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Lokales „Geniale Idee“: Neues Bürgerbüro in Leipzig-Connewitz eröffnet mit Polizeiposten
Leipzig Lokales „Geniale Idee“: Neues Bürgerbüro in Leipzig-Connewitz eröffnet mit Polizeiposten
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15:33 17.07.2015
Die Polizei zeigt an der Wiedebachpassage in Leipzig-Connewitz Präsenz. Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Am Donnerstagvormittag wurde die Station am westlichen Ende der Wiedebachpassage eingeweiht – zusammen mit dem wiedereröffneten Bürgerbüro nebenan. Dieses war vor einem halben Jahr nach schweren Zerstörungen geschlossen worden und befindet sich nun in neuen Räumlichkeiten.

„Die Situation war hier bisher unerträglich“, sagte Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) vor etwa 50 Premierengästen, darunter auch Dutzende Stadträte und Politiker. Mehr als 300.000 Euro Schaden seien in den vergangenen Jahren durch Vandalismus in der Dependance der Kommune angerichtet worden. „Wir können nicht dulden, dass es rechtsfreie Räume in unserer Stadt gibt“, so Jung energisch.

Die Wiedereröffnung des neuen Bürgeramtes zusammen mit einem Polizeiposten sei nicht nur eine gemeinsame, sondern auch eine „geniale Idee“ gewesen, sagte der OBM in Richtung von Polizeipräsident Bernd Merbitz (CDU). Der nahm den Ball auf und beschrieb die Aufgaben der Beamten vor Ort: „Polizeiarbeit ist nicht nur Repression. Polizisten sind auch für die Menschen da, sollen ihnen helfen“, so Merbitz. 

Polizeipräsident Merbitz: „Habe nichts gegen alternatives Wohnen“

Der neue Connewitzer Posten ist rund um die Uhr besetzt – allerdings nicht immer geöffnet. Während der Öffnungszeiten, die analog zum Bürgeramt liegen, seien vier Polizisten sowie zwei zusätzliche Mitarbeiter zur Aufnahme von Anzeigen im Einsatz, hieß es am Donnerstag. Die Beamten sollen sich nahtlos in die Bevölkerung einfügen, so Merbitz, der aber auch klar stellte: „Für Sachbeschädigungen haben wir kein Verständnis.“  

In Richtung der zahlreichen Subkulturen, die im Stadtteil zu Hause sind, ergänzte der oberste Polizist der Messestadt: „Wir haben nichts gegen alternatives Wohnen. Mir ist es egal, wie bunt hier die Leute rumhopsen, manche finde ich sogar richtig geil.“ Auch der Oberbürgermeister wies darauf hin, dass der Polizeistützpunkt nicht als „Provokation für die Szene“ zu verstehen sei.  

Linke kritisieren fehlende Bürgerbeteiligung – SPD hofft, dass Vandalismus abnimmt

 

Stadträtin Juliane Nagel (Die Linke), unter anderem auch Mitarbeiterin im Connewitzer Stadtteilladen „Linxxnet“, kritisierte, dass die Anwohner im Vorfeld nicht in die Suche nach Lösungen für das Vandalismusproblem einbezogen wurden. „Wir werden jetzt wieder vor vollendete Tatsachen gestellt“, so Nagel. Die Politikern zeigte sich aber auch erfreut, dass das Bürgerbüro nun wieder zur Verfügung steht.  

Für Norman Volger (Bündnis90/Grüne) ist die Wiedereröffnung „ein wichtiges Zeichen für den Stadtteil und für eine bürgerfreundliche Verwaltung“. Er habe sich bereits gefragt, warum diese solange auf sich warten ließ, so der Stadtrat. Parteikollege Jürgen Kasek verwies allerdings auch auf die Stellenkürzungen im Zuge der Polizeireform. Durch den zusätzlichen Connewitzer Posten seien nun nicht mehr Beamte im Einsatz, sondern „die ohnehin viel zu knappe Decke wird einfach so gezogen, dass das Problem an anderer Stelle mehr zunimmt“, so der Grüne Vorstandssprecher.  

Für SPD-Stadtrat Axel Dyck stärkt der Polizeiposten nicht nur das Sicherheitsgefühl der Bürger am Connewitzer Kreuz, sondern er „hilft hoffentlich, dass künftig Vandalismus-Angriffe mit kleinem und hohem Schadenspotential nicht nur auf das Objekt Wiedebach-Passage, sondern auch darüber hinaus auf öffentliche und private Gebäude und Einrichtungen verhindert werden können“.  

Die sich über zwei Etagen erstreckende Außenstelle der Stadtverwaltung in der Wiedebachpassage hat wochentags von 9 bis 20 Uhr, donnerstags erst ab 13 Uhr und an Samstagen von 9 bis 14 Uhr geöffnet. Bis zur Zerstörung im August 2013 nutzten jährlich etwa 40.000 Connewitzer die das Bürgerbüro.

Matthias Puppe

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