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Lokales Gestrandete Reisende am Leipziger Hauptbahnhof sind genervt
Leipzig Lokales Gestrandete Reisende am Leipziger Hauptbahnhof sind genervt
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16:48 06.10.2017
Reisende am Leipziger Hauptbahnhof. Nach Sturm „Xavier“ gibt es noch immer zahlreiche Behinderungen bei der Deutschen Bahn. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Anna-Lena Behning aus Leipzig ist genervt. Eigentlich wollte sie am Freitag um 11.03 Uhr den Zug nach Cottbus nehmen. Der fiel aber aus, die Information dazu kam drei Minuten vor Abfahrt, ein Ersatz ist nicht in Sicht. „An der langen Schlange am Schalter will ich mich nicht anstellen und sonst sehe ich hier keine Ansprechpartner“, sagt die 19-Jährige. Immerhin kennt sie sich aus und kann auf Alternativen ausweichen: „Jetzt nehme ich eben die S-Bahn und bin mehr als eine Stunde länger unterwegs. Das ist wirklich sehr ärgerlich“, sagt sie.

Behning ist nicht die Einzige, die am Leipziger Hauptbahnhof gestrandet ist. Das Sturmtief „Xavier“, das am Donnerstag im Norden Deutschlands wütete, hat den Zugverkehr im Osten und Norden des Landes teilweise lahmgelegt, zahlreiche Strecken sind gesperrt. Für viele Reisende war Donnerstagabend in Leipzig erst einmal Schluss.

Vor den Info-Schaltern am Leipziger Hauptbahnhof bildeten sich lange Schlangen. Quelle: André Kempner

Fahrgäste übernachteten in Hotelzügen

Für diese Menschen standen am Leipziger Hauptbahnhof in der Nacht auf Freitag insgesamt drei Hotelzüge bereit, darunter sowohl ICE als auch Intercity. „Diese sind sehr gut genutzt worden“, sagte ein Bahnsprecher am Freitag gegenüber LVZ.de. Eine dreistellige Zahl an Fahrgästen habe die Nacht dort verbracht. Freitagmittag stehen noch zwei der Hotelzüge im Leipziger Hauptbahnhof – allerdings leer. Nur der bezeichnende Schriftzug auf der Anzeigetafel verweist noch auf die Zweckentfremdung der vergangenen Nacht.

Am Morgen ist der Verkehr nach Angaben eines Bahnsprechers schrittweise wieder angerollt. „Der Verkehr nach Berlin ist am Vormittag wieder aufgenommen worden“, so der Bahnsprecher. Es sei aber auf einigen Strecken noch mit Behinderungen und Verspätungen zu rechnen. Nach Angaben der Bahn können am Freitag Zugtickets von Donnerstag ohne weitere Bescheinigung zum Reisen genutzt werden.

Lange Schlangen vor den Infoschaltern

Am Leipziger Hauptbahnhof bilden sich Freitagmittag Menschentrauben vor den Anzeigetafeln, viele starren auf ihr Handy, um alternative Verbindungen herauszufinden. Die Züge, die fahren, haben oft Verspätung. „Auf Grund von Unwetterschäden ist zur Zeit in Richtung Berlin und Hamburg der Zugverkehr nur eingeschränkt möglich“, steht groß auf der Informationstafel.

Auch vor dem Infoschalter der Deutschen Bahn bilden sich Freitagmittag noch lange Schlangen. In einer von ihnen steht ganz hinten Kira Niemann. Sie ist so genervt, dass sie am liebsten gar nicht reden würde. „Da steht mir jetzt nicht der Kopf nach.“ Mit ihrer Tochter möchte sie von Frankfurt nach Elsterwerda reisen. Doch in Leipzig endet die Reise vorerst.

Behinderungen bis Sonntag

Für Ehepaar Müller geht es am Freitag um kurz vor zwölf hoffentlich endlich weiter. Von Dresden wollen die beiden zum Münchner Flughafen, um von dort nach Marokko in den Urlaub zu fliegen. „Der erste Zug fiel aus, der nächste auch. Jetzt kommt hoffentlich endlich einer.“ Das ältere Paar mit großen Koffern ist mit den Kräften sichtlich am Ende. Tatsächlich fährt in diesem Moment ein Ersatzzug nach München ein. Die Reise kann weitergehen.

Bis wirklich alles wieder rollt, kann es noch dauern. Nach Angaben der Deutschen Bahn ist noch bis Sonntag mit Behinderungen zu rechnen.

Fahrplaninformationen können telefonisch unter 0180 699 66 33 (20 Cent/Anruf aus dem Festnetz, Tarif bei Mobilfunk maximal 60 Cent/Anruf) oder im Internet unter www.bahn.de/aktuell abgerufen werden.

Von Sophie Aschenbrenner

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