Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 11 ° wolkig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland RND

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Ganz große Orgel – Leipzig bekommt ein Schmuckstück

Paulinum Ganz große Orgel – Leipzig bekommt ein Schmuckstück

Der kommende 26. Februar wird ohne Frage ein ganz großer Tag. Die Jehmlich-Orgel wird fertig gestellt und intoniert sein. Sie kann somit erklingen. Freilich für die folgende Zeit nur hinter geschlossenen Türen und zur Probe. Erst wenn das Paulinum eingeweiht werden kann, ist die Orgel ein neues öffentliches Instrument für die Musikstadt Leipzig. Am Mittwoch wurde sie vorgestellt.

Die Firma Jehmlich baut derzeit ihr Instrument ins Paulinum ein.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Die Vorstellung der Großen Orgel für das Paulinum beginnt mit einem „leider“. Petra Förster, Leipziger Chefin des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement, nimmt dieses Wort in den Mund und teilt mit, dass sie „leider“ noch immer Hausherrin eines Baues ist, der eigentlich schon 2009 hätte fertig sein sollen. Wann Einweihung gefeiert werden kann, steht auch heute nicht fest. Das Problem ist die Verkleidung der Säulen, die laut Förster die Glasindustrie vor echte Herausforderungen stellt. Nunmehr wurde schon das sechste Modell angefertigt, im Januar wird darüber befunden. Es gibt, so Förster, „endlich die berechtigte Hoffnung für die Lösung“.

Der Aula-Kirche-Bau strahlt hell. Von Baustelle ist kaum mehr eine Spur. Sogar die meisten der Sitzmöbel stehen schon drin. Auf der Westempore bauen die Fachleute der Firma Jehmlich ihre Orgel auf und ein. Es ist laut Ralf Jehmlich, seit 2006 in sechster Generation der Geschäftsführer des Dresdner Handwerksbetriebes, das Opus 1161 der seit 1808 bestehenden Firma. Wenn am 26. Februar 2016 die Orgel abgenommen wird, werden die Orgelbauer summa summarum 12.000 Arbeitsstunden mit der Paulinum-Orgel zugebracht haben.

Einige Daten und Fakten des Instruments, das sich die Universität Leipzig eine Million Euro kosten lässt: 46 Register, 2951 Pfeifen, die kleinste Pfeife misst sieben Millimeter, die größte sechs Meter, höchste wie tiefste Töne, die das menschliche Gehör vernehmen kann, können erklingen. Die Orgel ist zehn Meter hoch, das Gehäuse aus Nadelholz, weiß lackiert, der Spieltisch aus Kirschbaum, naturbelassen. Die technische Ausstattung der Orgel ist beeindruckend, ganz einfach: High-Tech für die Musik. Die allgemeinen Anforderungen umreißt Jehmlich: „Das Instrument wird sich in die Orgellandschaft Leipzigs einpassen und eine stilistische Lücke schließen. Gewünscht war eine Bezugnahme auf die Disposition des von 1711 bis 1716 gebauten Instruments des Leipziger Universitätsorgelbauers Johann Scheibe. Dem sind wir gefolgt, freilich mit zeitgemäßer Auseinandersetzung und Weiterentwicklung.“

Universitätsmusikdirektor David Timm ist die Freude auf das Kommende anzusehen. Er erinnert zunächst an die Sprengung der Universitätskirche im Mai 1968 und an den legendären Organisten Robert Köbler, der bis zuletzt in der Universitätskirche St. Pauli spielte. Die neue Orgel wird laut Timm dazu beitragen, die Wunde ihrer Vernichtung zu heilen. Universitätsorganist Daniel Beilschmidt redet in höchsten Tönen und würde doch zu gern schon spielen. Er weiß, was er aufführen wird, natürlich die Klassiker, Bach, Mendelssohn, Reger, doch so ein Instrument bietet ja auch ungeahnte Möglichkeiten. „Wir freuen uns sehr auf diese Orgel“, sagen die Musikanten unisono. Die Anforderungen an das neue Instrument gehen weit über die einer Kirchenorgel hinaus. Gebraucht wird ein Instrument für Gottesdienste und Konzerte, für die Nutzung der Universitätsmusik, für wissenschaftliche und festliche Anlässe der Alma mater. Das Instrument soll dem Leitbild der Universität „Aus Tradition Grenzen überschreiten“ folgen und diesen Anspruch innovativ umsetzen.

Der kommende 26. Februar wird für David Timm und Daniel Beilschmidt ohne Frage ein ganz großer Tag. Die Jehmlich-Orgel wird fertig gestellt und intoniert sein. Sie kann somit erklingen. Freilich für die folgende Zeit nur hinter geschlossenen Türen und zur Probe. Erst wenn das Paulinum eingeweiht werden kann, ist die Orgel ein neues öffentliches Instrument für die Musikstadt Leipzig. Sie wird die außergewöhnliche Architektur von Erick van Egeraat in besonderem Maße zieren.

Von Thomas Mayer

Leipzig Augustusplatz 51.3389335 12.380981
Leipzig Augustusplatz
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr

  • Leipziger Straba früher und heute

    Die LVB und die LVZ starteten einen Aufruf: Wir suchten Fotos von historischen Straßenbahnen in Leipzig. Viele schöne Bilder haben uns erreicht. Bl... mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Titanic" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Titanic-Panorama im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr

Wie weiter nach der Grundschule? Unsere Übersicht aller Gymnasien, Oberschulen und Freien Schulen in Leipzig will Eltern bei der Auswahl der passenden Bildungseinrichtung für ihr Kind unterstützen. mehr

  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • Leipzig-Album
    Leipzig-Album

    Welche Ereignisse sind den Bürgern der Messestadt besonders in Erinnerung geblieben, welche Orte oder Gebäude sind verschwunden oder haben sich gew... mehr

In einer sechsteiligen Reportage-Serie begeben wir uns auf einen Streifzug durch die letzten „Lost Places“ von Leipzig. In Teil 4 erkunden wir zusammen mit ehemaligen Mitarbeitern das Industriekraftwerk Kleinzschocher. mehr

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Probieren Sie es aus im Spieleportal von LVZ.de. mehr