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Gegen Abrisspläne: Wagenburg-Leute in Leipzig-Connewitz wollen Areal kaufen

Gegen Abrisspläne: Wagenburg-Leute in Leipzig-Connewitz wollen Areal kaufen

Neue Entwicklung in der Leipziger Wagenburg-Szene: Eine Connewitzer Gruppe will das von ihr bewohnte Grundstück in der Fockestraße kaufen. Das Projekt "Focke80" sei aus der Stadtteilkultur nicht mehr wegzudenken sei, so die Initiative.

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"Arbeits-, Wohn- und Kulturprojekt": Wagenplatz in Leipzig-Connewitz.

Quelle: Projekt Focke80

Leipzig. Deshalb wolle man nun Nägel mit Köpfen machen, heißt es in einer Mitteilung. Auslöser für den Schritt sind  Abrisspläne der Stadt.

Schon im ersten Quartal 2015 sollen alte Gebäude auf dem ehemaligen Fabrikgelände weichen. Der Abbruch sei "aus Gründen der Verkehrssicherung und -ordnung" nötig, so die Stadt am Dienstag auf Anfrage von LVZ-Online.

Zwölf Jahre wohnen die Connewitzer Wagenburg-Leute mittlerweile auf dem ehemaligen DDR-Industriegelände in der Fockestraße 80. Die Stadt hatte das Grundstück übergangsweise als Wohnort angeboten, weil die Gemeinschaft nicht länger auf dem Kasernengelände in der Windscheidstraße bleiben konnte. Rund 40 Leute leben auf dem Gelände, etwa 60 Wagen sind aufgestellt, darunter auch Werkstätten und Gemeinschaftsräume.

Nun betonen die Connewitzer: „Unser altes Fabrikgelände ist uns ans Herz gewachsen, und wir möchten es als Industriedenkmal erhalten.“ Man orientiere sich mit den Kaufplänen an funktionierenden, alternativen Projekte, so Karsten Ackner von der "Focke80". Wie die Gießerstraße 16 oder das Zoro in Connewitz könnte auch der Wagenplatz in Gemeinschaftseigentum funktionieren. Ackner verweist auf ein Netzwerk alternativer Stiftungen und Banken, die solche Projekte auch schon in Leipzig unterstützen.

Am Mittwoch soll es ein erstes Gespräch mit der Stadtverwaltung gehen. Dort liege der Fokus aber auf den Abrissplänen für alte Gebäude auf dem Areal, so der Sprecher weiter. Ob der Verkauf an die Wagenleute überhaupt eine Option für die Stadt ist, dazu äußerte sich die Verwaltung verhalten. Noch liege kein Angebot vor. Wenn eines kommt, wird es geprüft, so die Verwaltung auf Nachfrage.

Vor Ort sieht die Lage so aus: Das Gelände ist zum Teil betoniert, und dort seien Stellflächen für Wagen entstanden, schildern die Focke-Leute. In zwei Hallen haben die Bewohner Proben- und Veranstaltungsräume eingerichtet. Insgesamt sei ein Wohn-, Arbeits- und Kulturprojekt entstanden, das weit über die Grenzen Leipzigs hinaus bekannt sei. Im Frühjahr 2013 reichte der Platz auf dem Gelände nicht mal mehr aus, als zu dem Szene-Event „Wagentage“ aus Deutschland und dem Ausland alternative Gefährte in die Messestadt rollten.

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Leipzig. Neue Entwicklung in der Leipziger Wagenburg-Szene: Eine Connewitzer Gruppe will das von ihr bewohnte Grundstück in der Fockestraße kaufen. Das Projekt "Focke80" sei aus der Stadtteilkultur nicht mehr wegzudenken sei, so die Initiative. Deshalb wolle man nun Nägel mit Köpfen machen, heißt es in einer Mitteilung. Auslöser für den Schritt sind Abrisspläne der Stadt.

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Verwaltung sieht offenbar Gefahren durch marode Gebäude

Die Verwaltung hat in den Verhandlungen das Wohnen auf dem Gelände gegen die Zahlung von Nebenkosten zwar immer wieder geduldet. Gleichzeitig schilderten die Bewohner wiederholt, dass die Verwaltung Gebäude abreißen und Flächen entsiegeln wolle. „Es wurde Horrorszenarien von herunterfallenden Backsteinen auf spielende Kleinstkinder immer wieder aufgerollt“, schildern die Bewohner.

Im Mai demonstrierten sie deshalb gemeinsam mit den linken Netzwerk „Bundeskoordination Internationalismus“ (BUKO) für ein „Recht auf Stadt“ auch für alternative Wohnformen. Das Ordnungsamt hatte seinerzeit gegenüber LVZ-Online betont, dass es in dem Konflikt mit den Wagenburg-Bewohnern lediglich um das Recht der Verwaltung ging, überhaupt Zugang zu dem stadteigenen Gelände zu bekommen.

Jetzt scheint der Konflikt erneut an Brisanz gewonnen zu haben – und gleichzeitig zeichnet sich eine Lösung ab. Mit dem Grundstückskauf wollen die Bewohner nach eigenen Angaben Abrisspläne der Stadt durchkreuzen und das Areal einer Vermarktung entziehen. Aus Sicht der Bewohner wird so ein „Biotop für den Pioniergeist“ erhalten, und gerade der mache Leipzig so attraktiv für Kreative. In der aktuellen Erklärung heißt es: „Wir wollen weiterhin ein buntes Pixel in Leipzigs Vielfalt sein.“

Evelyn ter Vehn

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