine Entstehung erläutert werden. Treffpunkt für die Führungen jeweils um 13 und 15 Uhr sowie am Samstag auch um 17 Uhr ist die Halle 9 des Kirowwerkes (Spinnereistraße 13). Aus Sicherheitsgründen ist das Betreten der Baustelle für Kinder, Jugendliche und Menschen mit körperlichen Einschränkungen allerdings nicht erlaubt.

Kirow-Chef Ludwig Koehne und Niemeyer-Vertrauter Jair Valera vor einem Modell des Neubaus. Quelle: Dirk Knofe

Von Matthias Puppe

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