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Lokales Gegen einen Autofreien Park: Eine Gohliserin kämpft für Stellplätze
Leipzig Lokales Gegen einen Autofreien Park: Eine Gohliserin kämpft für Stellplätze
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23:59 01.04.2014

In Gohlis organisiert eine Frau den Widerstand dagegen: Sie kämpft für den Erhalt von Stellplätzen im Arthur-Bretschneider-Park. In einer Online-Petition hat sie bereits 152 Unterschriften gesammelt.

Martina Langs ist durch Zufall auf die Aktion der Ökolöwen aufmerksam geworden. "Ich habe im Herbst gesehen, wie ein Mann die Parkflächen an der Gottschallstraße ausgemessen hat", erzählt die 56-Jährige ehemalige Wohnungsverwalterin. "Ich habe gefragt, was er da macht, und erfahren, dass die Gottschallstraße im Park abgepollert werden soll. Da bin ich aus allen Wolken gefallen." Denn in der Gottschallstraße parken ständig zwei Dutzend Autos - darunter auch das ihrer Familie. "Wenn dort die Parkplätze verschwinden, wird der Parkdruck ringsrum noch stärker", fürchtet sie. "Dann finden wir nirgendwo mehr einen Parkplatz."

Anfragen im Verkehrs- und Tiefbauamt sowie im Amt für Stadtgrün und Gewässer bestätigten ihre Befürchtungen. Beide Behörden teilten ihr mit, dass sie einen Prüfauftrag bearbeiten, der auf das Abpollern des Straßenabschnitts im Park und die Aufwertung dieser Straßenfläche durch gartenbauliche Maßnahmen zielt. Auslöser dafür sei eine vom Umweltbund Ökolöwe durchgeführte Bürgerbefragung gewesen, bei der der Wunsch geäußert wurde, die beiden Teile des Arthur-Bretschneider-Parks wieder zu verbinden und das Areal so besser erlebbar zu machen. Die Gottschallstraße trenne den Park in zwei Teile und mindere somit den Erholungswert.

Martina Langs sieht dies völlig anders. "Ich wohne seit 15 Jahren direkt am Park und in dieser Zeit gab es hier noch nie ein Unfall", erzählt sie. Denn die Spaziergänger im Park seien auf ganz anderen Wegen unterwegs. "Die parkenden Autos stören niemanden und sie machen auch keinen Lärm", sagt sie. "Das ist alles an den Haaren herbeigezogen." Auch das Geyserhaus benötige die Stellplätze für Veranstaltungen. Außerdem seien in unmittelbarer Nähe drei Straßenzüge unsaniert. "Wenn dort saniert wird, ist ein Verkehrschaos programmiert", fürchtet sie. Und mit Schließung der Gottschallstraße werde der Verkehrslärm nur in andere angrenzende Straßen verlagert und dort gesteigert.

Die Hausfrau zieht deshalb seit Monaten alle Register, um den Verlust der Stellplätze in der Gottschallstraße zu verhindern: Sie hat Flyer angefertigt und sie hinter die Scheibenwischer parkender Autos gesteckt. Auch in viele Hauseingänge hat sie die Infoblätter gehängt. Außerdem hat sie im Internet eine Online-Petition "Für Parken Höhe Gottschallstraße" geschalten, in der sich bislang 152 Gegner der Abpollerung eingetragen haben.

Darüber hinaus hat sie an alle Ratsfraktionen geschrieben und Antwort erhalten. Die Linke teilte ihr mit, dass ihre Bedenken im Ratsausschuss für Stadtentwicklung und Bau angesprochen werden. Die CDU-Fraktion schrieb ihr, dass dies auch geschah und dort von der Stadtverwaltung versichert worden ist, dass es vor der Abpollerung der Gottschallstraße "eine ausgewogene und ergebnisoffene Bürgerbeteiligung" geben wird. Bei dieser könnten sich dann alle interessierten Bürger zu Wort melden - nicht nur die bei "Mach's leiser" Engagierten, so Stadträtin Sabine Heymann (CDU).

Die Ökolöwen betonen, es gebe deutlich mehr Anwohner, die die Verbindung der beiden Parkteile begrüßen. "Vielleicht ist unser Konzept auch bei Frau Langs noch nicht richtig angekommen", vermutet Tino Supplies, verkehrspolitischer Sprecher der Ökolöwen. Der Umweltbund sei gern bereit, ihr die Pläne zu erläutern. Einen Ersatzstellplatz könne man ihr aber nicht anbieten. "Es wird immer jemanden geben, der mit einer Veränderung nicht völlig einverstanden ist", so Supplies.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.04.2014

Tappert, Andreas

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