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Lokales Geld für marode Riebeckbrücke fehlt
Leipzig Lokales Geld für marode Riebeckbrücke fehlt
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00:37 13.08.2015
Temporeduzierung und verringerte Fahrbahnbreite - die Riebeckbrücke erreicht im nächsten Jahr das Ende ihrer theoretischen Nutzungszeit. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Die Sanierung der maroden Riebeckbrücke in Leipzig entwickelt sich zu einer endlosen Geschichte: Obwohl die Überführung im nächsten Jahr 100 Jahre alt wird und damit das Ende ihrer theoretischen Nutzungszeit erreicht, ist kein Neubau in Sicht. Der Grund: Im Stadthaushalt sind keine Mittel für das Projekt vorhanden.

 Wer sich im Verkehrs- und Tiefbauamt nach den Ursachen dafür erkundigt erfährt, dass die Riebeckstraße im mittelfristigen Investitionsprogramm für Straßen- und Brückenbau nur die Position 91 von 190 Vorhaben einnimmt, die in einem schlechten Zustand sind. Selbst ein Asphaltieren und Markieren von Radfahrstreifen in den Randbereichen der Brücke lehnt die Stadtverwaltung ab. Die Begründung: Dafür würden rund 190.000 Euro benötigt, die vor dem Hintergrund der zahlreichen Aufgaben im Straßenbau nicht aufgebracht werden könnten. Die grüne Ratsfraktion und der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club hatten diese vergleichsweise geringe Investition gefordert, um auf der Brücke wenigstens die Unfallgefahren für Radfahrer zu verringern.

 Die Stadtverwaltung geht mit preisgünstigeren Übergangslösungen gegen den zunehmenden Verfall der maroden Überführung vor: Weil es im Bereich der Brückenrampe einen überalterten Pflasterbelag mit tückischen Unebenheiten gibt, wurde schon vor längerer Zeit eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 30 Stundenkilometern verfügt. Außerdem wurde zum Schutz des Bauwerkes beidseitig auf den Gehwegen ein Anprallschutz aufgebracht, um die Breite der Fahrbahn einzuschränken.

 Der verkehrspolitische Sprecher der grünen Ratsfraktion, Daniel von der Heide, fordert jetzt mehr Fördergeld vom Freistaat Sachsen, um das Trauerspiel an der Riebeckbrücke zu beenden. "Der Fördertopf für Neubauvorhaben ist in Dresden voll gefüllt, während das Geld für Instandsetzungen fehlt", kritisiert von der Heide. Es müsse dringend etwas unternommen werden, denn die Riebeckbrücke verbinde zwei sehr stark frequentierte Kreuzungen und sei daher nicht nur für Radfahrer ein häufiger Unfallschwerpunkt, sondern auch für Motorräder, Laster und Pkw. Darüber hinaus werde sie als Umsteigepunkt für mehrere Straßenbahn- und Buslinien genutzt.

 Wegen der Mittelknappheit liegen im Technischen Rathaus auch die Planungen für die neue Brücke auf Eis. Dabei haben die Planer bereits signalisiert, dass dafür völlig neu nachgedacht werden muss. Denn das neue Bauwerk könne zwei bis drei Meter niedriger entstehen und dadurch eine komplett neue Straßenlage mit kürzeren Rampen und geringeren Lärmproblemen als heute erreicht werden. Eine Anbindung der Charlottenstraße und der Schirmerstraße könne ebenfalls geprüft werden und der Radverkehr - vielleicht auch der Fußgängerverkehr - nicht auf der Brücke, sondern in den darunter befindlichen Lene-Voigt-Park verlagert werden. Auch der Bau eines eigenen Bahnkörpers für die Straßenbahnen der Leipziger Verkehrsbetriebe könnte erforderlich sein.

 Die Stadt will den Radfahrern schon jetzt eine neue Hauptradroutenführung schmackhaft machen. Sie sollen parallel zur Riebeckstraße ab der Oststraße über die Albert-Schweitzer-Straße fahren und anschließend durch den Lene-Voigt-Park und die Kippenbergstraße bis zur Dresdner Straße rollen. Mit dieser Verbindung könnte am östlichen Rand des Lene-Voigt-Parks auch die Ost-West-Verbindung durch den Park beziehungsweise in Richtung Anger-Crottendorf direkt angebunden werden, werben die Planer. Diese Ost-West-Verbindung ermögliche auch ein niveaufreies Kreuzen der Riebeckstraße unterhalb der Riebeckbrücke.

 Wie es mit der Brücke weitergeht, weiß indes niemand. Das Verkehrs- und Tiefbauamt versucht offenbar inzwischen, aus der Not eine Tugend zu machen. Auf LVZ-Anfrage hieß es dort, der Bauzustand der Riebeckbrücke sei "ausreichend". Es bestehe "kein Handlungsbedarf", die Brücke in den nächsten fünf bis zehn Jahren zu ersetzen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.08.2015
Andreas Tappert

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