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Lokales Gewerbepark an der Berliner Brücke füllt sich
Leipzig Lokales Gewerbepark an der Berliner Brücke füllt sich
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00:18 02.10.2016
Vor der Kulisse des letzten Gebäudes der früheren Wollkämmerei wächst jetzt ein neues Gewerbegebiet heran. Quelle: Jens Rometsch
Leipzig

Die 250 Meter lange Zufahrtsstraße samt Parkbuchten und Wendehammer ist fertig. Auch alle Medienanschlüsse wie ein Zehn-Gigabit-Internet-Anschluss liegen schon in der Erde. Nun haben im neuen Gewerbepark an der Berliner Brücke – wo bis vor wenigen Jahren die älteste Wollkämmerei Deutschlands stand – die Hochbau-Arbeiten begonnen. Viele Passanten auf der größten Autobrücke Leipzigs fragen sich, was dort genau passiert?

„Wir liegen überall gut im Zeitplan“, erzählt Projektleiter Reinhard Beckmann. „Mehr als die Hälfte des ersten Bauabschnittes, der 3,5 Hektar umfasst, konnte bereits vermarktet werden.“ Ein dreistöckiges Beton-Gerippe, das nun zwischen der Brücke und dem letzten erhalten gebliebenen Gebäude der 1872 gegründeten Wollkämmerei aufblitzt, werde sich bald in ein Fitnessstudio der Kette FitX verwandeln. Dieses 2009 in Essen gegründete Unternehmen ist heute der drittgrößte Fitnessstudiobetreiber in Deutschland mit 47 Standorten. Alle FitX-Häuser sind rund um die Uhr geöffnet und verfügen über aus sieben Trainingsbereiche. Bei aktuell 15 Euro Monatsbeitrag stehen den Mitgliedern kostenfreie Mineraldrinks und Parkplätze zur Verfügung. In Leipzig soll es nach der Eröffnung im kommenden Jahr 100 Stellplätze im Erdgeschoss geben. Die Gebäudefläche beträgt 3000 Quadratmeter, das Grundstück hat 4800.

Gleich nebenan wird derzeit der Boden für einen weiteren Neubau verfestigt. Dort hat sich die Maler-Einkaufsgenossenschaft (MEGA) ein Grundstück von 10 400 Quadratmetern gesichert. „Hier entsteht ein Regionallager mit einer 3300 Quadratmeter großen Logistikhalle samt 400 Quadratmetern Bürofläche“, erläutert Beckmann. MEGA wolle an der Berliner Brücke überregional angelieferte Waren für Kunden in den ostdeutschen Bundesländern kommissionieren und verteilen. Dafür sei ein maßgeschneidertes Logistik-, Verkehrs- und Energiekonzept entwickelt worden. Die bestehenden Niederlassungen der Genossenschaft im Leipziger Industriepark Nordost und im Markkleeberger Ortsteil Wachau bleiben davon unberührt, versichert dazu Melina Schumann in der MEGA-Zentrale.

Auf dem Streifen entlang der Brücke wolle sich außerdem der dort schon seit 2008 ansässige Baustoffhändler WeGo durch einen Anbau vergrößern. „Darüber hinaus laufen sehr erfolgversprechende Gespräche mit einem großen Logistik-Unternehmen, das hier ein innerstädtisches Verteilzentrum errichten möchte“, so Steffen Sauer vom Immobilienvermittler BNP Paribas Real Estate. Allein diese Ansiedlung bringe rund 100 Jobs, hofft er.

Gesichert sei, dass im nächsten Jahr die Erschließung des zweiten Bauabschnitts beginnt, fährt Beckmann fort. Insgesamt umfasse das Areal zehn Hektar. Nach langem Stillstand hatte es 2014 die Treuhand-Nachfolgerin TLG Immobilien verkauft (die LVZ berichtete). Die 2005 stillgelegte Wollkämmerei, die sich genau an der Grenze von Mockau und Schönefeld befand und einst über 2000 Mitarbeiter beschäftigte, war damals schon fast vollständig abgerissen. Laut dem heutigen Eigentümer, einer Immobiliengesellschaft aus Oberbayern, soll es mittelfristig wieder mehrere Hundert Jobs auf dem traditionsreichen Gelände geben. „In der nächsten Vermarktungsphase sprechen wir explizit Großhandelsunternehmen in den Bereichen Sanitär, Fließen, Elektro, Frische- und Kühllogistiker an“, so BNP-Fachmann Sauer. „Auch sollen nahe zur Volbedingstraße Gewerbebauten entstehen, in die sich kleine und mittelständische Unternehmen einmieten können.“

Von Jens Rometsch

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