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Lokales Grafiker üben Kritik an den Leipziger Designers' Open
Leipzig Lokales Grafiker üben Kritik an den Leipziger Designers' Open
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01:00 29.10.2013
Design-Festival in der Glashalle auf der Neuen Messe. Quelle: Wolfgang Zeyen

Der 58-jährige Grafiker und Maler sitzt dem Bund mitteldeutscher Grafikdesigner (BmG) vor, der wiederum im Leipziger Westwerk in der Karl-Heine-Straße residiert, und macht aus seiner Warte auf einen Fehler der Festival-Verantwortlichen aufmerksam: Bei den jüngsten Designers' Open war das Metier Grafikdesign nicht vertreten. Strube zufolge ein Unding.

"Wir leben im 21. Jahrhundert, es muss Zukunft gedacht werden", fordert der BmG-Chef und präzisiert: "Die moderne Welt besteht zu 100 Prozent aus Kommunikation, das muss sich auch in der Veranstaltung widerspiegeln." Als essenzieller Bestandteil davon solle und müsse dem Bereich Grafikdesign schon bei den nächsten Designers' Open 2014 ein prominenter Platz eingeräumt werden.

Strube hat sich in den vergangenen Tagen selbst ein Bild vom aktuellen Status quo des Festivals am neuen Standort gemacht, kam dabei zu dem Schluss: "Man kann so ein Ereignis nicht bloß mit Handtaschen und Ohrringen gestalten." Zumal viele der angebotenen Produkte zwar schön und kostspielig, aber nicht urheberrechtsfähig seien. Ein Seitenhieb auf die bei den Designers' Open zahlreich vertretenen "Schmuckbastler", wie Strube sie nennt, den er allerdings als konstruktiv verstanden wissen will. Er kritisiere nicht aus Überheblichkeit oder Arroganz, sondern im Sinne der Branche: "Es geht um die Qualität der Inhalte." Dabei schweben Strube bereits Ideen vor, wie sich das Festival mit Blick auf das Segment Grafikdesign in Zukunft aufstellen könnte.

Um die Ausrichtung fachgerecht zu handhaben, wäre zum Beispiel denkbar, Besuchern vor Ort Beratungen anzubieten, Kunden, die quasi ihre Probleme direkt mit auf das Festival bringen, wo ihnen von Fachleuten geholfen wird. Ebenso hält der BmG-Vorsitzende eine "seriöse Wirtschaftsausstellung am Rande" für machbar, die zeigt, welche Leistungen von der Visitenkarte bis zur professionell gestaltenen Präsenz im Internet hinter dem Berufsbild Grafikdesign stehen. Schließlich sieht Strube auch den Gesetzgeber in der Pflicht, sich für die Branche einzusetzen: "Die Politik muss sich dazu stellen." Der Hintergedanke: "Grafikdesigner" oder "-designerin" ist in Deutschland bislang eine nicht geschützte Berufsbezeichnung.

Die Macher der Designers' Open haben Strubes Kritik indessen zur Kenntnis genommen. "Wir werden weiter ausbauen, auch im nächsten Jahr", sagt Silvana Kürschner, die den Zentralbereich Geschäftsentwicklung unter dem Dach der Leipziger Messe GmbH leitet und somit auch das Projekt Designers' Open. Unter ihrer Regie wurde erstmals dem Bereich Architektur Platz in der Glashalle während der dreitägigen Veranstaltung gewährt. Daneben hatten zuletzt auch die Gründer des Festivals, die Produktdesigner Jan Hartmann und Andreas Neubert, deutlich anklingen lassen, dass Grafikdesign Einzug in die Veranstaltung halten soll (die LVZ berichtete). Während die Kritik von Ulrich Strube also im Raum steht, ist die Messe noch nicht gesungen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.10.2013

Felix Kretz

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