Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Größte Buckelpiste in Leipzigs City: Stadt schiebt Sanierung der Windmühlenstraße vor sich her
Leipzig Lokales Größte Buckelpiste in Leipzigs City: Stadt schiebt Sanierung der Windmühlenstraße vor sich her
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:49 09.02.2012
Schneedecke statt Straßenbelag: Der schlechte Zustand der Windmühlenstraße im Leipziger Zentrum-Südost wird derzeit vom Winter verhüllt. Für viele Anwohner ist die Schlaglochpiste mittlerweile unerträglich geworden. Quelle: Dirk Knofe
Anzeige
Leipzig

Ab 2013 soll nach Plänen der Stadt der Umleitungsverkehr von der Baustelle in der Karl-Liebknecht-Straße dort entlang rollen. Für eine vorherige Sanierung der Buckelpiste fehlt der Stadt jedoch das Geld. Viele Anwohner sind sauer – einzelne Gewerbetreibende denken sogar schon an einen Umzug.

 „Zu Stoßzeiten ist es hier kaum noch erträglich. Es ist laut ohne Ende“, sagt Katrin Olschewski. Die 44-Jährige, die an der Windmühlenstraße wohnt, spricht aus, was viele Mieter im LWB-Block an der Windmühlenstraße denken. „Wir kommen kaum noch zur Ruhe. Der Belag ist abgefahren und es wird immer schlimmer“, ärgert sich auch Hannelore Bergner. Schon seit Jahren seien die Anwohner vertröstet worden, aber noch immer habe sich nichts getan. Die 69-Jährige wirft der Stadtverwaltung deshalb eine „Schiebepolitik“ vor.

[gallery:700-NR_LVZ_GALLERY_14538]

Ab 2013 tausende Autos zusätzlich pro Tag

Die Pläne, den Bayrischen Platz inklusive der Windmühlenstraße zu sanieren, liegen tatsächlich bereits seit Jahren in der Schublade, wie Edletraut Höfer, Leiterin des Verkehrs- und Tiefbauamtes, auf Anfrage von LVZ-Online erklärt. Der Umbau des Verkehrsknotens sollte eigentlich mit der Fertigstellung des City-Tunnels starten, doch die lässt noch bis Ende 2013 auf sich warten – vier Jahre später als ursprünglich geplant.

Die SPD-Fraktion im Leipziger Stadtrat stellte aufgrund des dringenden Handlungsbedarfs nun den Antrag, zumindest die Asphaltschicht zwischen Bayrischem Platz und Grünewaldstraße zu erneuern, bevor ab Herbst 2013 täglich tausende Autos zusätzlich über die schon jetzt vielbefahrene Trasse im Zentrum-Südost rollen. Da die Windmühlenstraße dann als Umleitung genutzt werden soll, könnte der drohende Ärger der Autofahrer und die zusätzliche Lärmbelästigung für die Anwohner so zumindest im Rahmen gehalten werden.

Tiefbauamts-Leiterin Höfer sieht für eine solche Zwischenlösung jedoch nur geringe Chancen. Erstens sei noch nicht absehbar, ob ein Deckenbauprogramm 2013 überhaupt machbar sei. Zweitens sei ein solches Förderprogramm an die Bedingung geknüpft, dass die Straße für mehrere Jahre nicht umgebaut werden dürfe, was nach Abschluss des City-Tunnels aber definitiv geplant sei. Schon 2008 waren entsprechende Pläne vorgestellt worden, wonach der Bayrische Platz neu gestaltet und die Straßenbahn-Haltestellen anders angeordnet werden sollten. Die Modernisierung sollte in den Jahren 2010/11 erfolgen, hieß es damals. Passiert ist bis heute nichts.

Frust unter Gewerbetreibenden

„Zu Stoßzeiten ist es hier kaum noch erträglich“, sagt Anwohnerin Katrin Olschewski. "Es ist laut ohne Ende." Quelle: Dirk Knofe

Wie Höfer betont, genieße der Umbau der Karl-Liebknecht-Straße mittlerweile eine höhere Priorität als der Bayrische Platz. „Zwei Maßnahmen dieser Größenordnung können im gleichen Stadtbereich nicht zeitgleich realisiert werden“, erklärt sie. Das Zehn-Millionen-Euro-Projekt „Karli“, das im kommenden Jahr starten soll, bereitet den Anliegern an der Windmühlenstraße aber schon jetzt Sorgen. „Wenn die Straße nicht saniert ist, und noch mehr Verkehr hier lang rollt, werden wir wahrscheinlich ausziehen“, kündigt Tanja Ivanovska vom Reisebüro Happy Tour an, das seit 2009 im Center am Bayerischen Platz sitzt.

Die Mitarbeiterinnen haben schon jetzt wegen des Straßenlärms Probleme, ihre Kunden zu beraten – und überhaupt zu verstehen. Als vor der Schaufensterscheibe zusätzlich zur Blechlawine noch zwei Straßenbahnen entlang rollen, wird deutlich, was damit gemeint ist. Während eine ihrer Kolleginnen telefoniert, ruft Ivanovska durch den Raum: „Von Anrufern werden wir häufig gefragt, ob wir auf offener Straße arbeiten.“

Robert Nößler

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Simba ist weg. Dem 12-jährigen Tom Safar ist nur noch ein Foto von seinem Kater geblieben. Traurig zeigt es der Schüler aus dem Leipziger Stadtteil Hartmannsdorf.

09.02.2012

Die Innenstadt Leipzigs ist als Einkaufszentrum attraktiv, der Zuspruch bei den Kunden allerdings noch ausbaufähig. Zu diesem Schluss kommt eine am Donnerstag im Neuen Rathaus von Baubürgermeister Martin zur Nedden vorgestellte Studie.

09.02.2012

Am Freitag wird das Haus an der Jahnallee, Ecke Luppenstraße für einen Euro Mindestgebot zwangsversteigert. Meigl Hoffmann ist Kabarettist und Mitglied der Capa-Haus-Initiative, er setzt sich für die Erhaltung des Gebäudekomplexes ein.

09.02.2012
Anzeige