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Gibt es bald grünes Licht für das Bürgerticket?

Öffentlicher Personennahverkehr Gibt es bald grünes Licht für das Bürgerticket?

Der Mitteldeutsche Verkehrsverbund (MDV) macht Ernst mit der Erschließung alternativer Finanzierungsquellen. Eine Idee: Auch Bürger, die den Nahverkehr nicht nutzen, sollen für ihn zahlen. Im Sommer soll die öffentliche Diskussion beginnen.

MDV-Geschäftsführer Steffen Lehmann will neue Finanzquellen erschließen.
 

Quelle: André Kempner

Leipzig.  Der Mitteldeutsche Verkehrsverbund (MDV) steuert mit Riesenschritten auf eine grundlegende Preisreform zu. „Wir betreten damit deutschlandweit Neuland“, sagt MDV-Geschäftsführer Steffen Lehmann. „Es gibt bislang keine Erfahrungswerte für unser Vorhaben.“ Im Mai finde ein erster Expertenworkshop zu den fünf Gutachten statt, die derzeit in Arbeit sind, so Lehmann. Drei der fünf vertiefend untersuchten Denkansätze sehen vor, dass auch Bürger für den Nahverkehr zahlen sollen, die ihn nicht nutzen. Im Juli oder August werde die öffentliche Diskussion über die Pläne starten, heißt es beim MDV.

Den Auftrag für die fünf Gutachten hat der MDV von den Politikern in seinem Verbundgebiet bekommen. Denn die dort fahrenden Verkehrsunternehmen benötigen immer mehr Geld – und die klammen Kommunen können ihre Subventionen nicht aufstocken. Bislang wurden die schlimmsten Verwerfungen im Nahverkehr dadurch vermieden, dass jedes Jahr im August die Fahrpreise angehoben wurden. Doch inzwischen ist das Niveau der Ticketpreise so hoch, dass der Widerstand dagegen immer stärker wächst. Deshalb sollen jetzt alternative Finanzierungsquellen erschlossen werden, um die Finanzierung des regionalen Nahverkehrs auf breitere Schultern zu verteilen und so gleichzeitig zusätzliche Nutzer für die 1000 Busse und 270 Straßenbahnen zu gewinnen, die heute durch das Verbundgebiet düsen. Intern wird die neue Finanzierung als „Paradigmenwechsel“ eingestuft. Denn die Gutachter haben gewaltige Veränderungen zu untersuchen.

Lesen Sie im LVZ-E-Paper oder in der Printausgabe vom 2.4.2016 weitere Hintergründe zum Thema und erfahren Sie, welche Finanzierungsmodelle neben der Einführung eines Bürgertickets noch im Rennen sind.

Die Friedrich-Ebert-Stiftung lädt am Donnerstag alle interessierte Leipziger zu einem Diskussionsforum mit dem Titel „Zukunft des Nahverkehrs im Raum Leipzig – Perspektiven der ÖPNV-Finanzierung“ ein. Diskutiert wird ab 18 Uhr im Studio 3 am Listplatz. Die Runde ist mit hochkarätigen Experten besetzt. Anmeldung: sachsen@fes.de; Fax: 0341/960 50 91.

Von Andreas Tappert

Leipzig, Prager Straße 8 51.335873 12.38942
Leipzig, Prager Straße 8
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