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Lokales Gegen häusliche Gewalt: Berater aus den Bundesländern vernetzen sich in Leipzig
Leipzig Lokales Gegen häusliche Gewalt: Berater aus den Bundesländern vernetzen sich in Leipzig
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01:00 22.10.2013
Noch bis Dienstag läuft in Leipzig das bundesweite Vernetzungstreffen der Koordinierungsstellen gegen häusliche Gewalt und Stalking. (Symbolfoto) Quelle: dpa

Bis auf Bremen und Brandenburg. Dort "gibt es noch keine solchen Interventionsstrukuren", bedauerte Marlies Sonntag vom organisierenden Leipziger Verein Frauen für Frauen.

Trotzdem: "Wir haben bundesweit rund 400 Frauenhäuser und Schutzwohnungen, 500 Notrufe und Beratungsstellen, 130 Interventionsstellen und so 45 Beratungseinrichtungen für Opfer von Frauenhandel", so Birgit Schweikert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Hinzu kämen auf Länderebene Einrichtungen für Opfer von Stalking, Genitalverstümmelung, Zwangsverheiratung und sexueller Belästigung. "Nur: Im weiteren Ringen gegen Gewalt an Frauen gilt es jegliche Ressourcen zu nutzen. Die Zeiten sind zu hart, um gegeneinander zu arbeiten."

Dass dazu mancherorts noch etwas Überzeugungsarbeit nötig ist, zeigte gestern die Debatte um das bundesweite Hilfetelefon bei häuslicher Gewalt. Seit März gibt es die Gratis-Nummer 08000 116016, per Gesetz auf den Weg gebracht - "wegen des im europäischen Vergleich hohen Gewaltniveaus und weil 80 Prozent der Betroffenen bislang erst mal keine Hilfe suchen". "Wir wollen für mehr Frauen oder Ratsuchende aus ihrem Umfeld früher erreichbar sein - bei allen Formen von Gewalt, auch bei Misshandlung im Pflegebereich und von behinderten Frauen", meinte Petra Söchting, Chefin besagter Bundes-Hotline.

Deren Erst-Infoangebot, vorgehalten auch in 15 weiteren Sprachen, ergänzt um barrierefreie Online- und Chat-Beratung (selbst für Seh-, Lern- und Hörbehinderte), baut auf weitervermittelnde Angebote in den KIS-Strukturen der Länder. Herumgesprochen hat es sich bisher aber kaum. Erst 40 000 Kontakte gab es. "Wir etwa bekamen von da noch keine Betroffenen vermittelt", meinten Teilnehmerinnen aus Leipzig. Die Hamburger Fraktion beklagte, dass ihre Kommunaloberen in der bundesweiten Hotline glatt Einsparpotenzial für ihren regionalen Frauennotruf sahen - und dort die Stellen strichen. "Wobei die regional betriebene Frauennotrufe ja die eigentliche Vorort-Beratungs- und Begleitungsarbeit leisten", unterstrich Marlies Sonntag.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.10.2013

Angelika Raulien

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