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Gartenschau in Leipzig: FDP will Bewerbung neu prüfen lassen - "Jung hat Auftrag nicht erfüllt"

Gartenschau in Leipzig: FDP will Bewerbung neu prüfen lassen - "Jung hat Auftrag nicht erfüllt"

Was haben Cottbus, Magdeburg, Potsdam, Rostock und Schwerin gemeinsam? Sie alle liegen im Osten Deutschlands - und sie waren schon mal Ausrichter von Gartenschauen.

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Das Gebiet um den Auensee kommt als Standort in Frage.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Die Havelregion wird es 2015, Erfurt 2021 sein. Und Leipzig, die Stadt, die einst die Olympischen Spiele an die Pleiße holen und sich dafür mit Metropolen wie London und Paris messen wollte? Leipzig kapituliert vor den finanziellen Risiken eines großen Gartenfestivals.

Die FDP-Fraktion im Stadtrat will das nicht hinnehmen. Sie fordert Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) auf, eine Bewerbung für die Bundesgartenschau (Buga) ernsthaft zu prüfen. Die Liberalen kritisieren das bisherige Engagement der Stadtverwaltung bei diesem Thema. „Die in einer Verwaltungsvorlage dargelegten Prüfergebnisse sind lediglich eine Fortschreibung einer alten Untersuchung zu einer Internationalen Gartenschau (Iga)“, erklärte die stellvertretende Fraktionschefin, Isabell Siebert, am Sonntag. Genau genommen enthalte die Vorlage keinerlei neue Erkenntnisse, der Oberbürgermeister habe den Auftrag des Stadtrates nicht erfüllt.

Das findet auch CDU-Stadträtin Sabine Heymann. Für sie sieht es so aus, als hätte die Verwaltung jetzt nur ihre Schreibtische ausgemistet. „Eigentlich wurde gar nichts geprüft“, kritisiert sie. Vier von fünf Seiten der Bewertung befassen sich mit der Geschichte der Gartenschauen und der Prüfstudie von vor 13 Jahren. Den Vorschlag aber, durch Buga oder Iga ein neues Naherholungsgebiet entlang der Neuen Luppe bis zum Elsterbecken zu schaffen, habe die Verwaltung schlicht ignoriert. Denn Ausrichterstädte von Gartenschauen erhoffen sich längst nicht nur einen Schub für Gastronomie, Hotellerie und Einzelhandel.

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Radfahrer und Spaziergänger im Auwald.

Quelle: André Kempner

Koblenz, wo die Buga 2011 stattfand, zählte 3,5 Millionen Besucher, machte einen Gewinn von 13 Millionen Euro. Nach Schwerin kamen 2009 immerhin 1,9 Millionen Besucher, die Buga dort schloss mit einem Plus von drei Millionen Euro ab. Vor allem lieferten Gartenschauen aber Impulse zur Umsetzung von Infrastrukturprojekten, oft verwandelten sich Brachen in schöne Parks.

Für Leipzig sieht das Umweltdezernat diesen Bedarf nicht. Zwischen Palmgartenwehr und Auensee habe sich in den vergangenen Jahren viel getan. Das Areal sei heute Vogelschutzgebiet, der Auensee werde als Naherholungsgebiet entwickelt und die Sanierung des Gewässers laufe ebenfalls.

Vor einem Jahr hatte die CDU vorgeschlagen, Leipzig möge sich für die Buga 2025 oder die Iga 2027 bewerben. Der Stadtrat beauftragte die Verwaltung, eine Bewerbung zu prüfen. Vor allem der Norden zwischen Elsterbecken und Auensee, so die Intention, könnte von einer halbjährigen Gartenschau profitieren.

Doch das sieht man im Rathaus völlig anders, wie aus der „Risikobewertung“ hervorgeht, die das Umweltdezernat im Februar dem Stadtrat zur Abstimmung vorlegen will.

Danach stehe in Leipzig „kein zusammenhängendes oder in räumlicher Nähe befindliches Gesamtareal“ zur Verfügung. Zudem wird auf eine Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2000 verwiesen. Damals war die Möglichkeit einer Bewerbung für die Iga 2013 verworfen worden, weil Leipzig mit Kosten zwischen 82 und 148 Millionen Euro rechnete. Das erschien finanziell zu riskant. Daran habe sich bis heute nichts geändert.

Siebert und ihre liberalen Fraktionskollegen wollen im Stadtrat einen abgeänderten Beschlusstext durchsetzen. Danach soll nun auch eine Buga-Bewerbung für 2025 genau geprüft werden. „Insbesondere die Erfahrung bei abgeschlossenen und noch laufenden Gartenschauprojekten müssen darin einfließen“, so Siebert. Zudem sei es sicher nicht zu viel verlangt, wenn Jung den Freistaat und andere mögliche Förderer anfragt, ob man eine Buga in Leipzig finanziell unterstützen würde.

Matthias Roth/Klaus Staeubert

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