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„Grande Dame“ unter Leipzigs Sporthallen wieder eröffnet – Sanierung 700.000 Euro teurer

„Grande Dame“ unter Leipzigs Sporthallen wieder eröffnet – Sanierung 700.000 Euro teurer

Mehr als zwei Jahre lang wurde sie komplett saniert. Am Donnerstag eröffnete Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) die deutschlandweit einzigartige Sporthalle Leplaystraße im Zentrum-Südost wieder.

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Frisch saniert: Von außen ist kaum zu erkennen, dass sich hinter der Fassade in der Leplaystraße 11 eine deutschlandweit einzigartige Sporthalle verbirgt.

Quelle: André Kempner

Leipzig. „Die Grande Dame unter den Leipziger Sporthallen erstrahlt in neuem Glanz“, sagte das Stadtoberhaupt, bevor er zu einer Volleyball-Angabe auf dem Rasen vor dem fast 100 Jahre alten Gebäude ansetzte.

Wie erst jetzt bekannt wurde, verteuerte sich die Runderneuerung der denkmalgeschützten Halle jedoch um mehrere Hunderttausend Euro. „Sieben Millionen Euro wurden verbaut, die uns beim Sport in Leipzig deutlich helfen“, betonte Jung.

Die Stadt bekomme mit der 5.000 Quadratmeter großen Halle eine dringend benötigte Sportfläche zurück, ergänzte Sportamtsleiterin Kerstin Kirmes. „Aber auch ein ganz besonderes Denkmal der Stadt.“ Denn in der 1913 als Turnzentrum eröffneten Einrichtung liegen mehrere Hallen auf verschiedenen Etagen übereinander. Doch die besondere Architektur entpuppte sich bei der Sanierung auch als besondere Schwierigkeit. Weil die Baupläne durch Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg teilweise verloren gingen, musste bei der Runderneuerung improvisiert werden.

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Leipzig. Mehr als zwei Jahre lang wurde sie saniert. Am Donnerstag eröffnete Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) die deutschlandweit einzigartige Sporthalle Leplaystraße im Zentrum-Südost wieder. „Die Grande Dame erstrahlt in neuem Glanz“, sagte das Stadtoberhaupt. Wie erst jetzt bekannt wurde, war die Runderneuerung des denkmalgeschützten Gebäudes 700.000 Euro teurer als geplant.

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Stadt muss 100.000 Euro mehr investieren

Die unvollständigen Bauakten ließen laut Kirmes nicht genau erkennen, wie umfangreich die Sanierung am Ende wurde. Dach und Fassade mussten jedoch nach historischem Erscheinungsbild aufbereitet werden, betonte Michael Wilhelm, Staatssekretär des sächsischen Innenministeriums. „Die Halle war zu ihrer Zeit sehr innovativ, aber die Sanierung auch sehr aufwändig“, so der Politiker.

Waren die Kosten anfangs mit rund 5,9 Millionen Euro kalkuliert und später auf 6,35 Millionen Euro angehoben worden, musste die Summe während der Sanierung erneut auf rund sieben Millionen Euro nach oben korrigiert werden – auch wegen gestiegener Materialkosten und dem Ausfall der zuständigen Lüftungsbaufirma. „Die Insolvenz war katastrophal und hat die Arbeiten aller anderen Gewerke verzögert“, berichtete Kirmes. Deshalb konnte auch erst Anfang September – rund sechs Monate später als geplant – Eröffnung gefeiert werden. Die Stadt musste ihren Eigenanteil um 100.000 Euro auf 2,3 Millionen Euro erhöhen, 4,7 Millionen Euro kamen zusätzlich vom Freistaat.

Ringer und Volleyballer ziehen wieder ein

Die Ringer des KFC Leipzig nahmen ihr neues Domizil – die beiden Trainingshallen im ersten Obergeschoss – am Donnerstag in Besitz. Auch die modernen Fitnessräume mit Ergometern und Trainingsgeräten stießen bei den Kampfsportlern auf Begeisterung. „Für uns ist mit der sanierten Sporthalle im Herzen von Leipzig ein Traum in Erfüllung gegangen,“, freute sich KFC-Vizepräsident Uwe Neumeister.

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Neue Heimat für den KFC Leipzig: Die Ringer haben die Halle im Obergeschoss bereits in Besitz genommen.

Quelle: André Kempner

Die derzeit 350 Sportler des KFC – darunter auch Olympia-Anwärterin Nicole Hauptmann – mussten seit Monaten in einer Nebenhalle der Arena trainieren, ihre Wettkämpfe bestritten sie in Taucha. Von der neuen Trainings- und Wettkampsstätte erhofft sich Neumeister nun einen Mitgliederzuwachs. Allein am Donnerstag seien 40 hinzugekommen. „Bis Ende des Jahres sind 500 Mitglieder unser Ziel“, so der Vizepräsident.

Die zweiten Hauptnutzer, die Volleyballer vom Landesstützpunkt und den L.E. Volleys, müssen sich jedoch noch einige Wochen gedulden, bevor sie in die große Dreifelderhalle im zweiten Obergeschoss einziehen dürfen. Die Deckenhöhe wurde durch das Entfernen einer Zwischendecke dort auf elf Meter erhöht, das Parkett muss in den kommenden vier Wochen aber noch versiegelt werden. 200 Zuschauer sollen hier bei den Bundesliga-Spielen der Volleys künftig Platz finden.

Kaum Entlastung der Hallensituation - Zukunft der Dieskaustraße weiter fraglich

Sportbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke) erhofft sich vom Abschluss der Sanierung und der vor rund zwei Wochen eröffneten Halle an der Radrennbahn eine Entlastung der angespannten Hallensituation in Leipzig. „Für den Volleyballsport ist es ein wichtiges Zeichen“, sagte er. Rosenthal betonte aber, dass noch weitere Investitionen im Hallenbereich notwendig sind.  So soll im Oktober die Sanierung der vor Jahren bei einem Brand beschädigten Halle in der Mannheimer Straße in Grünau abgeschlossen werden. Anschließend startet die Runderneuerung der nahe gelegenen Einrichtung An der Kotsche.

Wie es mit der Sporthalle in der Dieskaustraße weiter geht, ist jedoch noch offen. Sportamtsleiterin Kirmes bekräftigte ihren Vorschlag, die vom LSV Südwest genutzte Halle zu schließen. „Wir haben nicht das Geld, auf absehbare Zeit die Betriebssicherheit zu gewährleisten“, sagte sie. Der Verein protestiert gegen die Schließungspläne und will sich nicht mit einem Umzug in die neue Halle an der Radrennbahn zufrieden geben.

Laut Kirmes wären rund 762.000 Euro nötig, um dringende Arbeiten an dem als Handball- und Fußballhalle genutzten umgebauten Kino zu erledigen. Die Sportamtsleiterin will das Geld lieber in die Instandhaltung anderer Hallen investieren. Von Bürgermeister Rosenthal bekam sie am Donnerstag Rückendeckung. „Eine Investition in eine nicht sportfachgerechte Infrastruktur können wir als Stadt derzeit nicht aufbringen.“

Robert Nößler

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