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Lokales GRK-Holding holt Leipziger Denkmalpreis zum fünften Mal
Leipzig Lokales GRK-Holding holt Leipziger Denkmalpreis zum fünften Mal
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00:18 12.11.2016
Das Tilia-Carré brachte der GRK-Holding wieder einen Preis. Quelle: Wolfgang Hocquél
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Leipzig

Was die historischen Bauten betrifft, dürfen sich die Leipziger glücklich schätzen. Das wurde gestern zur Verleihung des Hieronymus-Lotter-Preises für Denkmalpflege einmal mehr deutlich. Mit 14 000 Baudenkmälern verfüge die Messestadt über einen deutschlandweit einmaligen Schatz, der vor allem durch privates Engagement behütet werde, so Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos).

22 Bewerbungen gab es diesmal für die von der Kulturstiftung Leipzig vergebene Auszeichnung, erklärte Wolfgang Hocquél, der mit in der sechsköpfigen Jury saß. „Das Niveau der Denkmalpflege in Leipzig ist außerordentlich hoch und natürlich bewerben sich immer nur die, die sich auch wirklich Chancen auf eine Platzierung ausrechnen.“ Umso schwieriger sei es, nur wenige Sieger zu küren.

Aus dieser Verlegenheit half bei der mittlerweile 16. Ausgabe (der undotierte Preis wird seit 1998 vergeben, seit längerer Zeit im zweijährigen Rhythmus) eine Änderung. Es wurde kein Erster, Zweiter und Dritter benannt, sondern drei gleichberechtigte Gewinner gewürdigt. Wie gehabt, erhält aber jeder eine Bronze-Plakette, die in der Leipziger Eisengießerei Noack an der Kochstraße entstanden ist.

Das Leipziger Unternehmen GRK-Holding trug nun (nach 2006, 2010 und 2014) schon zum vierten Mal eine solche Plakette davon. Außerdem erhielt es im Jahr 2008 eine Anerkennung. Mit insgesamt fünf Auszeichnungen ist es absoluter Spitzenreiter in der Geschichte des Hieronymus-Lotter-Preises, gratulierte Leipzigs oberster Denkmalschützer Norbert Baron. „Auch in der jüngsten Einreichungszeit wurden durch die GRK-Holding mehrere Wohnanlagen in preiswürdiger Qualität saniert.“ Zu ihrem Favoriten wählte die Jury das Tilia-Carré I und II, eine Art-déco-Anlage aus den „Goldenen Zwanzigern“ in Eutritzsch. Nach Plänen des Architekturbüros Homuth+Partner wurden die Häuser mit 228 Wohnungen für 43 Millionen Euro saniert. Und dabei die Loggien an den Hoffassaden in traditioneller Bauweise so geschickt vergrößert, dass sie den homogenen Gesamteindruck nicht stören, erläuterte Baron.

Eine weitere Plakette ging an Grit Heinke und Jan Alpers, die nach dem Kauf einer Villa am Rande von Eutritzsch beschlossen hatten, die dort 1953 entfernte Fassade zu rekonstruieren. In der Mörikestraße 9 konnten sie zuvor stets auf ein exakt baugleiches Haus schauen, das die vor 140 Jahren durch Max Bösenberg gestaltete Fassade noch besaß, so Alberto Schwarz vom Landesamt für Denkmalpflege. Die Firma Stuck Barthelmes habe bei diesem Projekt großartig geholfen.

Die dritte Plakette dürfte bald am „Kaiserlichen Postamt“ sowie dem Nachbargebäude in der Ossietzkystraße 33/35 zu besichtigen sein. Über die Rettung dieser Schönefelder Baudenkmäler durch die Einheimischen Antje und René Krause hatte die LVZ jüngst ausführlich berichtet.

Anerkennungen sprach die Jury überdies dem Capa-Haus in Lindenau, dem kleinen Fachwerkgebäude am Eingang der Wendischen Höfe in Wahren und der Käthe-Kollwitz-Straße 6 (Bauherr Johann Wagnermeyer / Kalkof Architekten) aus.

Von Jens Rometsch

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