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Lokales Gemkow, Köpping oder Zoo-Chef Junhold? – Rennen um die OBM-Nachfolge beginnt
Leipzig Lokales Gemkow, Köpping oder Zoo-Chef Junhold? – Rennen um die OBM-Nachfolge beginnt
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11:13 07.07.2018
Rennen um die OBM-Nachfolge im Neuen Rathaus beginnt. Quelle: Knofe
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Leipzig

In Leipzig laufen sich die Kandidaten für die nächste Oberbürgermeisterwahl warm. Fast alle großen Parteien halten Ausschau nach geeigneten Nachfolgern, loten mit Persönlichkeiten eine mögliche Kandidatur aus.

Seine Bereitschaft, für die CDU ins Rennen zu gehen, bestätigte gestern auf LVZ-Anfrage der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Feist. „Unsere Partei hat bei einigen Mitgliedern angefragt, ob prinzipiell die Bereitschaft besteht, für den Posten des Oberbürgermeisters zu kandidieren“, erklärte er. „Natürlich bin ich grundsätzlich bereit, mich für Leipzig einzubringen. Aber das wird unser Kreisvorstand entscheiden, wenn es so weit ist.“

Neben Feist soll die CDU auch bei Leipzigs Finanzbürgermeister Torsten Bonew (CDU) und bei dem Europaabgeordneten Hermann Winkler (CDU) angefragt haben. Bonew verwies am Freitag aber auf seine frühere Aussage in einem LVZ-Interview im Dezember 2015. „Es ehrt mich als Kandidat gehandelt zu werden. Aber ich bin als Kämmerer gewählt, möchte als Kämmerer pensioniert werden und hege nach wie vor keinerlei Ambitionen auf Veränderung.“

Gemkow schließt Kandidatur nicht aus

Sachsens Justizminister Sebastian Gemkow (CDU) hatte bereits im April auf LVZ-Anfrage eine mögliche Kandidatur nicht ausgeschlossen. Gleichzeitig verwies der 39-Jährige auf die unklare Situation bei einem möglichen Wechsel von OBM Burkhard Jung (SPD) auf den Präsidentenposten des Ostdeutschen Sparkassenverbandes. Jung hatte sein Interesse an dieser Funktion bekundet – und damit auch die Spekulationen um seine Nachfolge entfacht. Wenn er den Posten bekommt, tritt er ihn im Juni 2019 an, und es müsste eine vorgezogene OBM-Neuwahl geben. Diese könnte zusammen mit den Kommunalwahlen am 26. Mai 2019 stattfinden oder mit den Landtagswahlen im September 2019. Wenn Jung nicht OSV-Präsident wird, bleibt er bis zum Ablauf seiner Amtszeit Anfang 2020 OBM und kann anschließend theoretisch auch für eine weitere Amtszeit kandidieren.

Köpping mit Bedenkzeit

Nach LVZ-Informationen gibt es eine offizielle Anfrage der Leipziger SPD bei der Landtagsabgeordneten Petra Köpping (SPD). Sie soll sich Bedenkzeit erbeten haben. Auf LVZ-Nachfrage wollte sich Köpping gestern dazu nicht äußern. „Es ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt, darüber zu reden“, sagte sie. Da eine mögliche Wahl von Burkhard Jung zum OSV-Präsidenten erst im Herbst erfolge, werde man auch erst „danach darüber befinden müssen“, so die Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration. „Es gibt auch viele andere geeignete Kandidaten.“

Wer soll neuer OBM in Leipzig werden?

Sollte Burkhard Jung (SPD) tatsächlich zum OSV wechseln, dann wären Neuwahlen notwendig. Wer soll Oberbürgermeister in Leipzig werden?

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Überlegungen mit Junhold

Auch die Bereitschaft für mögliche Koalitionen, die einen gemeinsamen Kandidaten ins Rennen schicken, soll hinter den Kulissen bereits abgeklopft werden. Die Rede ist von einem Bündnis zwischen SPD, Linkspartei und Grünen, für das in der Stadt derzeit häufiger der Name von Jörg Junhold zu hören ist. Der Zoodirektor dementierte gestern zumindest nicht deutlich: „Ich bin gerne Direktor des Zoo Leipzig. An öffentlichen Spekulationen zu unserem Oberbürgermeister beteilige ich mich nicht.“ Zudem sei er nicht Teil von strategischen parteipolitischen Gesprächen, so Junhold.

AfD sucht Kandidaten

Die AfD spricht nach eigenen Angaben mit mehreren möglichen Bewerbern für den Posten. „Wir reden nicht nur mit Personen aus den eigenen Reihen, sondern auch mit geeigneten Kandidaten, die keine Parteimitglieder sind, uns aber inhaltlich nahestehen“, sagte Kreisverbands-Sprecher Christian Kriegel. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. Namen wollte Kriegel nicht nennen.

Beobachter merken an, dass sich CDU-Landespolitiker hinter den Kulissen darum bemühen, die Wahl von Jung zum OSV-Präsidenten zu fördern. So soll es Versuche geben, Jungs einzigen Konkurrenten – den CDU-Landrat Michael Harig aus Bautzen – zum Verzicht auf seine Kandidatur zu bewegen. Dabei spiele nicht nur der Wunsch eine Rolle, Jung aus Leipzig wegzubekommen, sondern auch die Angst vor einer eventuellen Neuwahl des Bautzener Landrates, heißt es. Denn bei einer Neuwahl sehe die CDU die Gefahr, dass dort Sachsens erster AfD-Landrat gewählt werden könnte.

Von Andreas Tappert, Björn Meine, Torsten Teichert

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