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Lokales Geplante Moschee in Gohlis wird zum Leipziger Wahlkampf-Thema
Leipzig Lokales Geplante Moschee in Gohlis wird zum Leipziger Wahlkampf-Thema
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23:59 05.05.2014
So oder so ähnlich könnte die Ecke Georg-Schumann-Straße/Bleichertstraße mit Moschee aussehen. Quelle: Privat

Darin wird die Sorge geäußert, dass der Bau Unruhe stiftet und Spannungen hervorrufen könnte. Gefordert wird ein neues Planverfahren.

Der CDU gehe es nur darum, Ressentiments nicht allein AfD und NPD zu überlassen, "sondern Menschen mit rassistischen und islamophoben Einstellungsmustern an sich zu binden", meinte Jürgen Kasek, Vorstandssprecher des Grünen-Kreisverbandes. Von einer Partei der christlichen Werte dürfe verlangt werden, dass sie "nicht fremde Religionen und deren Ausübung zu verhindern versucht". Es sei auffällig, dass die CDU ihre Anfrage erst kurz vor der Wahl gestellt habe, so Kasek.

"Mit der Wahl hat das überhaupt nichts zu tun", sagte hingegen Wolf-Dietrich Rost, CDU-Stadtrat und Landtagsabgeordneter. In den vergangenen Wochen und Monaten hätten Bürger häufiger die Frage nach einem Bebauungsplanverfahren gestellt. "Ich konnte das nicht beantworten", so Rost. Daher habe sich die Fraktion zu der Anfrage entschlossen, die bewusst "sachlich und ohne Wertung" formuliert worden sei.

"Es gibt eine Rauchentwicklung von einigen Leuten", so Abdullah Uwe Wagishauser. Der Vorsitzende der Gemeinde Ahmadiyya Muslim Jamaat (AMJ) ging gestern davon aus, dass Anfang 2015 mit dem Bau begonnen wird, der ursprünglich diesen Sommer starten sollte. Doch Planungsänderungen bei Zufahrten, Parkplätzen und Lärmschutz erforderten eine Terminverschiebung (die LVZ berichtete).

OBM Burkhard Jung (SPD) hat "keinerlei Sicherheitsbedenken gegen den Bau der Moschee durch die Ahmadiyya-Gemeinde" in Gohlis. Der Verfassungsschutz betrachte die AMJ, die in Hessen als eingetragener Verein anerkannt sei, als unkritisch, sagte Stadtsprecher Matthias Hasberg. Die Gefahr von Auseinandersetzungen zwischen AMJ und der Al-Rahman-Gemeinde mit ihrem umstrittenen Imam Hassan Dabbagh sieht die Stadt nicht: "Bis zur Roscherstraße ist noch etwas Luft - und das würde auch zu weit gehen." Ein inner-religiöser Diskurs sei nicht Gegenstand baurechtlicher Genehmigungen, so Hasberg. Es gebe keine Auseinandersetzungen zwischen den Gemeinden, sagte Abdullah Uwe Wagishauser. Gleichwohl existierten verschiedene Vorstellungen und Auslegungen zu einigen Themen.

Die AMJ erwartet in etwa vier Wochen einen positiven Bescheid ihrer Bauanfrage. Dann soll ein Architekten-Wettbewerb zur Gestaltung der Moschee an der Georg-Schumann-Straße/Ecke Bleichertstraße starten. Vorgesehen ist ein zweistöckiges Gebäude auf 170 Quadratmetern Grundfläche - mit zwei Gebetsräumen (je 62,5 Quadratmeter), einem Meetingraum (21 Quadratmeter), zwei Büros sowie WC-Anlagen. Der Neubau soll ohne Kuppel sieben Meter hoch sein, mit ihr 10,50 Meter. Die beiden Zier-Minarette sollen mit ihren zwölf Metern etwas niedriger sein als das leer stehende Nachbarhaus in der Schumannstraße 29.

Kirchen hätten im Baurecht eine Sonderstellung, betonte Stadtsprecher Hasberg. "Und das ist nicht auf christliche Kirchen beschränkt."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.05.2014

Björn Meine

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