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Lokales Gesundheitsreport der DAK: Leipziger sind fitter als der Rest in Sachsen
Leipzig Lokales Gesundheitsreport der DAK: Leipziger sind fitter als der Rest in Sachsen
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23:59 07.08.2014
Die DAK (Archivfoto) Quelle: dpa

Laut ihrer Analyse, die sich auf die Vorjahresdaten bezieht, nahmen die Ausfalltage wegen Krankheit an der Pleiße um 0,2 Prozentpunkte zu - ebenso allerdings wie in ganz Sachsen. "Mit knapp vier Prozent hatte Leipzig dennoch den niedrigsten Krankenstand im Freistaat - im Landkreis Bautzen lag er mit fünf Prozent am höchsten", sagt Leipzigs DAK-Chefin Annett Weber. Konkret heiße das: An der Pleiße waren voriges Jahr von 1000 DAK-versicherten Arbeitnehmern jeden Tag 39 außer Gefecht, im Jahr davor waren es noch 37.

Ums Dreifache gleich stiegen dabei jene Fälle an, bei denen Husten, Schnupfen und Bronchitis - sprich Atemwegserkrankungen - die Betreffenden plagten. Machte also wer "Kasse", so hauptsächlich deshalb. Ein paar mehr Krankenscheine seien im Vorjahr (gegenüber 2012) aber auch infolge von Verletzungen und Vergiftungen ausgestellt worden. Ein paar weniger hingegen für Muskel-Skelett-Beschwerden wie Rückenschmerzen.

Leipzigs DAK-Chefin Annett Weber. Quelle: Privat

Der gestiegene Krankenstand in Leipzig habe verschiedene Facetten, denkt Weber. Während Kurzzeit-Krankheiten wie Erkältungen für Arbeitgeber in der Regel leichter zu verkraften seien, bereiteten längere Erkrankungen, etwa die seelischer Natur, meist größere Probleme. Positiv daher: Psychische Erkrankungen wie Angstzustände und Depressionen gingen um knapp neun Prozent an der Pleiße zurück. Das motiviere die Kasse zusätzlich, Unternehmen etwa beim betrieblichen Gesundheitsmanagement weiterhin zu unterstützen, hieß es.

Einmal besonders unter die Lupe nahm die DAK die sogenannte Rushhour-Generation. Das meint Leute zwischen 25 und 39 Jahren. "Eine Phase, in der sich die Anforderungen aus Beruf und Familie ballen", wie Weber weiß. Die Kasse habe dafür speziell allerorts 3000 ihrer Mitglieder in jener Altersgruppe repräsentativ befragt. Das Ergebnis - etwas überraschend: Obwohl viele der 25- bis 39-Jährigen wegen Mehrfachbelastung unter Druck stehen, fallen sie im Job seltener aus als jüngere Kollegen; sind kürzer krankgeschrieben als die älteren. "Sollen diese Arbeitnehmer aber bis zur Rente produktiv bleiben, müssen auch Arbeitgeber nachhaltig in deren Gesundheit investieren", findet Weber. Man dürfe sich nicht täuschen, in diesem Alter würden sich oft erste Ansätze für chronische Leiden bilden: So waren von den Betreffenden 2013 in Sachsen 41 Prozent mit Muskel- und Skelettproblemen beim Arzt. Unter den 20 häufigsten Einzeldiagnosen bei Männern rangierte ein sich bereits manifestierter Bluthochdruck - häufig in Verbindung mit Stress und Bewegungsmangel - an erster Stelle.

Gerade Mütter und Väter würden im Spagat zwischen Job und Kindern laut Studie Abstriche bei sich selbst machen. Sie trieben seltener Sport, schliefen weniger als Kinderlose. "Zudem fürchtet fast jede zweite Mutter Karrierenachteile durch ihre Kinder. Bei den Vätern nur jeder achte", so Weber. "Mit Ausnahme von Teilzeitarbeit haben viele Arbeitgeber in Sachen Familienfreundlichkeit wohl noch Nachholbedarf", meint sie.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.08.2014

Angelika Raulien

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