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Lokales Graffiti-Beseitigung kostet in Leipzig 300.000 Euro jährlich
Leipzig Lokales Graffiti-Beseitigung kostet in Leipzig 300.000 Euro jährlich
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14:18 29.09.2018
Graffiti-Entfernung im Waldstraßenviertel in Leipzig. (Archivfoto) Quelle: André Kempner
Leipzig

Die Täter kommen meist in der Nacht, die Spraydose im Gepäck: Im vergangenen Jahr hat das Landeskriminalamt Sachsen nach eigenen Angaben 9120 neue illegale Graffiti erfasst. Das liegt leicht unter dem Wert von 2016 mit rund 9950 Schadensfällen - jedoch wird schätzungsweise nur jeder dritte Fall angezeigt. Den Kommunen bereitet die Beseitigung der Buchstaben oder Zeichen an Häuserwänden oder Brückenpfeilern dennoch erhebliche Kosten, ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Jährlich 300 000 Euro braucht Leipzig, um Graffiti an Gebäuden und Anlagen zu entfernen. „Das Geld wurden in den vergangenen Jahren regelmäßig ausgeschöpft“, sagt ein Stadtsprecher. Leipzig gilt als die Hauptstadt des illegalen Graffiti in Ostdeutschland.

Die rund 13 000 Euro Graffiti-Beseitigung in Chemnitz nehmen sich da vergleichsweise gering aus. In besonders gefährdeten Bereichen werden Gebäudeteile mittlerweile beschichtet, um das Säubern zu erleichtern.

Die Schäden durch Graffiti an Straßen, Rad- und Fußwegen sowie an Straßenlaternen, Ampeln und Brücken werden in Dresden mit jährlich rund 50 000 Euro angegeben. Die Zeichen werden in der Regel erst beseitigt, wenn Instandsetzungsarbeiten anstehen. „Vor allem in den Szenevierteln wie der Neustadt haben wir es mit Graffiti und sonstigen Sachbeschädigungen zu tun“, heißt es. Sofort beseitigt würden verfassungsfeindliche Schmierereien, Hakenkreuze, SS-Runen. Diese Fälle stieg von 2014 bis 2016 von 87 auf 118. Für eine regelmäßige Beseitigung aller illegalen Graffiti gebe es inzwischen nicht mehr das nötige Geld, heißt es. Wartungs- und Reparaturarbeiten an Brücken und Ingenieurbauwerken gingen vor.

Im vergangenen Jahr hatten Unbekannte an der Frauenkirche ein Graffiti hinterlassen, fünf Meter lang und zwei Meter hoch. „Bomber Harris was here“ hatten sie mit weißer Farbe an die Fassade gesprüht. Der englische Luftwaffengeneral Sir Thomas Harris gilt als Koordinator des Luftangriffe auf Dresden.

Die Dresdner Verkehrsbetriebe schätzen den Schaden, der jährlich durch Vandalismus an Fahrzeugen und Einrichtungen entsteht, auf etwa ein bis zwei Millionen Euro. „Dennoch sind wir mit dem vergleichsweise seltenen Auftreten von Vandalismus recht zufrieden“, sagt Unternehmenssprecher Falk Lösch.

In der Sächsischen Schweiz hatte im April ein Sprayer eine Spur in blauer Farbe auf den Sandsteinfelsen hinterlassen. Das passiere jährlich ein bis zwei Mal, sagt Nationalpark-Sprecher, Hanspeter Mayr. Die Graffiti ließen sich von der rauen Felsoberflächen nur schwer wieder entfernen. Pro Jahr koste das mehrere Tausend Euro.

Die Deutsche Bahn setzt im Einsatz gegen illegale Sprayer auf die Bundespolizei und eine eigene Sicherheitstruppe. „Unsere speziell ausgebildeten Einsatzteams legen sich an den Hot Spots auf die Lauer und stellen Sprayer auf frischer Tat“, berichtet ein Sprecher. Es gebe konzertierte Großeinsätze, Mitarbeiter würden zusammen mit Bundespolizisten Streife laufen. An den abgestellten Zügen und ihre Anlagen werde auch Überwachungstechnik eingesetzt. Wer ertappt wird, den bittet die Bahn auf zivilrechtlichem Wege zur Kasse.

Eigenen Angaben zufolge hat die Deutsche Bahn im vergangenen Jahr in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen 2700 Graffiti-Delikte registriert, etwa ebenso viele wie im Vorjahr. Bundesweit indessen stiegen die Zahlen um 4 Prozent auf 18 000 Fälle. Für die Reinigung setzte die Bahn 10 Millionen Euro ein. Ein Quadratmeter Reinigung kostet 300 Euro, eine zerkratzte Scheibe zu ersetzen 500 Euro.

Nur etwa 45 Euro je Quadratmeter kostet die Beseitigung von Graffiti durch das junge Dresdner Unternehmen „Graffiti Stop“. Mit einem innovativen Verfahren, verschiedenen Granulaten und mit Unterdruck, rückt es seit 2017 den Sprühereien zu Leibe. Mit der Technik sei es sogar möglich, Tinte von einem weißen Blatt Papier zu entfernen, ohne das Papier zu beschädigen, heißt es. „Die Experten vom Denkmalschutz haben Augen gemacht“, erzählt Innendienstleiter Rene Walde. „Man muss die Graffiti immer wieder entfernen“, sagt Walde. Irgendwann gäben die Sprayer auf. „Die Farbe kostet ja auch Geld.“

Von LVZ

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