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Lokales Gefährliche Bootstouren: Palmengartenwehr Sicherheitsrisiko für Wassersportler
Leipzig Lokales Gefährliche Bootstouren: Palmengartenwehr Sicherheitsrisiko für Wassersportler
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23:59 01.07.2014
Am Palmengartenwehr in Leipzig fehlt immer noch die Sicherungsleine. Quelle: André Kempner

"Das Warnkugelseil wird ab 11. Juli installiert", sagte Inge Kunath, Leiterin des städtischen Grünflächenamtes, auf LVZ-Anfrage. Die Montagefirma, die eigentlich im Juni das 90 Meter lange Seil vor dem Wehr spannen sollte, habe die Verzögerungen mit Zulieferschwierigkeiten begründet.

"Es ist zwar erfreulich, dass dort endlich etwas passiert. Aber warum das über ein Jahr dauern musste, ist völlig unerklärlich", so Grünen-Fraktionsvorsitzender Norman Volger. Seine Fraktion hatte erst jüngst mit einer Ratsanfrage an die Stadtverwaltung auf die seit einem Jahr bestehende Sicherheitslücke im Elsterbecken hingewiesen (die LVZ berichtete). Immerhin erfreue sich der Wassertourismus großer Beliebtheit. Doch ohne die Schutzvorkehrung hätten gerade Ortsunkundige kaum eine Chance, die Gefahren des Wehrs mit seinen extremen Strudeln rechtzeitig zu erkennen.

Vor sechs Jahren ereignete sich dort ein tragisches Unglück. Bei einer Regatta im April 2008 war ein mit fünf Kindern besetztes Boot das Wehr hinunter gestürzt und gekentert. Ein zwölfjähriger Junge kam ums Leben. Daraufhin war ein Seil mit Rettungsschaukeln vor dem Wehr installiert worden. Doch das riss beim Juni-Hochwasser 2013 ab. Warum ein Jahr verging, bis die Anlage zumindest provisorisch erneuert wird, begründete Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke) unter anderem mit den Kosten. Die lägen bei 21 000 Euro. Der Zuwendungsbescheid der Landesdirektion sei erst im April gekommen. Außerdem hätten die Statik der nur noch rudimentär vorhandenen Halterungen überprüft und eine Genehmigung bei der Unteren Wasserbehörde neu beantragt werden müssen.

Rosenthal kündigte allerdings an, dass das Provisorium im nächsten Jahr wieder durch eine Anlage mit Rettungsschaukeln ersetzt werde. "Sie ist gegenüber dem alten System, das 2013 verloren ging, technologisch verbessert", so der Bürgermeister.

Die Forderung der Grünen, zudem "weithin sichtbare Warnschilder" direkt am Wehr anzubringen, wies Rosenthal zurück. Dies sei aufgrund des Denkmalschutzstatus des Bauwerks nicht möglich. Es gebe aber Warnhinweise am Gewässerrand. Zu wenig, finden die Grünen. "Wenn es um die Sicherheit von Menschen geht, muss der Denkmalschutz zurücktreten", so Volger.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.07.2014

Klaus Staeubert

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