Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Glaswand für Uni-Paulinum in Leipzig ist da – Pfarrer Wolff: "Wand wird wieder ausgebaut"
Leipzig Lokales Glaswand für Uni-Paulinum in Leipzig ist da – Pfarrer Wolff: "Wand wird wieder ausgebaut"
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:05 29.10.2012
Blick auf den Universitätsneubau am Leipziger Augustusplatz. (Archivfoto) Quelle: dpa
Anzeige
Leipzig

„Die Scheiben wurde vergangene Woche angeliefert“, sagte Alwin-Rainer Zipfl, Sprecher im zuständigen Sächsischen Finanzministerium am Montag auf Anfrage von LVZ-Online.

In den frühen Donnerstag- und Freitagmorgenstunden wurden die vier Teile aus Wettin-Löbejün im Saalekreis über die Autobahn 14 bis zur Baustelle am Augustusplatz gebracht. Wie Zipfl weiter erklärte, werde nun der Installation der mobilen Wand, die Universitäts-Aula und Andachtsraum von einander trennen soll, vorbereitet. „Es muss erst noch eine Strahlkonstruktion und eine Kranbahn errichtet werden. Der Einbau der Scheibe wird sich so bis zum ersten Quartal 2013 hinziehen“, erklärte der Ministeriumssprecher.

Die Glaswand für die Trennung von Aula und Andachtsraum wurde bei der Firma Biacry im Wettin-Löbejüner Ortsteil Plötz (Saalekreis) gefertig. Quelle: Regina Katzer

Mit der erfolgten Anlieferung werden nun auch in einem seit Jahren schwelenden Streit Tatsachen geschaffen. Die Bürgerinitiative Paulinerverein und einige Geistliche der Messestadt halten eine Wand zwischen christlichem Andachtsraum und universitärer Aula für falsch und versuchen diese deshalb zu verhindern. Die Universität will die Glaswand dagegen einbauen lassen, damit die Uni-Aula auch für Studenten mit atheistischen Weltanschauungen und mit anderen Glaubensbekenntnissen ohne Vorbehalte nutzbar ist. An Stelle des neu gebauten Paulinums stand bis zur Sprengung 1968 die Leipziger Paulinerkirche.

Für Christian Wolff, Pfarrer der Thomaskirche, bedeutet der nun beginnende Einbau der Trennung allerdings nicht, dass der Kampf dagegen verloren ist. „Es ist völlig klar, dass sie wieder ausgebaut werden wird – weil sie architektonisch, klimatisch und akustisch absoluter Unsinn ist“, sagte Wolff gegenüber LVZ-Online und fügte an: „Die Uni schädigt sich mit dem Einbau selbst. Für mich ist das wie in Andersens Märchen ‚Des Kaisers neue Kleider.“ Er sei sich deshalb sicher, dass die Wand wieder ausgebaut wird, so Wolff weiter, „weil wir mit Blick auf die DDR auch wissen: Wahnsinn hält sich höchstens 40 Jahre.“

Matthias Puppe / mro

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Drei Pioniere der Photovoltaik sind in Leipzig mit dem Deutschen Umweltpreis geehrt worden. Bundespräsident Joachim Gauck übergab die Auszeichnung am Sonntag im Leipziger Gewandhaus an die Unternehmer Günther Cramer und Hansjörg Lerchenmüller sowie den Forscher Andreas Bett.

28.10.2012

Etwa 1200 Menschen haben am Samstag in Leipzig mit einer Demonstration an die Ermordung von Kamal K. vor zwei Jahren und anderer Opfer rassistischer Gewalt in Leipzig erinnert.

28.10.2012

Eine Gruppe von Leipziger Schülern, Lehrern und Studenten will eine Bibliothek für Flüchtlinge in der Messestadt aufbauen. „Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, Asylbewerbern in Leipzig die Möglichkeit zu bieten, innerhalb des Heimes Deutsch zu lernen“, heißt es in einer Mitteilung des Aktionsnetzwerks „Essenz“.

28.10.2012
Anzeige