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Golfplatz-Pläne für Festwiese überraschen Leipziger Stadtrat - „War noch kein Thema“

Golfplatz-Pläne für Festwiese überraschen Leipziger Stadtrat - „War noch kein Thema“

Diese Nachricht aus der Leipziger Volkszeitung sorgte am Donnerstagmorgen für Erstaunen bei den Stadtratsfraktionen der Messestadt: Investoren wollen die Festwiese in eine Golf-Arena verwandeln.

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Driving Range mit 40 Abschlagplätzen: So sehen die Pläne für den neuen Golfplatz auf der Festwiese vor der Red-Bull-Arena in Leipzig aus.

Quelle: Privat

Leipzig. Die Mehrheit der Abgeordneten hat von den Plänen erst aus der Zeitung erfahren. Die Resonanz bei den politischen Kräften war durchaus unterschiedlich - von Zustimmung bis zu kompletter Ablehnung.

Ansbert Maciejewski, CDU-Fraktionsgeschäftsführer, kann dem Vorhaben durchaus positive Seiten abgewinnen, will die Umgestaltung der Grünfläche aber an Bedingungen knüpfen. „Ein Investor müsste unter der Festwiese eine Tiefgarage errichten“, sagte Maciejewski. Nur wenn so ein Untergrundbau entstehe, dürfe die Stadt auch den Zuschlag für die Golf-Anlage erteilen. Für eine Driving Range, einen Platz an dem Golfer ihren Abschlag trainieren, sieht der Unionspolitiker durchaus Potenzial in Leipzig. „Durch die Nähe zur Innenstadt können dort Banker auch ihre Mittagspause verbringen“, so Maciejewski. Seiner Fraktion sei das Projekt bisher unbekannt, deshalb ließen sich auch noch keine Aussagen über die baurechtliche Seite treffen.

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Leipzig. Die Pläne für einen Golf-Übungsplatz auf der Leipziger Festwiese haben keine Chance auf eine Umsetzung. Eine Privatisierung und Abzäunung des Geländes werde politisch nicht getragen, teilte die Stadt Leipzig auf Anfrage von LVZ-Online mit. Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) werde deshalb dem Stadtrat ein solches Ansinnen nicht unterbreiten. Die Festwiese sei eine öffentlich nutzbare Fläche, die allen Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung stehe.

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„Im Fachausschuss Stadtentwicklung und Bau war das noch kein Thema“, sagt auch Ingrid Glöckner, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Stadtrat. Tatsächlich mache die Festwiese ja derzeit einen dürftigen Eindruck. „Aber man muss genau sehen, wie eine Bebauung in das denkmalgeschützte Ensemble eingepasst würde“, sagt die Ingenieurin. Erst einmal müsse das übliche Procedere laufen, um gegebenenfalls Baurecht zu schaffen.

"Fehlendes Verkehrskonzept fällt auf die Füße"

„Da kann etwas Tolles für Leipzig entstehen“, ist der erste Eindruck von FDP-Fraktionsvize René Hobusch zum Projekt Golf in der City. Er warnt aber auch: Probleme mit dem Park-Verkehr kämen auf die Stadt zu. „Dass es kein Verkehrskonzept für den Bereich um die Red-Bull-Arena gibt, fällt uns immer wieder auf die Füße“, mahnt er. Wenn RB Leipzig weiter aufsteige, brauche man die Festwiese vielleicht auch als Parkfläche oder für die An- und Abfahrt von Shuttle-Bussen. „Man muss das mit gebotener Sorgfalt prüfen“, sagte er. Ähnlich sieht es auch die Leipziger Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos). Im Interview mit der LVZ (Freitagausgabe) sagt sie: "Es kann nicht sein, dass die in Stadionnähe liegenden Gebiete vollgeparkt werden, dass dort die Autos auf den Gehwegen und den Grünflächen stehen. Aber man kann auch nicht einfach nur sagen: Es wird zugemacht, es kommt keiner mehr hin. Das ist keine Lösung."

„Gegen eine Aufwertung der Fläche ist im Prinzip nichts zu sagen“, findet Norman Volger, umweltpolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion. In den Details sieht er allerdings noch reichlich Fragezeichen. Eine schriftliche Vorlage gebe es bisher nicht für die Stadträte, moniert auch er. Auf jeden Fall müsse die Verträglichkeit mit den „Wanderungsbewegungen im Landschaftsschutzgebiet“ geprüft werden. Durch die Anlagen für RB Leipzig sei der Flaschenhals zwischen den Bio-Räumen im Norden und Süden der Stadt zum Teil schon bebaut. Ob wirklich Gebäude auf der Festwiese nötig seien, müsse man sich anschauen.

Mehr wissen möchte Volger auch zu den Konsequenzen für die öffentliche Nutzung der Fläche: „Es gibt ja auch noch gut besuchte Veranstaltungen wie den großen Wochenmarkt am Wochenende.“ Und noch einen Gedanken bringt der Grünen-Abgeordnete ins Spiel: „Ist ein Golfplatz das richtige Signal bei der schwierigen Wirtschaftslage unserer Stadt?“

Siegfried Schlegel von den Linken braucht keine Unterlagen für sein Urteil. „Öffentliche Räume dürfen nicht privatisiert werden“, erklärte der Fraktionssprecher für Stadtentwicklung. Mit der angestrebten Golf-Anlage, drohe eine hochwertige Fläche nur noch für wenige Personen zur Verfügung zu stehen. Deshalb lehne er das Projekt ab.

Erfolgreiche Anlage in Hamburg

Eine Gruppe um den Kaufmann Frank A. Schmidt (67), der bereits den Golfplatz in Seehausen errichtet hat, will sich nun mit zwei Millionen Euro engagieren. Neben 40 Abschlagplätzen soll dort auch ein Restaurant entstehen. Der Bauplatz steht unter Denkmalschutz und die Sichtachse zwischen der Jahnallee und dem Glockenturm darf nicht verbaut werden. Ersten Entwürfen zufolge soll die Gaststätte in einen Flachbau einziehen, der nicht höher als der an das Waldstraßenviertel angrenzende Wall werden soll.

Schmidt beratend zur Seite steht mit Peter Merck (45) ein Mann, der die Hamburger "Golf Lounge" unweit der Hafen-City zu einem Anziehungspunkt der Hansestadt gemacht hat. Anfangs belächelt, ist der Übungsplatz für Abschläge inzwischen ein Erfolgsmodell. Die Kundenkartei weist eine fünfstellige Nutzerzahl aus. Für ihre aus Japan mitgebrachte Idee erhielten Merck und seine Mitstreiter 2005 den Gründerpreis der Elbestadt.

Evelyn ter Vehn/Matthias Roth

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