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Lokales Gerüste in der Hainstraße gefallen: Vorhang auf für das Leipziger Primark-Haus
Leipzig Lokales Gerüste in der Hainstraße gefallen: Vorhang auf für das Leipziger Primark-Haus
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00:31 05.12.2015
Anderthalb Jahre nach dem Baubeginn sind die Gerüste am neuen „Primark-Haus“ fast komplett verschwunden. Der kleine Vorplatz am Brühl mit dem Löwenbrunnen wird gerade hergerichtet. Die Proportionen des Gebäudes orientieren sich an der historischen Tuch-Halle der Leipziger Textilwaren-Messehändler. Die Halle wurde jedoch in der Bombennacht am 4. Dezember 1943 zerstört.   Quelle: André Kempner
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 Die Baugerüste sind weg: Das neue Primark-Haus auf der Hainspitze in Leipzig zeigt jetzt sein ganzes Gesicht – und das kommt nicht nur bei den Architekturforen im Internet sehr gut an. Schon nächste Woche Dienstag wird im Untergeschoss des 90 Millionen Euro teuren Neubaus ein Rewe-City-Markt eröffnet.

„Wir wollten eine große Figur schaffen, in der aber die einstmals vielen kleinen Parzellen auf dem Areal weiter ablesbar sind“, erklärt Architekt Manfred Ortner seinen Entwurf für das größte Investitionsvorhaben in der City seit Eröffnung der Höfe am Brühl 2012. Das Berliner Büro Ortner & Ortner Baukunst (bekannt durch den Bau des ARD-Hauptstadtstudios oder die Erweiterung des Wiener Museumsquartiers) hatte gleichfalls vor drei Jahren einen hochkarätig besetzten Wettbewerb für die 4500 Quadratmeter große Brachfläche an der Hainstraße gewonnen. Die Idee, durch einen prägnanten Kopfbau am Brühl die Proportionen der historischen Tuch-Halle (zerstört im Zweiten Weltkrieg) wieder aufzunehmen und im obersten Stock mit besonders großen Fenstern und einer Attika noch zu überhöhen, begeisterte die Jury seinerzeit (die LVZ berichtete).

Nun ist das Ergebnis von den Passanten in echt zu bewundern. Viele staunen vor allem, wie schmal die Hainstraße in ihren alten Fluchten wirkt. Auf 95 Meter Länge haben die Architekten dort eine Fassade aus Muschelkalk gestaltet, deren Steinlaibungen gegenläufig schräg gestellt wurden. Für die Betrachter entsteht dadurch der Eindruck eines Vorhangs, der sich zur Spitze am Brühl hin immer mehr öffnet. Auch die Glasflächen, die 70 Prozent der Wände bedecken, sind schräg gestellt. Sie reflektieren so besser das Sonnenlicht sowie das wunderschöne Hôtel de Pologne, was zusätzlich Spannung erzeugt.

Die Baugerüste sind weg: Das neue Primark-Haus auf der Hainspitze in Leipzig zeigt jetzt sein ganzes Gesicht – und das kommt bei den Architekturforen im Internet hervorragend an. Schon nächste Woche wird im Untergeschoss des 90 Millionen Euro teuren Neubaus ein Rewe-City-Markt eröffnet. Hauptmieter Primark, mehrere Läden und ein Design-Hotel folgen im nächsten Frühjahr. (Fotos: André Kempner)

„Wirklich schön geworden! Wie schnell das Ganze doch hochgezogen wurde“ oder „Kann mich den Vorrednern nur anschließen, die Hainspitze ist sehr gut gelungen“ – so lauten die aktuellen Kommentare beim Leipziger Architekturforum im Internet. Die messingfarbenen Fensterrahmen und der helle Stein würden dem Gebäude eine gewisse Schwere nehmen, freuen sich die Betrachter. Das viele Glas gehöre zur „Leipziger Kaufhaus-Tradition der größeren Fensterflächen“. Noch ein Forumsteilnehmer schrieb: „Alles in allem wertet es die Hainstraße ungemein auf. Bleibt nur zu hoffen, dass man die Fassade nicht mit Leuchtreklame vollpflastert.“

Laut Frank Hinz, Sprecher beim Immobilienspezialisten Comfort, soll bereits am 8. Dezember der Rewe-City-Markt im Untergeschoss eröffnet werden. „Die 1800 Quadratmeter Handelsflächen sind über Rolltreppen und Aufzüge an der Hainstraße erreichbar.“ Rewe gibt die Öffnungszeiten für seine „frischeorientierten City-Märkte um die Ecke“ mit 7 bis 22 Uhr an.

Bei Primark läuft der Innenausbau ebenfalls auf Hochtouren, fuhr Hinz fort. Die irische Billig-Modekette, die in Leipzig ihre bisher größte deutsche Niederlassung auf 9000 Quadratmetern plant, habe ihre vier Etagen längst übernommen. Die Eröffnung ist für das Frühjahr 2016 angekündigt. Übrigens: Direkt nebenan im Jägerhof weihte der bekannte Dresdner Textilhändler Jens Malich soeben eine Edel-Marken-Boutique mit dem Namen „EGO IST“ auf stolzen 900 Quadratmetern ein.

Entlang der Hainstraße kommen in dem Neubau noch ein halbes Dutzend Läden sowie unterm Dach ein ANA Arthotel „Symphonie“ mit 97 Zimmern auf 4300 Quadratmetern hinzu. Für Letzteres hat die GS Star GmbH aus Augsburg schon die Musterzimmer eingerichtet. Mit allen Nebenflächen (so erfolgt die Anlieferung im Gebäude – mit drei Zufahrten an der Großen Fleischergasse) umfasst das „Primark-Haus“ rund 25 000 Quadratmeter.

 

Von Jens Rometsch

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