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Lokales Grippewelle in Leipzig bringt Krankenhäuser an ihre Grenzen
Leipzig Lokales Grippewelle in Leipzig bringt Krankenhäuser an ihre Grenzen
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22:48 13.03.2018
Die Grippewelle hat auch Leipzig im Griff. (Symbolbild)   Quelle: dpa
Leipzig

 Die Karte des Robert-Koch-Instituts ist für Sachsen überwiegend rot, tiefrot. Eine „stark erhöhte Influenza-Aktivität“ stellt das Hygiene-Institut für den Freistaat fest. Die Grippe-Welle hat auch Leipzig im Griff und bringt die Kliniken an den Rand ihrer Kapazitäten.

Allein fast 40 neue Fälle wurden Ende vergangener Woche in die Notfallambulanz des St.- Elisabeth-Krankenhauses eingeliefert, so die ärztliche Leiterin Nadine Haberhausen. Ein Ausnahmezustand, mit dem das Personal schon seit Wochen klarkommen muss. Die Zahl der Influenza-Fälle ist laut Landesuntersuchungsanstalt in Chemnitz um 20 Prozent im Vergleich zur Vorwoche gestiegen. Insgesamt stieg die Zahl im Freistaat auf 22.073 an, so das Sozialministerium.

Verschärfend kommt hinzu, dass auch das Krankenhaus-Personal nicht von der Grippe verschont wird. Zum Teil erkranken die medizinischen Fachkräfte trotz Impfung, so Elisabeth-Geschäftsführer Albrecht Graf Adelmann. Der Klinikleiter empfiehlt, dass in Zukunft der Vierfachimpfstoff für alle Patienten von den Krankenkassen übernommen werden sollte. Nur dieser hilft auch gegen den in diesem Jahr grassierenden B-Typ.

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Gepostet von LVZ Leipziger Volkszeitung am Freitag, 5. Januar 2018

Schnelltests werden knapp

Noch eine Krux: Die Industrie komme außerdem nicht mit der Produktion des Grippe-Schnelltests hinterher, so Adelmann weiter. Labortests bringen aber erst nach 24 Stunden ein Ergebnis – so lange müsse ein Patient bei Grippe-Verdacht isoliert werden. Ende vergangener Woche seien die Platz-Kapazitäten im Elisabeth ausgeschöpft gewesen. In Einzelfällen habe man Patienten nach Chemnitz verweisen müssen.

In den anderen Leipziger Kliniken sieht es nicht viel besser aus. Die Spitze der vergangenen Woche gehöre in dieser Saison schon zum Alltagsgeschäft, sagt St.-Georg-Sprecherin Manuela Powollik. „Unsere Auslastung liegt bei 100 Prozent“, schildert sie die aktuelle Situation. Einen Engpass an Schnelltests oder Medikamenten gebe es aber nicht.

Uni-Klinik: Steigerung um rund 60 Prozent

Auch das „St. Georg“ verzeichnet Krankheitsfälle beim Personal, doch die Versorgung der Patienten sei weiterhin gewährleistet. „Patienten mit leichten Symptomen werden ambulant behandelt“, schildert Powollik. Das Krankenhaus bekomme außerdem zu spüren, dass auch die Hausärzte überlastet seien. Dadurch kämen zahlreiche Patienten direkt in die Notaufnahme. Diese Grippewelle sei schon außergewöhnlich, bestätigt sie.

50 bis 60 Prozent mehr Influenza-Fälle als im vergangenen Jahr verzeichnet das Uni-Klinikum Leipzig (UKL). Bei über 90 Prozent der Fälle sei der Influenza-Typ B nachgewiesen. Gegen den wirkt die Dreifachimpfung nicht. „Auf der Intensivstation kommen seit etwa einer Woche zunehmend auch schwere Grippefälle aus umliegenden Krankenhäusern an“, schildert UKL-Sprecherin Helena Reinhardt. Das Uni-Klinikum will nicht dramatisieren. Die Lage sei angespannt, aber unter Kontrolle.

Die Landesuntersuchungsanstalt Chemnitz gibt keine Entwarnung. „Die Grippewelle hält weiterhin an und hat aktuell einen neuen Höhepunkt erreicht“, heißt es im aktuellen Bericht.

Von Evelyn ter Vehn

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