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Gedenkmarsch für ermordeten Kamal K. am Samstag durch Leipzig

Opfer rechter Gewalt Gedenkmarsch für ermordeten Kamal K. am Samstag durch Leipzig

Am kommenden Samstagnachmittag erinnert die Initiative „Rassismus tötet“ mit einer Demonstration durch die Leipziger Innenstadt an den 2010 von Neonazis in Leipzig ermordeten Iraker Kamal K. und andere Opfer rechter Gewalt.

Kerzen am Gedenkstein für Kamal K. im kleinen Park gegenüber des Leipziger Hauptbahnhofes.
 

Quelle: Christian Modla

Leipzig.  Vor fünf Jahren, am 25. Oktober 2010, wurde der Iraker Kamal K. von zwei Rechtsextremen vor dem Leipziger Hauptbahnhof ermordet. Die Initiative „Rassismus tötet“ ruft am Samstag zur Gedenkdemonstration durch die Innenstadt auf und will dabei auch an andere Opfer in der Messestadt erinnern. „Kamal K. ist lediglich eines von mindestens zehn Todesopfern rechter Gewalt seit 1990 in Leipzig. Alle wurden aufgrund von rassistischer, sozialdarwinistischer oder homosexuellenfeindlichen Einstellungen der Täter ermordet“, so Initiativen-Sprecherin Miriam Schleicher in einer Mitteilung.

Der Aufzug am Samstag soll ab 14 Uhr erst vom Marktplatz über Brühl und Richard-Wagner-Straße zum Gedenkstein für den damals 19-jährigen Kamal K. gegenüber der Osthalle des Hauptbahnhofes. Hier sind Redebeiträge geplant. Anschließend geht es via Goethestraße zum Augustusplatz, dann zum Simsonplatz vor dem Bundesverwaltungsgericht und schließlich über Harkort- und Riemannstraße bis zum Bayrischen Platz. Verkehrsteilnehmer müssen bis 16 Uhr mit Behinderungen rechnen.

Kamal K. wurde in den Morgenstunden des 25. Oktober 2010 von den Neonazis Daniel K. und Marcus E. vor dem Hauptbahnhof erstochen. Nach Überzeugung des Gerichts, war der gebürtige Iraker von den beiden Tätern aufgrund seines ausländischen Aussehens erst angepöbelt und anschließend mit einem Messer attackiert worden. Der Haupttäter Marcus E. wurde 2011 zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt, sein Komplize erhielt drei Jahre Freiheitsentzug. Im September 2015 stand E. wegen Vergehen im Gefängnis in Erfurt erneut vor Gericht.

Laut Statistik der Amadeu-Antonio-Stiftung gab es seit 1990 mindestens 178 rechtsmotivierte Morde in der Bundesrepublik. In Leipzig gehören neben Kamal K. dazu auch der 1994 von Skinheads zu Tode geprügelte Klaus R., der 1996 von Rechtsextremen erstochene Bernd G., der 1996 von zwei Skinheads ermordete Achmed B., der 1998 von Neonazis misshandelte Zimmermann Nuno L., der 2003 von einem Kollegen erstochene Thomas K und der 2008 von einem betrunkenen Neonazi zu Tode geprügelte Obdachlose Karl-Heinz T. Darüber hinaus starb 2011 der Obdachlose André K. in einem Leipziger Krankenhaus, nachdem er in Oschatz von Rechtsextremen misshandelt worden war.

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