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Lokales Gartenvorstadt Marienbrunn wird 100 Jahre alt - Leipziger Stadtteil feiert Geburtstag
Leipzig Lokales Gartenvorstadt Marienbrunn wird 100 Jahre alt - Leipziger Stadtteil feiert Geburtstag
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01:00 30.08.2013
Die Gartenvorstadt Marienbrunn wird 100 Jahre alt. Blick in die Strasse Denkmalsblick, an der Ecke Arminiushof. Quelle: Andreas Döring

Sie geht auf die Internationale Baufachausstellung (IBA) 1913 zurück. Am Sonnabend wird der 100. Geburtstag beim Marienbrunnfest gefeiert.

Ihre Existenz verdankt die Gartenvorstadt dem damaligen Stadtbauinspektor Hans Strobel. Der wollte keine Gartenmodellstadt, die nur zeitweise für Besucher der IBA nahe der Messe errichtet wird. Fortschrittliche Architekten hatten bereits in England die Gartenstadtidee entwickelt. Statt in dunklen, engen Arbeiter-Quartieren, wie um die Jahrhundertwende als Begleiterscheinung der Industrialisierung und des großen Bedarfs an Wohnraum üblich, sollten auch weniger Betuchte die Chance erhalten, in grünem Umfeld zu leben. So entstand die Idee, eine Siedlung mit Reihenhausbebauung zu entwickeln. Namhafte Architekten wie Hänsel, Tschammer und Weidenbach unterstützen die Pläne. Im November 1911 gründete sich die Gartenvorstadt Leipzig-Marienbrunn GmbH. Neun Architekten wurden ausgewählt, "Referenzobjekte" zu planen und Baugruppen zu gestalten. Rund um den Arminiushof wuchs in neun Monaten bis zum Beginn der IBA am 3. Mai 1913 eine Siedlung. Die Gartenvorstadt umfasste 72 Gebäude mit 139 Wohnungen, die vermietet wurden. Kleine Läden sicherten die Versorgung, auch ein Gasthaus mit Fleischerei entstand. Nach 1915 folgten weitere Häuser, aufgrund des Ersten Weltkriegs konnten zunächst aber nicht alle Pläne umgesetzt werden. In den 1920er-Jahren begann nördlich der Straße An der Tabaksmühle der Bau einer Siedlung mit Einzel- und Doppelhäusern mit "Selbstversorgergärten". Nach 22-jähriger Bauzeit ist schließlich die stattliche Anzahl von 340 Wohnungen in 145 Gebäuden - darunter auch Mehrfamilienhäuser - erreicht. Anfang der 1930er-Jahre gab es an der Märchenwiese die Ausflugsgaststätte "Märchenschlößchen", die beim Luftangriff am 4. Dezember 1943 aber ausbrannte.

Viele Details über die Geschichte des Viertels sind in einer Broschüre nachzulesen, die der Verein der Freunde von Marienbrunn herausgegeben hat. Sie ist beim Marienbrunnfest erhältlich, mit dem der 100. Geburtstag gefeiert wird. Es beginnt morgen, 14 Uhr, auf dem Arminushof.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.08.2013

Mathias Orbeck

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