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Garderoben und Probenraum - Finanzspritze für die Musikalische Komödie

Garderoben und Probenraum - Finanzspritze für die Musikalische Komödie

Nun geht es endlich los: Die Künstler der Musikalischen Komödie (Muko) bekommen neue Garderoben. Das Nachbargebäude Dreilindenstraße 24 wird für 2,12 Millionen Euro saniert.

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Beliebt beim Publikum: die Musikalische Komödie. Doch sie muss dringend saniert werden. Mitte Juli soll der Ausbau des Nachbarhauses in der Dreilindenstraße 24 starten.

Quelle: André Kempner

Der Verwaltungsausschuss des Stadtrates bewilligte gestern einstimmig das Geld. Baubeginn ist Mitte Juli.

Kein Fenster, dafür Rost, Schimmel und stickige Luft - im Keller müssen sich die Künstler, die auf der Bühne der Musikalischen Komödie stehen, umziehen und schminken. In den Duschen brechen teilweise die Fliesen raus, die sich ohnehin kaum noch scheuern lassen. Bei starkem Regen oder bei steigendem Grundwasser wird der Keller sogar regelmäßig geflutet. Unhaltbare Zustände herrschen "in den Katakomben" der beim Publikum beliebten Spielstätte. Bis 2016 soll sich das nun aber ändern. Das Nachbarhaus Dreilindenstraße 24, das die Stadt vorsorglich bereits im Jahr 1995 erworben hat, kann jetzt saniert und umgebaut werden. "Für uns hat das eine sehr große Bedeutung. Es ist ein eindeutiges Bekenntnis zur Spielstätte Musikalische Komödie", freut sich Ulrich Jagels, der Verwaltungsdirektor der Oper Leipzig.

Die Pläne fürs 1905 errichtete Wohnhaus Dreilindenstraße 24 liegen seit Jahren auf Eis - wegen Geldmangels. Nun wird es vom Hausschwamm befreit, es können ordentliche Garderoben sowie dazugehörige Arbeitsräume eingerichtet werden. Geplant ist, auf dem Dachboden den Fundus unterzubringen sowie das Dachgeschoss als Probenraum auszubauen. Dadurch wird der Venus-Saal frei, in dem Sänger und Musiker derzeit proben, und kann für zusätzliche Veranstaltungen genutzt werden.

Die Holztreppe im ehemaligen Wohnhaus wird durch eine nicht brennbare Konstruktion ersetzt, außerdem ist ein Anbau für ein zweites notwendiges Treppenhaus mit Fahrstuhl vorgesehen. Ein eingeschossiger Neubau soll zudem die Verbindung mit dem Bühnengebäude sichern. Vorgesehen ist auch, die zur Straße gewandte Klinker- und Stuckfassade des alten Hauses denkmalgerecht aufzuarbeiten. Die Maßnahme ist erforderlich, um den Betrieb der Muko dauerhaft abzusichern sowie Auflagen der Hygiene und des Brandschutzes zu erfüllen. Das Projekt kostet rund 2,1 Millionen Euro, dabei rechnet die Stadt mit Fördermitteln von gut 1,8 Millionen Euro. Baustart soll spätestens Mitte Juli sein, weil das Geld fristgemäß abgerechnet werden muss.

Das Gebäude der Muko, eines der wenigen in Deutschland noch existierenden Operettentheater, stammt aus dem Jahre 1912. Sein Sicherheitsniveau entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen. Zuletzt wurde die Notbeleuchtung komplett erneuert, für weitere Investitionen fehlt aber das Geld. So ist der Rang gesperrt. Notwendig ist der Bau eines Funktionsgebäudes. Die Requisiten sind derzeit auf verschiedene Lager verteilt. Bei jeder Vorstellung bringen Lastwagen die Dekos zur Spielstätte und holen sie hinterher wieder ab. Wann das Problem gelöst wird, ist offen. Der Investitionsstau in der Muko wurde zuletzt mit gut 15 Millionen Euro beziffert.

 

 

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 03.04.2014

Orbeck, Matthias

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