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Lokales Gisela Kallenbach: Grünes Urgestein aus Leipzig auch ohne Landtagsmandat gefragt
Leipzig Lokales Gisela Kallenbach: Grünes Urgestein aus Leipzig auch ohne Landtagsmandat gefragt
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23:59 05.10.2014
Erst Umweltaktivistin, dann Parlamentarierin: Gisela Kallenbach (70). Quelle: André Kempner

Dabei hatte die Umweltaktivistin wohl ein wenig das Politbüro im Hinterkopf, von dem es immer hieß, es müsste aus dem Saal herausgetragen werden. "Ich fühle mich fit und gesund, will aber selbst entscheiden, was ich mache und wo ich mich künftig einmische", betont die 70-Jährige, die nach wie vor mit dem Rad unterwegs ist und mit flotter Frisur keineswegs wie eine Oma aussieht.

Dieser Tage ist die vierfache Großmutter besonders häufig gefragt - auch bei der jüngsten Einheitsfeier in Hannover sowie bei den Gedenk-Veranstaltungen zum 9. Oktober 1989. Durch die Friedliche Revolution ist Gisela Kallenbach überhaupt erst in die Politik gekommen. Die Chemie-Ingenieurin kämpfte im damals verdreckten Leipzig für den Umweltschutz, seit sie Anfang der 1980er-Jahre bei einem Urlaub im Isergebirge einen abgestorbenen Wald sah. Danach gründete sie beim Leipziger Jugendpfarramt eine Umweltgruppe, wollte erreichen, das zunächst überhaupt einmal die Gesetze der DDR eingehalten werden. Nach dem Geschmack der Parteioberen hat sie den Slogan "Arbeite mit, plane mit, regiere mit" dabei wohl zu wörtlich genommen. Als sie in ihrem wasserwirtschaftlichen Institut eine Wandzeitung mit wissenschaftlich fundierten Umweltdaten gestaltete, nahm die Stasi sie ins Visier, die eine operative Überwachung einleitete.

Über den Runden Tisch gelangte Gisela Kallenbach schließlich ins Rathaus, was für sie ein "Sprung ins kalte Wasser" war. Denn es ging darum, eine funktionstüchtige Verwaltung aufzubauen, wozu sie ihr Fachwissen als Referentin im Umweltdezernat einbrachte. Anschließend begann ein kleines Abenteuer, Kofi Annan wurde ihr Arbeitgeber. Gisela Kallenbach ging in den Kosovo, wo sie von 2000 bis 2003 das Amt einer von den Vereinten Nationen eingesetzten Bürgermeisterin bekleidete. Nach Pecs reist Kallenbach, die danach für die Grünen ins Europaparlament und später in den sächsischen Landtag einzog, noch heute gern. Und freut sich, wenn sie dort nach wie vor erkannt wird und ihr Vorname über die Straße gerufen wird. "Die Zeit im Kosovo gehört zu den spannendsten Jahren in meinen Leben", blickt die Ex-Politikerin zurück, die eigentlich lieber nach vorn schaut und noch viele Pläne in ihren verschiedenen Ehrenämtern wie der Stiftung Bürger für Leipzig hat.

Konkreter werden will sie derzeit nicht. "Ich nehme mir jetzt die Zeit zum Reflektieren, möchte auch Sortieren. Denn wenn ich eine Funktion ausübe, will ich das auch ernsthaft tun", sagt Gisela Kallenbach. Mehr Zeit nimmt sie sich auch für die Familie, die in Leipzig, London und Norwegen lebt. "Leider komme ich dort nicht mit dem Fahrrad oder einem Teil-Auto hin."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.10.2014

Orbeck, Mathias

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