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Google verteidigt kurze Einspruchsfrist bei seinem neuen Kartendienst Street View

Google verteidigt kurze Einspruchsfrist bei seinem neuen Kartendienst Street View

Die wieder aufgeflammte Kritik von deutschen Datenschützern am Kartendienst Google Street View trifft beim Unternehmen auf Unverständnis. Wie ein Sprecher am Mittwoch gegenüber LVZ-Online sagte, sei vor allem die kurze Einspruchsfrist gegen die Darstellung von Häusern im Programm „mindestens missverständlich diskutiert worden“.

Leipzig. Das in der kommenden Woche bereit stehende Formular, mit dem Privatpersonen ihre Wohnhäuser unkenntlich machen können, werde zwar nur vier Wochen zu Verfügung stehen. Allerdings wird es nach der Veröffentlichung in Deutschland Ende dieses Jahres auch die Möglichkeit geben, im Kartendienst selbst konkrete Probleme zu melden und somit auch Abbildungen zu beanstanden.

Das Formular sei nur eine zusätzliche Möglichkeit, noch vor dem Start von Google Street View Einfluss auf die Darstellung zu nehmen. „Seit Mai 2009 ist es per E-Mail oder auf dem Postweg möglich, sein Haus sperren zu lassen“, heißt es aus dem Unternehmen. Auch künftig wird es diese Möglichkeit geben, allerdings könne man nach Ablauf der Vierwochen-Frist nicht mehr garantieren, dass die beanstandeten Abbildungen auch wirklich bis zum Start des Dienstes unkenntlich gemacht würden. Deshalb ende das neue Formular so zeitig.

Die ebenfalls kritisierte fehlende Telefon-Hotline als Anlaufstelle für gewünschte Sperrungen begründete der Unternehmenssprecher mit möglichen Missverständnissen, die per mündlicher Anweisung entstehen könnten. „Man könne dann ja beispielsweise nicht mehr nachvollziehen, welche Hausnummer nun wirklich gemeint war.“ Deshalb stünde nur der schriftliche Einspruchsweg per Post oder E-Mail zur Verfügung.

Die Frage, ob denn auch die ebenfalls flächendeckend registrierten Informationen über W-Lan-Netze in den Straßen auf Einzelanfrage wieder löschbar seien, wird von Google dagegen verneint. Nach Angaben des Unternehmenssprechers soll eine Löschung auf Anfrage allein schon die Richtlinien der Datenschutzbeauftragten verhindern, die auf Nachvollziehbarkeit der Datensammlung drängen. Würde hier etwas einzeln gelöscht, sei später nicht mehr erkennbar, was eigentlich alles von Google dokumentiert worden war. Ohnehin würden die von Google während der 360-Grad-Aufzeichnung der Straßen getätigten Erhebungen über alle angrenzenden drahtlosen Netzwerke und deren Verschlüsselungsniveau nirgends abrufbar sein und nur für einen Navigationsdienst verwendet werden.

Google hat seinen virtuellen Stadtrundgang 2007 zuerst in den USA gestartet. Das erste europäische Land mit diesem in Google Maps integrierten Dienst war Frankreich. Deutschland wird nun weltweit das 24. Land, in dem dieses Angebot eingeführt wird. Leipzig gehört zu insgesamt 20 deutschen Städten, die ab Ende des Jahres zu sehen sein sollen. Immer wieder war es bei der Einführung des Kartendienstes zu Protesten gekommen. In Irland mussten auf Geheiß der Regierung beispielsweise die erhobenen W-Lan-Anschlussdaten nachträglich wieder gelöscht werden.

Matthias Puppe

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