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Lokales Gipfel der guten Laune - 11.000 Zuschauer sehen 20. Seifenkistenrennen der Nato
Leipzig Lokales Gipfel der guten Laune - 11.000 Zuschauer sehen 20. Seifenkistenrennen der Nato
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21:35 08.05.2011
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Thorsten Giese hat eine Menge gelernt. Was „Sandwich“ auf Niederländisch heißt beispielsweise. Dass Valerie-Habicht-Geels eben nicht anders sprechen kann als im Duktus eines Louis van Gaal oder Rudi Carrell. Sie geben ein herrliches Moderationspaar ab, die manchmal unkontrolliert aufbrausende Holländerin und der pointen-orientierte Augenzwinkerer. Die Schauspieler gehören mit zu dieser bemerkenswerten Stimmung am Muttertag. Zu einer Sommerlaune, die überall steckt – in der Sonnenmilchflasche, im niedrigen Bratwurstpreis, zwischen den Zehen früher Barfüßigkeit, im Schrittschwung des Flanierens am Fuß des Fockebergs, wo es Show-Programm gibt, wo gegessen wird, gekauft und gemalt (nämlich bei der LVZ-Charity-Aktion MaleLE).

Leipzig. Zu toppen ist das nicht: Heldenwetter, Aufsehen erregende Fantasie-Konstrukte, lockere Stimmung, flockige Moderation, Volkfeststimmung unter rund 11.000 Besuchern und spannende Momente bot am Sonntag das 20. Seifenkistenrennen der Nato am und auf dem Fockeberg. Kein anderes Open-Air-Event bietet diese Fahrrad-Parkdichte, diesen Kultfaktor und diese Designer-Wut.
Kein anderes Open-Air-Event bietet diese Fahrrad-Parkdichte, diesen Kultfaktor und diese Designer-Wut wie der Prix de Tacot. Noch kurz vor dem Zeitfahren brummen die Akku-Schrauber und jault die Elektrosäge beim Team der HTWK, während die Selbständige Abteilung für Rennmedizin bereits startklar ist – die Appendix-Patientin liegt im großrädrigen Bett und hängt am Bier-Tropf. Weitere Blick-Magneten sind das sperrige Wikinger-Schiff „Olafine“ (dafür gibt‘s den Design-Preis), das exorbitante Schimpansen-Vehikel der Band 3apes oder das Kosmonauten-Ungetüm der Interessengemeinschaft Süd. Der Ehrgeiz gilt nicht der Platzierung, sondern der beklatschten Präsenz. Und die LVB ernten immerhin einen Traurigkeits-Applaus wegen Ausscheidens nach Achsenbruch.

Wer hier welchen Preis am Ende gewonnen hat, ist zweitrangig. Der Sieg liegt mal wieder auf dem Spannungsfeld aus Schubkraft und Unernst.

MaD

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