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Lokales Gespritzter Asphalt: LVB sanieren Straßenschäden mit tschechischer Technik
Leipzig Lokales Gespritzter Asphalt: LVB sanieren Straßenschäden mit tschechischer Technik
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14:34 14.06.2011
Hans-Joachim Frangel bedient die neue Straßenstopfmaschine, die nun schneller kleinere Straßenschäden ausbessern kann. Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Die Funktionsweise des Asphaltpatcher ist dabei so einfach wie effektiv. Mit Hilfe von Druckluft wird eine auf etwa 60 bis 80 Grad erwärmte Bitumen- und Gesteinsmischung in die Bruchstellen und kleinen Löcher gespritzt. Wenige Minuten nach Füllung ist das Schlagloch dann wieder befahrbar, erklärte Rudolf Rebitzer, Geschäftsführer der Leipziger IFTEC GmbH, die zum Unternehmensverbund der LVB gehört und mit den Straßenarbeiten betreut wurde.

Leipzig. Die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) haben neue Technik angemietet, um Straßenschäden an ihren Gleisen zu beseitigen. Das Gerät mit dem fulminanten Namen Asphaltpatcher VSV 1000 soll in den kommenden drei Jahren vor allem bei der Ausbesserung von kleinen Schäden eingesetzt werden, hieß es bei einer Präsentation auf der Richard-Lehmann-Straße.

„Nach dem langen und harten Winter haben wir sehr massiv mit Ausbrüchen zu tun“, erklärte Eberhard Nickel, LVB-Geschäftsbereichsleiter für Technische Dienste, den Grund der Anschaffung. Die Löcher sollen nun unter anderem auch mit der im tschechischen Prag entwickelten und auf ein Multicar montierten Vorrichtung behoben werden. Um Kosten zu sparen wurde die etwa 100.000 Euro teure Kombination für drei Jahre geleast. Pro Monat werden 2000 Euro Leihgebühr ins thüringische Waltershausen zum Anbieter überwiesen.

Schnelleres Arbeiten und weniger Behinderung

Wie IFTEC-Chef Rebitzer betonte, können mit dem Asphaltpatcher bis zu vier bis fünf Zentimeter tiefe Schadstellen behandelt werden. Für größere seien noch immer die üblichen Methoden notwendig. Das Arbeiten mit dem neuen Gerät sei zumindest schneller, als das herkömmliche Hantieren mit Schaufeln, garantiere eine längere Haltbarkeit der Ausbesserung und behindere durch die geringe Breite des Fahrzeugs den fließenden Verkehr nicht annähernd so sehr, wie eine Vollsperrung. „Wir brauchen pro Loch etwa 15 Minuten, pro Tag schaffen wir etwa eine Straße“, sagte der IFTEC-Geschäftsführer. Nachdem am Dienstag bereits Straßenschäden auf der Richard-Lehmann-Straße ausgebessert wurden, soll es am Mittwoch den Untiefen in der Wittenberger Straße an den Kragen gehen.

Aufgrund der Witterungsabhängigkeiten beim Straßenbau ist der Asphaltpatcher von April bis Oktober einsetzbar. Wie LVB-Technikchef Eberhard Nickel ergänzte, könne an das Fahrzeug auch ein Schneeschieber montiert werden, so dass der geleaste Multicar auch beim Wintereinbruch von Nutzen sein werde.

Ausbesserungen künftig in Abstimmung mit der Stadt

Perspektivisch wollen die Leipziger Verkehrsbetriebe vor allem jene Streckenabschnitte intensiver bearbeitet, an denen Synergieeffekte mit den Ausbesserungsarbeiten der Kommune genutzt werden können, hieß es in einer Erklärung der LVB. Als Beispiel für eine solche Kooperation nannten die Verkehrsbetrieb die schon erfolgten Sanierungen an der Haltestelle Huygensstraße und zwischen Chausseehaus und Lützowstraße sowie gegenwärtig in der Pfaffendorfer Straße. Die Stadt erneuert hier zeitgleich die porösen Fahrbahndecken. Wie die LVB ebenfalls bekannt gaben, werden am 14. Juni die Ausbesserungsarbeiten in der Koburger Straße beginnen.

Nach Angaben von Eberhard Nickel haben die Leipziger Verkehrsbetriebe in diesem Jahr insgesamt zwei Millionen Euro für die Beseitigung von Oberflächenschäden bereit gestellt. „Für die nachhaltige Beseitigung von frostverursachten Gleisschäden wären rund sechs Millionen Euro erforderlich, die jedoch im Moment nicht verfügbar sind“, sagte Nickel. Die Verkehrssicherheit sei allerdings auch ohne die zusätzlichen Gelder in allen Bereichen sicher gestellt.

Internet: www.lvb.de, www.iftec.de

Matthias Puppe

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