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Lokales Grippe-Welle: Leipzigs Klinik-Kapazitäten sind ausgelastet
Leipzig Lokales Grippe-Welle: Leipzigs Klinik-Kapazitäten sind ausgelastet
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10:13 22.03.2018
Computersimulation eines Grippe-Virus. Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene.   Quelle: dpa
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Leipzig

In der Stadt Leipzig gibt es seit Wochen keine Zunahme mehr bei den registrierten Grippe-Fällen. Bereits seit Ende vergangenen Jahres liegt die Zahl mehr oder weniger konstant bei etwa 7500, wie ein Sprecher erklärt. Bislang gab es einen nachgewiesenen Todesfall, der auf eine Influenza zurückzuführen ist.

22 isolierte Patienten am Uniklinikum

„Unsere Kapazitäten sind voll ausgelastet“, sagt Markus Bien, Sprecher am Uniklinikum Leipzig (UKL). Die Situation sei angespannt, es könnten jedoch alle Patienten angemessen versorgt werden. Influenza-bedingt habe keine Abteilung geschlossen werden müssen. „Die Situation scheint sich zu entspannen“, so Bien. „Eine rapide Zunahme an nachgewiesenen Influenza-Fällen wie in den ersten beiden Märzwochen kann aktuell nicht mehr festgestellt werden.“ Mit Stand Montag befanden sich 33 Patienten mit Influenza in stationärer Behandlung im UKL, 22 davon waren isoliert untergebracht.

St.-Georg-Experte: Jährliche Schutzimpfung ist wichtig

„Alle Patienten mit Influenzaverdacht werden in der Notaufnahme versorgt und je nach Krankheitsschwere ambulant oder stationär behandelt“, sagt Bernhard Ruf, Chefarzt der Klinik für Infektiologie, Tropenmedizin, Nephrologie und Rheumatologie am Städtischen Klinikum St. Georg. „Bei positivem Virusnachweis werden solche Patienten antiviral behandelt.“ Die Personalsituation sei durch Krankheitsfälle zwar angespannt. Die Versorgung wäre aber gesichert, Stationen seien nicht geschlossen. „Die jetzige Situation zeigt, wie wichtig eine jährliche Influenzaschutzimpfung für alle Altersgruppen ist“, so Ruf.

St. Elisabeth versucht Umverlegungen

Auch das St.-Elisabeth-Krankenhaus in Connewitz weist keine Patienten ab, wie Sprecherin Tina Murzik-Kaufmann erklärt. „In Spitzenzeiten versuchen wir aber, Patienten in andere Häuser zu verlegen. Patienten, die nicht stationär aufgenommen werden müssen, behandeln wir ambulant.“ Mit Blick auf das Personal gebe es eine überschaubare Zahl an Grippefällen; bisher musste keine Abteilung geschlossen werden.

Hohes Niveau an Grippe-Kranken im Diakonissenhaus

Am Diakonissenkrankenhaus sei die Lage angespannt, die Versorgung aber weder eingeschränkt noch beeinträchtigt, sagt Alexander Friebel von der Unternehmenskommunikation. Das Patientenaufkommen sei anhaltend hoch, die Zahl erkrankter Kollegen ebenfalls. „Zumindest steigt die Zahl der Grippekranken, die in unserem Hause versorgt werden, derzeit nicht weiter an und stabilisiert sich auf einem erhöhtem Niveau“, erklärt Friebel. Ein mögliches Ende der Grippewelle sei aber nicht absehbar. Hinzu komme, dass durch den erneuten Wintereinbruch mit Glätte und Neuschnee eine deutliche Zunahme unfallchirurgischer Sturzverletzungen und Knochenbrüchen zu verzeichnen sei, konstatiert Friebel. Niemand würde weggeschickt: Wer auf medizinische Hilfe angewiesen ist, werde in der Notaufnahme untersucht und gegebenenfalls stationär aufgenommen. „Schließungen einzelner Abteilungen oder Stationen waren trotz der krankheitsbedingten Ausfälle in der Belegschaft bislang nicht notwendig“, so Friebel. Weil das Personal derzeit stark gefordert sei, habe das Krankenhausdirektorium begonnen, in den einzelnen Fachbereichen persönlich eine stärkende Verpflegung für die Frühstückspause auszugeben.

33 Fälle an Helios-Klinik in Schkeuditz

„In der Helios-Klinik Schkeuditz mussten bislang keine Patienten aufgrund der Grippewelle nach Hause geschickt werden“, erklärt Sindy Lohse von der Unternehmenskommunikation. „Seit Anfang Januar dieses Jahres verzeichnete unsere Klinik 33 Grippefälle, vor allem im Februar und März.“ Der Klinikbetrieb sei weder durch grippebedingte Schließungen einzelner Abteilungen, noch durch Personalausfall beeinträchtigt.

An Mölkauer Oberschule fehlen zehn Prozent der Schüler

In der Oberschule Mölkau sind von grippalen Infekten beziehungsweise von der „echten Grippe“, der Influenza B, vor allem Schüler betroffen. „Krankheitsbedingt fehlen derzeit um die zehn Prozent unserer Schüler. Das ist nicht gerade wenig“, sagt Gunter Schönwitz, der Leiter der Bildungseinrichtung am Stadtrand. Deutlich entspannter sei die Lage bei den Lehrern. Laut Schönwitz sind nahezu alle Kollegen an Deck. „Anders als bei den Schülern hat es unter den Lehrern bislang auch noch keinen klassischen Influenza-Fall gegeben.“ Die Unterrichtsausfall-Quote liege daher bei unter fünf Prozent. „Wir stehen also noch ganz gut da“, findet Schönwitz.

Winterferien helfen an der Neuen Nikolaischule

Noch ein bisschen besser sieht es an der Neuen Nikolaischule in Stötteritz aus. Heiner Wulfert, Leiter des städtischen Gymnasiums, konstatiert: „Derzeit bewegen wir uns bei den Krankmeldungen im für die Jahreszeit normalen Rahmen.“ Innerhalb der Schülerschaft habe es seit Beginn der Grippe-Welle einen einzigen bestätigten Influenza-Fall gegeben. „Vermutlich haben die Winterferien geholfen, dass der eine oder andere seinen Infekt in den Griff bekommen hat“, sagt Wulfert und ist froh, dass der Unterricht im Großen und Ganzen normal läuft.

Von Björn Meine und Dominic Welters

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