Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Graffiti in Leipzig: Schmierereien verursachen Millionen-Schaden
Leipzig Lokales Graffiti in Leipzig: Schmierereien verursachen Millionen-Schaden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:59 12.08.2013
Quelle: André Kempner

Die Farb-Attacken auf Busse, Bahnen, Automaten und Betriebsanlagen nahmen seit 2010 um über 15 Prozent zu. Im vergangenen Jahr wurden der Polizei im gesamten Stadtgebiet 2906 Graffiti-Delikte angezeigt - 295 mehr als 2011. Damit gehen elf Prozent aller Sachbeschädigungen auf das Konto von Sprayern. Nur etwa jede zehnte Straftat ließ sich bislang aufklären: 315 Fälle im vorigen Jahr, 299 im Jahr zuvor.

Allein die LVB registrierten im vorigen Jahr 9897 Graffiti-Vorfälle, 2010 waren es noch 8583. Die Beseitigung der Folgen lässt sich das Unternehmen pro Jahr um die 300 000 Euro kosten. LVB-Sprecher Marc Backhaus: "Um vorzubeugen, setzen wir auf das schnelle Entfernen der Schäden durch unser Tochterunternehmen LSB. Dafür setzen wir ein mobiles Einsatzteam ein. Videoschutzsysteme dienen präventiv der Abschreckung in unseren Bahnen und auf unseren Betriebsanlagen, aber auch zur Beweissicherung durch die Polizei." Die Stadt Leipzig gab 276.000 Euro aus, um Schmierereien an öffentlichem Eigentum zu beseitigen. Mit 510 Reinigungsaufträgen wurde ein Großteil durch die "'Schnelle Eingreifgruppe Graffitibeseitigung" des Ordnungsamtes realisiert. Die kommunale Wohnungsgesellschaft LWB investierte laut einem Bericht, den Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke) im September dem Stadtrat vorlegen wird, 68.200 Euro in die Entfernung von Graffiti, die Wohnungsgenossenschaften Lipsia und Elsteraue zusammen 25.400 Euro und die Konsumgenossenschaft 10.000 Euro.

Laut Graffiti-Bericht der Ordnungsbehörde zählen zum harten Kern der Leipziger Sprayer-Szene 200 bis 250 meist männliche Jugendliche im Alter von 13 bis 25 Jahren. Sie fallen überwiegend durch Schmierereien auf. Kunstvoll gestaltete Graffiti gebe es dagegen kaum. Zwei besonders aktive Gruppen (Synonyme "Radicals" und "Org") werden der Hooligan-Szene zugerechnet. Diese arbeiteten entgegen einiger Medienberichte trotz ihrer unterschiedlichen Verbundenheit zu Lok- und Chemie-Ultras teilweise zusammen. Videos und Bilder ihrer überfallartigen Aktionen stellen sie oft ins Internet.

Bürger-Frust: In einer Sicherheitsumfrage des Statistikamtes gaben zwölf Prozent der befragten Leipziger an, in ihrem Wohngebiet sehr oft mit Graffiti-Vandalismus konfrontiert zu sein. Zwei Drittel fühlten sich dadurch gestört. Schwerpunkte des Farb-Vandalismus waren 2012 die Stadtgebiete Zentrum, Südwest und West.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.08.2013

Klaus Staeubert

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Sechs Jahre lang war Wolfram Knapp (68) Aufsichtsratschef des Leipziger Uni-Klinikums (UKL). Die Anstalt öffentlichen Rechts kommunizierte es zwar nicht so, aber auf der Homepage ist nun plötzlich Knut Löschke (63) kommissarisch auf dem Posten vermerkt.

12.08.2013

Zwischen den Zähnen werden Geschichten erzählt, zum Beispiel: Aus dem Jahre 1897 stammt die erste Briefmarke, die eine Leipzig-Ansicht zeigt. Die besondere Beziehung Leipzigs zu den Marken würdigt ein neues Buch, das Thomas Nabert in Zusammenarbeit mit seiner Frau Andrea beim Verein Pro Leipzig herausgegeben hat.

12.08.2013

Am kommenden Samstag muss Leipzig erneut mit einem Aufmarsch von Neonazis rechnen. Die rechtsextreme NPD hat laut Ordnungsamt zwischen 12 und 18 Uhr auf der Roscherstraße nördlich des Hauptbahnhofes eine Demonstration angemeldet.

12.08.2013
Anzeige