Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Gesprengte Gotteshäuser - Aufbauwille und Rückschläge in Leipzig thematisiert
Leipzig Lokales Gesprengte Gotteshäuser - Aufbauwille und Rückschläge in Leipzig thematisiert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:59 13.04.2014
Netzwerktreffen zu zerstörten Kirchen: Die Leipziger Bernd Frauenlob, Johannes Schulze, Johannes Hähle und Rainer Manertz sowie Andreas Kitschke aus Potsdam und Uwe Thal aus Magdeburg (von links). Quelle: Wolfgang Zeyen

Doch vielerorts gibt es Initiativen, die sich um den Wiederaufbau bemühen oder sich für entsprechende Gedenkorte stark machen. Seit 2013 rücken fünf von ihnen enger zusammen, üben den Schulterschluss im Rahmen des Verbundprojektes "Zerstörte Kirchen", dessen Netzwerktreffen am Sonnabend im Grassimuseum Protagonisten aus Magdeburg, Potsdam und Leipzig vereinte.

"Wir sind ein Verbund ohne Korsett, diskutieren Fortschritte und Rückschläge, versuchen mehr und mehr ­gemeinsam unsere Anliegen in die Öffentlichkeit zu tragen und Überzeugungsarbeit zu leisten", meinte Rainer Manertz, der als Mitglied des Fördervereins Johanneskirchturm Leipzig und der Fördergesellschaft zum Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche die Runde moderierte und zu den Initiatoren des Netzwerks gehört. Der Tagungsort war bewusst gewählt, denn vorm Grassi steht nicht nur das 2013 aufgestellte und an die Johanniskirche erinnernde Kreuz, in Sichtweite erhebt sich auch der Kirche-Aula-Bau Paulinum auf dem Areal der 1968 weggesprengten Universitätskirche St. Pauli. Zuvor waren bereits andere kirchliche Wahrzeichen ausradiert worden, obwohl sie den Krieg entweder als Torso oder aber mehr oder weniger intakt überstanden hatten. In zwei Etappen wurde die Johanneskirche beerdigt, 1949 die Reste des Kirchenschiffs und 1963 der sanierte Kirchturm gesprengt. Um dessen Wiederauferstehung bemüht sich ein Verein, dem Johannes Schulze vorsteht. "Das ist das hehre Ziel unserer Arbeit", meinte er. Zunächst gehe es aber unter anderem darum, 2015 zum großen Stadtjubiläum das ehemalige Grab von Johann Sebastian Bach und seiner Frau Anna Magdalena sowie die Bach-Gellert-Gruft zu markieren und auf der Grünfläche am Johannisplatz entsprechende Erläuterungstafeln anzubringen, erklärte Vereinsmitstreiter Johannes Hähle.

"Die Idee bleibt lebendig, obwohl unserer Vision aktuell das Votum eines Bürgerentscheides entgegensteht", sagte Uwe Thal vom Kuratorium der Ulrichskirche in Magdeburg, die 1956 als angeblich störendes Element in die Luft gejagt wurde. "20 Tonnen Originalsteine sind noch eingelagert. "Wir werden uns weiter dafür einsetzen, dass sie irgendwann verbaut werden - in einer wieder erstehenden Ulrichskirche. Dieses Generationen-Vorhaben müssen wir in die Herzen tragen", so Thal. In Potsdam zahlt sich die Beharrlichkeit von Fördergesellschaft und Stiftung Garnisonkirche schon aus. Wenn alles nach Plan laufe, könnte zum 500. Reformationsjubiläum 2017 der Turm der Garnisonkirche wieder vollendet sein, gab sich Andreas Kitschke optimistisch. Das im Krieg schwer getroffene Gotteshaus war fast zeitgleich mit der Leipziger Uni-Kirche gesprengt worden.

Die Kontroverse um die Innengestaltung des Paulinums, also den Streit um Glaswand und Kanzelaufstellung, wollte Bernd Frauenlob von der Stiftung Universitätskirche St. Pauli nicht anheizen. "Ich sehe hier und heute mal die positiven Seiten, beispielsweise die zwei hervorragenden Orgeln, die in dem Gebäude erklingen werden, und das von der theologischen Fakultät vorgelegte anspruchsvolle Nutzungskonzept."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.04.2014

Mario Beck

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Teams des Leipziger Raumfahrt-Bildungsinstitutes (Isei) haben beim Tretmobil-Rennen im US-amerikanischen Huntsville jetzt an ihre Erfolge aus den Vorjahren anknüpfen können.

13.04.2014

Die öffentliche Sicherheit und Ordnung in Connewitz ist nach Angaben des sächsischen Innenministeriums zunehmend beeinträchtigt. Dies sei auch der Grund für die Einrichtung des Polizeipostens in dem Stadtteil gewesen, geht aus der Antwort von Innenminister Markus Ulbig (CDU) auf eine Kleine Anfrage der Landtagsabgeordneten Kerstin Köditz (Linke) hervor.

13.04.2014

[gallery:500-3463184437001-LVZ] Leipzig. So sehen Sieger aus: Benedikt Heil ging beim 38. Leipzig Marathon als erster durchs Ziel. Er absolvierte die Distanz von 42 Kilometern in einer Zeit von 2:32:47. Heil kommt von der LG OVAG Friedberg-Fauerbach (Hessen).

13.04.2014
Anzeige