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Lokales Gohliser Firma ersteigert Schlobachshof
Leipzig Lokales Gohliser Firma ersteigert Schlobachshof
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18:57 12.05.2016
Schlobachshof wurde am Donnerstag versteigert.  Quelle: André Kempner
Leipzig

Im Leipziger Amtsgericht wurde am Donnerstag der historische Schlobachshof aus dem nördlichen Auenwald zwangsversteigert. Vor rund 50 Zuschauern im Saal 101 lieferten sich die Firma HTT Verwaltungs GmbH aus Gohlis und das Liegenschaftsamt der Stadt Leipzig ein Bietergefecht. Die Kommune hielt bis gut 1,1 Millionen Euro mit. Ein Vertreter der HTT erhöhte danach auf 1,25 Millionen Euro.

Über HTT ist so gut wie nichts öffentlich bekannt. Der Firmenvertreter lehnte Presseanfragen vor Ort ab. Laut Handelsregister gehört die GmbH komplett Hans-Jürgen Böhm aus Sellerhausen, welcher zugleich als Geschäftsführer fungiert. Der Unternehmenszweck sei die „Verwaltung eigenen Vermögens“. Weder zu HTT noch zu zwei weiteren Leipziger Firmen, bei denen Böhm als Geschäftsführer eingetragen ist, finden sich im Internet Telefonnummern. Die Inhaberin eines Friseursalons im Odenwald, welche 2015 eine weitere Leipziger GmbH von Böhm übernommen hatte, sagte, sie dürfe dessen Telefonnummer nicht herausgeben.

Der 14 Hektar große Schlobachshof steht schon länger unter Zwangsverwaltung. Die Versteigerung kam auf Betreiben zweier Gläubiger zustande: der Deutschen Kreditbank (DKB) sowie der Stadt Leipzig. Letztere habe erstmals im Juli 2011 ausstehende Grundsteuer-Zahlungen moniert, erklärte die Leiterin der Auktion. Auch gebe es offene Forderungen der Propan Rheingas und der Radeberger Gruppe. Ein Gastronomie-Betrieb sei laut Gutachten künftig auf dem Areal nicht mehr zulässig, ebenso wenig die öffentliche Nutzung der Reithalle. Nach der Wende seien Bauten teilweise ohne die nötigen Genehmigungen entstanden. Rein rechtlich betrachtet kämen für den Schlobachshof derzeit nur noch folgende Nutzungen infrage: Wohnen, Ackerbau, Pferde- oder Viehzucht.

Anfang dieser Woche hatte die bisherige Eigentümerin Birgit Stanuschwewski Widerspruch gegen die Versteigerung des ehedem beliebten Reiterhofes eingelegt. Ihr Antrag wurde abgewiesen, erläuterte das Amtsgericht. Die Entscheidung dazu sei aber noch nicht rechtskräftig.

Die Stadt Leipzig wollte durch einen Erwerb des Areals bessere Umweltbedingungen im Auenwald schaffen. Bei Neuansiedlungen von Firmen im Stadtgebiet hätten die ökologischen Ausgleichsmaßnamen auf Schlobachshof stattfinden, dort außerdem eine Naturschutzstation aufgebaut werden können, hieß der Plan des Umweltamtes, der nun hinfällig ist.

Der Leipziger Umweltbund Ökolöwe forderte den neuen Eigentümer per Pressemitteilung auf, das Areal für regelmäßige Überflutungen im Auenwald zur Verfügung zu stellen. „Der Ökolöwe kann bei der Erstellung eines Konzeptes hierzu gern unterstützen“, erklärte Anja Werner.

Von Jens Rometsch

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