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Gewässerschutz auch bei Starkregen: KWL errichten neues Rückhaltebecken in Leutzsch

Gewässerschutz auch bei Starkregen: KWL errichten neues Rückhaltebecken in Leutzsch

Für 3,6 Millionen Euro errichten die Kommunalen Wasserwerke Leipzig (KWL) im Leutzscher Holz eine Mischwasserbehandlungsanlage. Die zwei Rückhaltebecken auf dem Gelände des früheren Klärwerks Leipzig-Leutzsch sollen bei Starkregen die Wassermassen aufnehmen, erklärte KWL-Technik-Geschäftsführer Ulrich Meyer am Freitag.

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Die Becken stehen schon, jetzt erfolgt der Ausbau der Infrastruktur.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Somit soll eine ungeregelte Einleitung in Luppe und Elster verhindert und das Ökosystem Auwald geschützt werden.

Hintergrund ist, dass die KWL ein Mischwassernetz betreiben: Niederschläge als auch Abwässer aus den Leipziger Haushalten landen in einem Kanal und gelangen von da zu den insgesamt 25 Klärwerken des Unternehmens. Das in den Stadtteilen Leutzsch und Böhlitz-Ehrenberg anfallende Mischwasser wird direkt ins Klärwerk im Rosental gepumpt. Bei Starkregen reicht die Kapazität jedoch nicht aus. Die Wassermassen werden in solchen Fällen zum Schutz der Anlage bislang ungeklärt in die Alte Luppe und den Bauerngraben eingeleitet. Dies geschieht – abhängig von der Wetterlage – etwa 20 bis 30 Mal im Jahr.

Die neue Mischwasserbehandlungsanlage soll solche sogenannten Abschläge in Zukunft verhindern oder zumindest umweltverträglicher gestalten. Meist wird die nach oben hin offene Anlage jedoch trocken liegen. Erst nach einem Regenguss wird überschüssiges Mischwasser aus den Kanälen in die Becken geleitet. In diesen setzen sich Feststoffe aus dem Abwasser am Boden ab. Das so mechanisch gereinigte Wasser wird dann ins Klärwerk Rosental gepumpt oder bei Überschreiten der Kapazität in die Gewässer geleitet. „Dieses Mischwasser hat fast die Qualität von Regenwasser“, betonte der Projektverantwortliche der KWL, Daniel Schmidt. „Dank der neuen Anlage wird es nun auch nach starkem Regen keine Klopapierfetzen oder ähnliches in der Alten Luppe mehr geben.“

Schwieriger Baugrund und keine Fördermittel

Dazu errichten die KWL seit April 2013 zwei Becken mit einer Größe von etwa 45 mal 21 Metern Länge und einer Tiefe von circa sieben Metern. „Das entspricht drei Schwimmbecken übereinander gestapelt“, verglich KWL-Sprecherin Katja Gläß. Insgesamt fasst das Werk 3850 Kubikmeter und genügt damit den Bestimmungen der EU.

„Der Baugrund hat uns bei der Umsetzung vor erhebliche Herausforderungen gestellt“, erklärte Schmidt. „Wir mussten umfangreiche Vorkehrungen treffen, um den Auftrieb der Becken zu kontrollieren.“ Grund hierfür seien der hohe Grundwasserspiegel vor Ort. Insgesamt wurden 2000 Kubikmeter Beton und 300 Tonnen Stahl verbaut. Allein die Beckenwände haben eine Mindestdicke von 60 Zentimetern. 15 Meter lange Stahl-Trosse sichern die Wände; der Beckenboden musste mit Stahlankern gesichert werden.

Bevor die Anlage im Sommer in den Probebetrieb gehen kann, werden noch zwei Pumpen mit einer Förderleistung von 10 Litern in der Sekunde installiert. „Hier läuft alles automatisch“, so Schmidt. Messsonden registrieren die Füllstände in den Becken und regeln Zu- sowie Abflüsse. „Nur die Wartung der Pumpen, das übernehmen noch Menschen.“ Selbst die Reinigung der Becken geschieht zu großen Teilen von selbst. Auf der gesamten Länge ist der Boden Abschüssig, so dass anfallender Schlamm und Sedimente in Richtung der Pumpen fließen.

Insgesamt 3,6 Millionen Euro werden die Bauarbeiten verschlungen haben, wenn das Werk Ende des Jahres in Betrieb geht. „Das finanzieren die KWL komplett aus Eigenmitteln“, betonte Meyer. „Das entspricht bald zehn Prozent unseres jährlichen Investitionsvolumens von 32,5 Millionen Euro im Jahr 2014.“ Auch wenn mit dem Speicherbecken das sensible ökologische Gleichgewicht im Auwald und die Wasserqualität in Luppe und Elster bewahrt werden solle, staatliche Unterstützung wurde nicht gewährt. „Für die Abwasserinstandsetzung gibt es keine Fördermittel“, so Meyer.

Johannes Angermann

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