Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales GRK Holding schafft in Leipzig Hunderte neue Wohnungen
Leipzig Lokales GRK Holding schafft in Leipzig Hunderte neue Wohnungen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:12 16.03.2016
Die Geschichte der Stahmelner Wassermühle reicht bis ins Jahr 1486 zurück. Nun soll aus dem einstmals zweitgrößten Getreidemehlproduzenten in Sachsen eine – hier abgebildete – Wohnanlage für Familien werden.  Quelle: GRK Holding
Anzeige
Leipzig

Eine alte Wassermühle, historische Kasernen, Mietshäuser oder eine frühere Buchbinderei – rund 800 Wohnungen hat der Leipziger Projektentwickler GRK Holding AG zurzeit in der Messestadt in Arbeit. LVZ.de stellt die wichtigsten Projekte in den Ortsteilen Stahmeln, Eutritzsch, Gohlis und Reudnitz vor.

Im Sommer soll die Sanierung der Stahmelner Mühlenwerke für 25 Millionen Euro beginnen. Das zweieinhalb Hektar große Grundstück liegt idyllisch mitten im Wald, auf einer Insel zwischen der Weißen Elster und dem Elstermühlgraben. GRK erwarb es erst vor wenigen Wochen von der Saxonia Mühlenwerke Leipzig-Stahmeln GmbH. Nun werden dort 65 Wohnungen in denkmalgeschützten Gemäuern eingerichtet, anderes abgerissen, erklärt Geschäftsführer Torsten Kracht. „Das 35 Meter hohe, historische Silo-Gebäude wird natürlich ein Wahrzeichen des Ortsteils bleiben. Den Beton im Hof wandeln wir in eine Grünanlage um“, sagt der 48-Jährige. Die Vermarktung der Eigentumswohnungen (50 bis 280 Quadratmeter) laufe schon.

Zur Galerie
Die Geschichte der Stahmelner Wassermühle reicht bis ins Jahr 1486 zurück. Nun soll aus dem einstmals zweitgrößten Getreidemehlproduzenten in Sachsen eine – hier abgebildete – Wohnanlage für Familien werden.

1486 wurde die Wassermühle erstmals in einer Zinsschrift erwähnt. Die heutigen Bauten stammen zum Großteil aus der Ära von Franz Lucke (1857 bis 1929), der mehrere Wassermühlen in Leipzig betrieb und Stahmeln – mit Hilfe von Dampfturbinen – zur zweitgrößten Anlage in Sachsen erweiterte. Obwohl die Mühlenwerke, in denen bis 2012 produziert wurde, eher an ein Schloss mit Ehrenhof erinnern, sollen dort künftig vor allem Familien mit normalem Einkommen leben, so Kracht. „Wir hoffen, auf dem Gelände noch einen Abenteuerspielplatz und einen Bootssteg anlegen zu können.“ Ein Teil des Stroms soll von dem kleinen Wasserkraftwerk vor Ort kommen, welches separat verpachtet wurde.

An der Dessauer Straße erstrahlt die Fassade des früheren Lagerhauses der Rudolph Karstadt AG (erbaut 1928) bereits wieder in leuchtendem Rot. Unter dem Namen „Castellum“ hat GRK hier Pläne aus dem Jahr 1930 aufgegriffen – damals sollten hinter der „Bunt-Klinkerverblendung“ Heimstätten für Karstadt-Mitarbeiter entstehen, was aber nicht verwirklicht wurde. Voraussichtlich im Juli werden nun 75 Loftquartiere (samt vier Penthousewohnungen), Tiefgarage und Außenstellplätzen fertig, erläutert der Geschäftsführer.

Noch schneller gehe es beim zweiten Abschnitt des Tilia-Carrés, das ebenfalls in Eutritzsch steht, aber schon lange ungenutzt verfiel. In zwei Monaten könnten die ersten Mieter in das viergeschossige Ensemble an der Bonhoeffer-, Heinicke- und Gedickestraße einziehen. 120 Wohnungen, die Architekt Fritz Riemann in den Zwanzigerjahren für eine gemeinnützige Baugenossenschaft schuf, hat GRK im aktuellen Bereich saniert. Zuvor waren es 108 Wohnungen im ersten Abschnitt des Tilia-Carrés an der Wittenberger Straße. Insgesamt hat das Unternehmen dort 42 Millionen Euro investiert.

Vor wenigen Tagen begonnen wurden zudem die Arbeiten an einem ganz ähnlichen Carré in Gohlis. Es liegt an der Otto-Adam-, Wilhelm-Plesse- und Virchowstraße, steht seit langer Zeit leer und wechselte mehrfach den Besitzer. 148 Wohnungen in diesem Baudenkmal (ebenfalls von Architekt Fritz Riemann, allerdings erst 1934 entworfen) harren jetzt der Wiederbelebung. 36 Millionen Euro sind für das Gohlis-Carré kalkuliert, wobei ganz am Schluss noch ein Neubau mit 20 Quartieren in einer Lücke folgen soll, die der Zweite Weltkrieg in den Block riss.

Im Gohliser Quartier „Siebengrün“ (der früheren Theodor-Körner-Kaserne) geht GRK ein außergewöhnliches Projekt an. Aus der früheren Reithalle, die zuletzt als Fußballfeld für die Bundeswehr diente, werden zehn Stadthäuser (mit je drei Ebenen) sowie 13 Wohnungen geschnitten. Kracht: „Die Nachfrage ist extrem hoch, weil das gewissermaßen den Schlussstein für das ganze Quartier darstellen wird.“

Für die Umwandlung der ehemaligen Heeresbäckerei gleich um die Ecke laufe das Bebauungsplan-Verfahren der Kommune voraussichtlich bis in den Spätsommer. Danach sollen aus den um 1890 entstandenen Bauten für 60 Millionen Euro etwa 300 Wohnungen gezaubert werden, ergänzt um 100 Quartiere in Neubauten.

„Wir begehen in diesem Jahr unset 25. Firmenjubiläum. In dieser Zeit hat GRK in Leipzig 320.000 Quadratmeter Wohnflächen im Altbau saniert“, sagt Kracht. „Und zwar meist zu mittleren Preisen.“ Vom Wahrener Rundling bis zur Zwickauer Straße: Tausende Einwohner fühlten sich heute in den Häusern wohl.

Selbiges werde auch für die 1910 errichtete „Großbuchbinderei Heinrich Sperling“ in der Oststraße 24 gelten. GRK hat soeben den Umbau zu 85 Wohnungen samt einer Tiefgarage im Hof gestartet. Zu DDR-Zeiten befanden sich in dem Reudnitzer Fünfgeschosser mit viel Fassadenschmuck und schmiedeeisernem Tor noch die Druckerei Richard Hahn und der Schaubeck-Verlag. Später wurde das Gebäude als ein Zweitbetrieb der Druckerei der Leipziger Volkszeitung genutzt.

Von Jens Rometsch

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das Hochwasser im Jahr 2013 hat auch in Leipzig seine Spuren hinterlassen. Damals wurde unter anderem der Damm am Silbersee beschädigt. Damit das Staubauwerk wieder den Anforderungen entspricht, wird es nun erneuert.

29.02.2016

Am Montagmorgen lief der Verkehr noch fast uneingeschränkt. Doch an der Georg-Schumann-Straße wird bis Dezember gebaut. Autos müssen stadtauswärts Umleitungen einplanen.

29.02.2016

Vor 20 Jahren wurde sie gründlich renoviert, zuletzt intensiv als Flüchtlingsunterkunft genutzt. Jetzt ist klar: Die Ernst-Grube-Halle bekommt einen komplett neuen Hallenboden.

29.02.2016
Anzeige