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Lokales Glaswand für Paulinum ist fertig - Montagetermin noch unklar
Leipzig Lokales Glaswand für Paulinum ist fertig - Montagetermin noch unklar
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15:38 30.11.2009
Die Glaswand für die Trennung von Aula und Andachtsraum liegt seit Wochen zur Montage bereit Quelle: Regina Katzer
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Leipzig/Plötz

Produziert hat die 13 und 16 Meter hohen Scheiben die Schweizer Firma Biacryl in ihrer mitteldeutschen Niederlassung in Plötz, nordöstlich von Halle. "Wir sind eigentlich im Aquarienbau zu Hause", sagt Betriebsdirektor Bernward Bielawski.

Neben Großprojekten in den Tierparks von Gelsenkirchen und Wuppertal hat das Familienunternehmen auch die Scheibe für das Elefantenbecken im Leipziger Zoo hergestellt. "Die Bauteile im Paulinum wird man mit bloßem Auge kaum ausmachen", meint der 46-jährige Firmenchef stolz, der vor neun Jahren die Niederlassung eröffnete. Acrylglas sei extrem lichtdurchlässig.

Zwei 13 Meter hohe und 3,2 Tonnen schwere Scheiben sollen, so Bielawski, in angedeutete Spitzbogenfenster fest montiert werden. Die beiden drei Meter höheren und jeweils knapp vier Tonnen schweren Platten seien als insgesamt gut acht Meter breite Schiebetürflügel zwischen Aula und Andachtsraum vorgesehen. Die Diskussion um die Abtrennung hat Bielawski nur am Rand verfolgt. "Unseren Auftrag hat das nicht beeinflusst", sagt er.

Wann nun die Montage erfolgt, weiß der gebürtige Saarländer nicht. Auf die Fahrt nach Leipzig ist er vorbereitet. "Mit eigenen Stahlbauern haben wir dafür schon Transportrahmen erstellt", berichtet der studierte Maschinenbauer. Mit vier Sattelschleppern soll die Fracht dann nachts über die Autobahn 14 zum Augustusplatz gefahren werden.

"Ein Statiker berechnet gerade den genauen Weg zur Baustelle", erklärt Sonderbauleiter Volker Kylau vom Sächsischen Immobilien- und Baumanagement (SIB). Auf der Route seien besonders die letzten Meter knifflig. "Da müssen wir aufpassen, dass bei der Last der Boden hält", so Kylau.

Seine Leute wollen die Scheiben nach ganz traditioneller Art mit Joch, Flaschenzug und Unterbau an ihren endgültigen Standort hieven. "Wie beim Pyramidenbau", so der SIB-Fachmann. Kylau hofft, dass dieser Plan aufgeht und sich die Scheibe nicht durchbiegt und bricht. Zunächst soll nur mit einer Platte als Test begonnen werden. Glückt er, folge der Rest.

Die Kosten für die Glaswand liegen laut Kylau im Plan. Die Baukommission habe dafür 630.000 Euro veranschlagt. Diese Summe sei derzeit noch nicht erreicht. Genaue Zahlen wollte der Bauleiter noch nicht nennen. Der Betrag könne sich bis zum Abschluss der Arbeiten noch verändern.

Universität und evangelische Kirche hatten monatelang um diese Glaswand gestritten. Während die Hochschule das Paulinum als reine Aula ansieht, wollten Kirchenvertreter an Traditionen anknüpfen und lehnten eine bauliche Trennung zum Andachtsraum ab.

Die Universität hatte Mitte des 16. Jahrhunderts die damalige Paulinerkirche von den Dominikanermönchen übernommen. Das Gotteshaus wurde von Martin Luther eingeweiht und umbenannt. Seit 1710 fanden dort Uni-Gottesdienste statt. Nach der Sprengung 1968 erhielten die Gläubigen in der Nikolaikirche eine zweite Heimat.

Den Durchbruch in dem Disput brachte eine von Generalbundesanwältin Monika Harms moderierte Gesprächsrunde im Herbst vergangenen Jahres. Anschließend erklärten beide Seiten, den Streit zumindest nicht mehr öffentlich auszutragen.

Matthias Roth

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