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Lokales Gesichter und Geschichten aus Knauthain, Knautkleeberg, Hartmannsdorf und Rehbach
Leipzig Lokales Gesichter und Geschichten aus Knauthain, Knautkleeberg, Hartmannsdorf und Rehbach
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23:59 09.01.2014
Die Kirche in Knauthain. Quelle: André Kempner

Die Idee mit den Lebensbildern hatte ursprünglich LVZ-Redakteur Ekkehard Schulreich, der in seinem Wohnort Dölitz entdeckte, welch' spannende Lebensgeschichten die Menschen zu erzählen haben, und der bereits vier Bücher dieser Art veröffentlichte. Andrea Nabert hat die Idee aufgegriffen und sich im Leipziger Südwesten auf Spurensuche begeben. Ihr erster Band "Lebensbilder" kam ebenfalls gut an - deshalb folgt nun ein zweiter. Fleischer, Bäcker, Gärtner, Milchfrauen, Apotheker, Kohlehändler, technische Zeichnerin, Zimmerer, Maler, Lehrer - viele Berufsgruppen melden sich mit Episoden zu Wort.

Wer den Südwesten kennen lernen möchte, findet ihn hier. Mitsamt seinem eigenen Lebensgefühl sowie Erinnerungen an eine wunderbare Zeit, zu der beispielsweise der inzwischen ausgetrocknete Elsterstausee gehört. Zwischen 1935 und 1976 war der als Folge des Bergbaus entstandene See ein Angler-, Segler- und Badeparadies. In den Erinnerungen der Älteren tauchen ebenso aber auch das einstige Fortuna-Bad auf wie jene Zeit, als im alten Schloss Knauthain noch eine Schlossschule betrieben wurde.

Handwerker und Gewerbetreibende kommen in dem Buch zu Wort. Dass ihre Geschäfte die Mangelwirtschaft überlebten, verdanken sie meist ihrem eigenen Einfallsreichtum, sich alles was fehlte irgendwie zu besorgen. Ein Beispiel dafür ist der Brennstoffhandel Vogel, mittlerweile Unternehmen für Mineralölhandel und Transportlogistik. Los ging es 1927 mit einem Pferdefuhrwerk auf dem Dreiseitenhof in der heutigen Ritter-Pflugk-Straße. In der Geschichte der Firma, deren zweites Standbein die Landwirtschaft war, gab es viele Höhen und Tiefen - etwa ausgelöst durch das Jahrhunderthochwasser 1954, als das Wasser tagelang einen Meter hoch auf dem Hof stand. Passend zur Reminiszenz an die Großmutter, die für die Angestellten fast jeden Tag einen Wassereimer Kartoffeln schälte, gibt es ein Rezept: für eine Kartoffeltorte.

Interessant sind auch die Erinnerungen der "Schmidt'n", die von der Schriftsetzerin zur Landtagsabgeordneten wurde. Der ehemalige Wirtschaftsdezernent Christian Albert Jacke (1990 bis 1997 in dieser Funktion) hat Jutta Schmidt einmal als "Miss Knauthain" bezeichnet, weil sie sich in politischen Gremien immer für "ihren Südwesten" eingesetzt hat. Selbst als Lene Voigt tritt sie gelegentlich auf. Einer ihrer Sprüche: "Gott hat dir ein Gesicht gegeben, lachen musst du selber."

Viele der Porträtierten haben ihre privaten Fotoalben geöffnet, die Fleischerei Werner gibt ein Rezept für ein schlesisches Weißwurstessen für acht Personen preis. Autorin Nabert begegnet den Menschen mit Neugier und vor allem Achtung. So ist eine Reihe entstanden, die nicht nur für die unmittelbaren Nachbarn interessant sein dürfte. Denn die Geschichten stecken voller Lebensweisheiten und sind eng mit der Region verbunden.

iAndrea Nabert "Lebensbilder aus Knauthain, Knautkleeberg, Hartmannsdorf und Rehbach. Band 2", Pro Leipzig, Leipzig 2013, 14 Euro.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.01.2014

Mathias Orbeck

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