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Lokales Geständnis: Brüder stehen wegen getötetem Rollstuhlfahrer in Leipzig vor Gericht
Leipzig Lokales Geständnis: Brüder stehen wegen getötetem Rollstuhlfahrer in Leipzig vor Gericht
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11:26 04.06.2013
Der Angeklagte Mike G. mit seinem Anwalt Stepha Bonell. Quelle: dpa
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Leipzig

Laut Anklage wollten er und sein 31 Jahre alter Bruder unter anderem eine Münzsammlung stehlen. Als der schlafende Rollstuhlfahrer aufwachte, habe er ihn mit einem Kerzenständer niedergeschlagen. „Es tut mir leid“, sagte der 25-Jährige. „Ich habe nie gedacht, dass der sterben wird.“ Sein älterer Bruder hat sich zunächst nicht zur Tat geäußert.

Der schwer verletzte 68-Jährige wurde am Tag nach dem Raubüberfall von einem Nachbarn gefunden. Das Opfer hatte massive Verletzungen: Jochbeinbruch, Schädelbruch, Hirnblutungen. Der Mann fiel ins Koma und starb laut Staatsanwaltschaft an den Folgen des brutalen Raubüberfalls Anfang Januar 2013 im Krankenhaus.

Beide Brüder erzählten vor Gericht aus ihren reichlich verkorksten Leben. Keiner von beiden hat einen Beruf erlernt, ihre Ausbildungen mussten sie jeweils abbrechen, weil sie ins Gefängnis mussten. Das Vorstrafenregister reicht von Bedrohung über Diebstahl bis zu Drogenbesitz. Der 31-Jährige sagte, er habe vor der Tat täglich getrunken. Sechs bis acht Bier - „das war schon extrem“. Sein jüngerer Bruder sagte, er nehme seit zehn Jahren Drogen - „alles Mögliche, außer Heroin und LSD“.

Am Abend des 20. Oktober 2012 hätten sie eigentlich Kupfer stehlen wollen, weil sie Geld brauchten. Dann seien sie aber in die Wohnung des 68-Jährigen eingestiegen - warum, das konnte der 25-Jährige nicht begründen. Als er die Münzen aus dem Schrank genommen habe, sei ihm ein Karton runtergefallen und der Rollstuhlfahrer auf dem Sofa aufgewacht. „Ich hab einen Kerzenständer gegriffen, hab mich umgedreht und hab auf ihn eingeschlagen.“

Einen Arzt riefen die Brüder nicht. Das Schicksal des Opfers sei ihnen gleichgültig gewesen, sagte der Staatsanwalt. Der ältere Bruder, der nicht zugeschlagen haben soll, will am nächsten Verhandlungstag am Freitag (7. Juni) aussagen.

Matthias Roth

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